Dackel oder Rottweiler – wer ist aggressiver?

Sie joggen gemütlich durch den Wald und treffen auf eine Weggabelung. Auf dem linken Weg kommt Ihnen ein großer freilaufender Rottweiler entgegen, auf dem rechten Weg trappelt ein kleiner Dackel ohne Herrchen in Ihre Richtung. Für welchen Weg entscheiden Sie sich nun ?  🙂

Glaubt man der neuen Statistik von Forschern der University of Pennsylvania, müsste der ratlose Jogger frohen Mutes dem Rottweiler entgegenlaufen. Denn das Risiko, von ihm angegriffen zu werden, ist deutlich geringer als bei einem Dackel. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Befragung von Tausenden Hundebesitzern in den USA, die James Serpell und seine Kollegen von der School of Veterinary Medicine durchgeführt haben. „Die höchsten Rate von Aggressionen, die sich gegen Menschen richten, besteht bei kleineren Rassen“, schreiben die Forscher im Fachblatt „Applied Animal Behaviour Science“.

Die Frage, ob es besonders aggressive oder besonders gefährliche Hunderassen gibt, ist keineswegs neu. Eine seriöse Antwort darauf fällt jedoch auch nach Jahren der Debatten und der Forschung schwer. Das räumen auch Serpell und seine Kollegen ein. Sie kritisieren zugleich die bestehenden Vorurteile gegenüber einer Rasse wie dem American Pitbull Terrier, die angeblich besonders gefährlich für Menschen sein soll.

Die Statistiken verblüffen, etwa jene der Online-Befragung: Als mit Abstand aggressivster Hund gilt demnach der Dackel. Immerhin 20 Prozent der Besitzer berichteten über Angriffe auf Fremde. Auf Platz zwei landete mit 16 Prozent eine weitere kleinwüchsige Rasse: der Chihuahua. Die gefürchteten American Pitbull Terrier landeten mit 6,8 Prozent auf Rang sieben. Bei drei Rassen, darunter der Sibirische Husky, liegt die Angriffsquote gar bei null Prozent. Die Teilnehmer gaben keine einzige Aggression gegen Menschen an.

Wie bei allen Statistiken sind natürlich auch diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen und dürften nicht unbedingt Allgemeingültigkeit haben. Der Jogger, der sich zwischen Rottweiler und Dackel entscheiden muss, ist trotz der  Studie von der University of Pennsylvania fast genauso schlau wie vorher: Er hat die Wahl zwischen einem Hund, der ihn zu Boden werfen könnte, und einem Dackel, der mit größerer Wahrscheinlichkeit angreift, aber vergleichsweise harmlos ist. Um eine wirklich gute Entscheidung treffen zu können, müsste der Jogger eigentlich die Besitzer der Hunde kennen – und diese sollten auch in der Nähe ihrer Tiere sein. Denn schon 2003 ergab ein Vergleich von Wesenstests bei fünf Hunderassen an der Tierärztlichen Hochschule Hannover: Der Halter hat entscheidenden Einfluss darauf, wie aggressiv ein Hund wirklich ist.

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Kommentare

  1. Hundeforum meint:

    Ich sage Dackel! …. Nein Spass beiseite, letztlich wird man es niemals an einer Rasse festmachen können wie gefährlich oder bissig ein Hund ist. Man muss da völlig umdenken und vielleicht mal die Halter genauer anschauen! Meist fehlt es an Verantwortungsbewusstsein.

  2. Wechie Tuller meint:

    Heftig, ich hatte niemals fur moglich gehalten dass dies in der Tat so moglich ist 😉

  3. Barbara meint:

    Habe z.Z. meine dritte Dackeldame. Sie ist jetzt 8 Monate alt. Das  "Baby- Kaputt-mach-Verhalten" läßt G.s.D. langsam nach und Frauchen bekommt limmerhin immer öfter das Sagen. Ein aggressives Verhalten kann ich bei keinem Hund bestätigen. Vielleicht mache ich doch alles richtig? Daß man sich einem größeren Artgenossen gegenüber mächtig aufspielt ist weniger schlimm, denn Frechheit, mein Name ist Dackel! Aber ein lustiges und sonst sehr einfühlsames Familienmitglied. Gruß Barbara.

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