15 Tipps für perfekte Hundefotos

Ein Gastbeitrag von Tierfotografin Martina Berg, www.KurioseTierwelt.de. Nach den eigenen Kindern sind Haustiere die beliebtesten Motive aller Hobbyfotografen. Hunde stehen dabei natürlich ganz an der Spitze. Die Tipps einer professionellen Tierfotografin helfen Ihnen dabei, statt langweiligen Schnappschüssen zukünftig perfekte Bilder Ihres Hundes zu machen.

Das geflügelte Wort „Erfahrung ist die Summe aller Pleiten“ trifft ganz besonders auch für die Hundefotografie zu. Dabei ist dies nicht negativ gemeint – ganz im Gegenteil: wenn alles gleich auf Anhieb klappen würde, dann wäre es ja langweilig.

So gilt gerade bei der Fotografie von Tieren und Hunden im Besonderen: wer schöne Fotos von seinem vierbeinigen Freund machen will braucht vor allem vier Dinge:

  1. Geduld, ganz viel Geduld
  2. Übung, Übung, Übung …
  3. gutes Reaktionsvermögen
  4. und zum Schluss: noch mehr Geduld und noch mehr Übung

Eine Kamera und ein oder mehr Hunde wären übrigens auch recht hilfreich… 🙂

Dabei spielt es keine Rolle, welche Kameramarke Sie bevorzugen oder wie viel Geld Sie für den Apparat ausgeben – das Wichtigste ist immer der Mensch hinter der Kamera. Zwar hat eine Spiegelreflex-Kamera schon so ihre Vorzüge, aber mit einigen Abstrichen liefert auch Ihre Kompaktkamera gute Bilder.

Tipp 1: Der Hintergrund

Ganz wichtig: der Hintergrund eines Fotos. Ein unruhiger oder einfach nur unpassender Hintergrund verdirbt jedes noch so gute Foto. Achten Sie bei Ihrer Aufnahme auf einen ausgewogenen Hintergrund möglichst ohne störende Elemente. Häufig merkt man sonst im Eifer des Fotografierens erst am heimischen PC-Bildschirm, dass dem Hund ein Strommast aus dem Kopf wächst. Und nicht Jeder hat Lust, den Mast am Computer wegzustempeln.

Eine große Blende (= kleine Blendenzahl) trägt dazu bei, den Hintergrund verschwimmen zu lassen. Aber dadurch lassen sich nicht alle störenden Details völlig ausschalten. Also: Augen auf und eventuell den Standort ändern. Meist reichen schon wenige Meter nach links oder rechts aus.

Tipp 2: Die Schärfe gehört auf die Augen

Das wichtigste bei allen Tierfoto: die Schärfe des Bildes muss auf den Augen liegen! Alles andere kann unscharf sein, aber die Augen müssen scharf sein. Sonst wirkt das Foto nicht. Zur Schärfe der Augen kommt ein weiterer wichtiger Punkt: ein Lichtreflex im Auge verleiht dem Bild Leben – Augen ohne einen Reflex wirken tot.

© Martina Berg

© Martina Berg

Notfalls können Sie versuchen, den Reflex durch Nutzung Ihres Kamerablitzes zu erzeugen. Allerdings kann es dann passieren, dass der Hund rote Augen auf dem Foto hat. Hier gilt: ausprobieren.

Bei Actionfotos von rennenden, tobenden oder spielenden Hunden ist dieser Punkt nicht ganz so wichtig und auch häufig im Eifer des Gefechts nicht umzusetzen. Halten Sie hier einfach drauf, schalten Sie Ihre Kamera auf „Dauerfeuer“, versuchen Sie die Hunde im Sucher zu behalten und hoffen Sie auf einige gute Fotos.

Tipp 3: Gehen Sie auf Augenhöhe mit Ihrem Hund

Fotografieren Sie Ihren Hund möglichst nicht von oben herab, sondern gehen Sie mit ihm auf Augenhöhe. Also ab in die Hocke oder auf den Bauch. Bequemer: Platzieren Sie Ihren Hund auf einem erhöhten Ort, etwa einer Böschung, einem Stein oder einem Baumstumpf.

Tipp 4: Achten Sie auf die Blickrichtung Ihres Hundes

In Blickrichtung des Hundes sollte immer mehr Platz vorhanden sein als auf der anderen Seite. Hierdurch entsteht der Eindruck, dass gleich etwas passiert und das macht ein Foto spannend. Bei Bewegungsfotos ist es natürlich recht schwierig, ein Bild nach diesen Gestaltungsrichtlinien zu machen. Auch hier gilt: üben, üben und noch mehr üben. Irgendwann ist Ihnen alles so in Fleisch und Blut übergegangen, dass Sie instinktiv alles richtig machen.

Tipp 5: Fotografieren Sie früh morgens oder spät abends

Mit der wichtigste Aspekt für ein gelungene Aufnahme: das Licht. Grundsätzlich gibt es kein „schlechtes Wetter“ zum Fotografieren. Sonnenlicht bringt aber die Farben zum Leuchten und erlaubt kürzere Belichtungszeiten. Aber auch ein Gewitterhimmel oder Nebelstimmungen können sehr interessant aussehen.

Das schönste Licht ist immer noch das Tageslicht und besonders das in den frühen Morgenstunden und am Abend. Eine Faustregel lautet: nicht nach 12 und nicht vor 4. Meiden sollte man im Hochsommer die pralle Mittagssonne. Das Licht ist dann sehr hart und verursacht extreme Schatten und Kontraste. Diese lassen sich zwar mit Hilfsmitteln wie Reflektoren zum Teil ausgleichen doch wirken die meisten dieser Bilder irgendwie leblos. Am Morgen oder gegen Abend hat das Licht einen hohen Rotanteil und wirkt sehr warm und angenehm. Auch Schatten fallen zu diesen Zeiten erheblich sanfter aus.

Tipp 6: Nutzen Sie das Gegenlicht

Fotos im Gegenlicht sind zwar technisch schwierig, aber gerade bei Hunden mit langem Fell besonders reizvoll. Das Licht zaubert im Idealfall einen wunderschönen Lichtkranz um Ihren Hund. Licht direkt von vorne (dann haben Sie als Fotograf die Sonne direkt im Rücken) ist meist nicht ideal: die Hunde wirken dann häufig flach und konturlos. Am schönsten ist leichtes Seitenlicht. Dezente Schatten machen Ihr Foto lebendiger.

Tipp 7: „Problemfall“ schwarzer Hund

© Martina Berg

© Martina Berg

Fotos von schwarzen Hunden sind eine besondere Herausforderung für jeden Fotografen. Meist ist die Umgebung korrekt belichtet, aber der Hund auf dem Bild nur eine konturlose schwarze Masse. Hauptsächlich passiert dies, wenn die Umgebung den größten Teil des Bildes ausfüllt und natürlich fast immer bei Gegenlicht. Ursache ist der Belichtungsmesser Ihrer Kamera, der in solchen Fällen überfordert ist.

Wenn möglich, dann sollten Sie die Belichtungsmessmethode Spotmessung auswählen. Die Belichtungsmessung erfolgt in solchen Fällen direkt auf das Tier. Der Hund wird dann richtig belichtet, die Umgebung wird überbelichtet. Aber Sie wollen ja schließlich Ihr Hauptmotiv richtig abbilden und nicht die Landschaft, auch wenn sie noch so schön ist.

Eine andere Methode ist es, eine Belichtungskorrektur einzustellen. Sie müssen etwa 1-3 Stufen überbelichten. Da die Ergebnisse häufig von Kamera zu Kamera sehr unterschiedlich ausfallen gilt auch hier: Versuch und Irrtum. Also ausprobieren und die besten Einstellungen für kommende Fotos im Hinterkopf behalten (oder notieren).

Tipp 8: Platzieren Sie Ihren Hund nicht in der Mitte

Ihre Fotos wirken gefälliger, wenn der Hund nicht in der Mitte des Bildes platziert wird, sondern nach den Regeln des „Goldenen Schnitts“. Stellen Sie sich vor, Ihr Sucherbild oder das Display Ihrer Kamera wäre durch zwei waagerechte und drei senkrechte Linien in 9 gleich große Rechtecke unterteilt. Harmonisch wirkt ein Bildaufbau immer dann, wenn Sie Ihr Motiv in der Nähe eines Schnittpunktes der Linien platzieren.

Tipp 9: Drehen Sie Ihre Kamera

Fotografieren Sie häufiger im Hochformat. Hochformatige Fotos wirken dynamischer, weil sie nicht den menschlichen Sehgewohnheiten entsprechen. Und manche Motive schreien geradezu nach einem Hochformat. Machen Sie von einem Motiv Fotos sowohl im Quer- als auch im Hochformat.

Tipp 10: Achten Sie auf den Horizont

Wenn der Horizont mit im Bild ist, dann sollte dieser möglichst nicht genau in der Mitte des Fotos verlaufen. Das ist langweilig. Bei einem interessanten Himmel verlegen Sie die Horizontlinie ruhig sehr weit nach unten oder bei interessantem Vordergrund nach oben.

Tipp 11: Lassen Sie Ihren Hund toben

Besonders schöne Fotos können Sie machen, wenn Sie Ihren Hund toben und spielen lassen. Suchen Sie sich eine große Wiese, möglichst ohne störende Häuser am Rand oder im Hintergrund. Dann suchen Sie sich einen guten Aufnahmeplatz und machen Sie Fotos, Fotos, Fotos. Im Zeitalter der Digitalfotografie können Sie ja einfach „draufhalten“, ohne sich Gedanken wegen der Folgekosten zu machen.

© Martina Berg

© Martina Berg

Nehmen Sie Ihren Partner oder einen Freund mit, der Ihren Hund zum Rennen animiert. Oder noch besser auch gleich den Spielkameraden Ihres Hundes. Und nutzen Sie das Sportprogramm Ihrer Kamera. Das sorgt für richtige Belichtung, Tiefenschärfe und Nachführung des Autofokus. Die modernen Sportprogramme sind meist erstaunlich leistungsfähig und Sie können sich ganz auf Ihr Motiv konzentrieren.

Tipp 12: Hunde-Styling

Puder und Eyeliner braucht Ihr Hund natürlich nicht, aber besonders wenn Sie formatfüllende Porträtaufnahmen machen wollen, sollten Sie doch auf sein Aussehen achten: machen Sie Halsband, Geschirr und Flohhalsband ab. Reinigen Sie die Augenwinkel und die Ohren. Bürsten Sie bei Bedarf das Fell.

Tipp 13: Lieblingsspielzeug und Leckerli

Fotoshootings sind manchmal sehr anstrengend und auch schon mal langweilig. Versüßen Sie Ihrem Hund die Arbeit mit seinem Lieblingsspielzeug und eventuell dem einen oder anderen Leckerli.

Tipp 14: Es muss Spaß machen!

Der wichtigste Tipp überhaupt: ein gutes Hundefoto kann nur gelingen, wenn Fotograf und Hund Spaß daran haben. Beenden Sie Ihr Shooting, wenn Sie merken, dass Sie Ihren Hund überfordern und fotografieren Sie lieber an einem anderen Tag. Gelegenheiten dazu werden Sie ja hoffentlich noch viele haben.

Tipp 15: Machen Sie was aus Ihren Bildern

Laden Sie Ihre Fotos zeitnah auf Ihren PC und löschen Sie misslungene Bilder. So vermeiden Sie „Bildermüll“. Sortieren Sie Ihre Fotos so, dass Sie schnell ein besuchtes Bild wiederfinden. Und lassen Sie Ihre Fotos nicht einfach so auf Ihrer Festplatte „verschimmeln“, machen Sie was daraus oder damit. Die Möglichkeiten sind unendlich: großformatige Poster, Leinwanddrucke, Fotobücher, T-Shirts, Kaffeetassen, Diashows … Die Möglichkeiten sind vielfältig und Sie haben so immer einen Geschenkidee für Familienmitglieder und Freunde.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit ihrem Hund und beim Fotografieren!

Über Martina Berg:

Martina Berg fotografiert seit frühester Jugend. Vor 12 Jahren hat Sie sich mit mit einem kleinen Internet-Antiquariat und als Tierfotografin selbständig gemacht. Außerdem bloggt Sie auf KurioseTierwelt.de über Natur- und Tierthemen. Zusammen mit einer Fotopartnerin bildet Sie das Fotografinnen-Duo Pferdografen.de. Die hier beschriebenen Tipps sind praxiserprobt und helfen Ihnen, bessere Fotos von Ihrem Hund zu machen.

Alle Fotos © Martina Berg.

5 thoughts on “15 Tipps für perfekte Hundefotos”

  1. Oh ja, tolle Tipps, danke!
    Mit der Übung, das hab ich auch schon gemerkt – also nichts miteinfach mal draufhalten und wird schon.

    Toll finde ich, dass es langsam schon meinen Hunden gefällt und die schon, wenn ich die Kamera in die Hand nehme, gespannt drauf warten was sie machen sollen. Jeder ist super aufmerksam weil er ja die Aufmerksamkeit haben möchte.
    Es macht Spaß und je mehr Spaß es macht, desto besser werden die Fotos.

    Nun werden die neuen Tipps umgesetzt!
    Nochmal DANKE!

    LG
    Ursula & die Wuffelbande

  2. Vielen vielen Dank, für die tollen Tipps.
    Ich fotografiere sehr gerne Hunde, vorallem meinen eigenen 🙂
    Ich werde versuchen die Tipps umzusetzen, freue mich schon darauf sie auszuprobieren.

    Liebe Grüße und vielen Dank für den super Artikel!!

  3. Pingback: Hundefotografie: Den Lieblingsvierbeiner ins richtige Licht rücken - Issn' Rüde! - Hunde News & Dogstyle
  4. Auch gerne mal mit längeren Belichtungszeiten experimentieren, Es muss nicht immer nur alles in der Bewegung eingefroren werden. So manch ein vernünftig mitgezogenes oder auch einfach nur etwas länger belichtetes Bild (1/80, 1/100 o.ä.) ist spannender, als eine eingefrorene Bewegung.

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