Diese 12 wichtigen Anzeichen bei Hüftdysplasie solltest du kennen!

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Von der Hüftdysplasie hat fast jeder Hundehalter schon einmal gehört. Das ist nicht verwunderlich, denn sie ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen beim Hund. Obwohl sie bereits im Junghundalter diagnostiziert werden kann, wird sie bei vielen Hunden oft erst nach Jahren festgestellt, wenn die Hüftarthrose bereits weit fortgeschritten ist.

Die Hüftdysplasie kann im Junghundalter mittels Röntgen festgestellt werden. Das sollte insbesondere bei Hunden, mit denen man züchten möchte, die im Hundesport oder als Diensthund geführt werden sollen, zur Routine gehören.
Leider wird die Notwendigkeit häufig verkannt und wenn der Hund nur “zum Spaß” Sport betreiben soll, wird das Röntgen ausgelassen. Dabei ist bei jeder Art von Hundesport ein gesunder Bewegungsapparat sehr wichtig!

Was ist eine Hüftdysplasie?

Die Hüftdysplasie bzw. Hüftgelenksdysplasie (kurz: HD) ist eine meist angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks, bei der Oberschenkelkopf und die Hüftpfanne nicht richtig zueinander passen. In der Regel tritt sie beidseitig auf, eine Seite ist immer stärker betroffen.

Wie entsteht eine Hüftdysplasie und welche Rassen sind betroffen?

Prinzipiell können alle Rassen betroffen sein, in den meisten Fällen ist sie genetisch bedingt. Auch eine schlechte oder zu spät versorgte Fraktur, falsche Ernährung und eine Fehl- und Überlastung in der Wachstumsphase zu einer Dysplasie führen. Des Weiteren kann auch eine altersbedingte Abnutzung des Gelenks eine HD auslösen.
Besonders beim Deutschen Schäferhund, Rottweiler, Appenzeller Sennenhund, Labrador und Golden Retriever tritt sie häufig auf.

So macht sich die Hüftdysplasie beim Hund bemerkbar

Erste Symptome zeigen sich meist im jungen Alter. Ein Ausbleiben der Symptome bedeutet allerdings nicht, dass der Hund „HD-frei“ ist.

Häufige Anzeichen sind:

  1. Das sogenannte „Kaninchenhoppeln“ – der Hund bewegt sich im Trab und Galopp voran, indem er sich mit beiden Hinterläufen gleichzeitig abstößt – also wie ein Kaninchen hoppelt.
  2. Sehr oft sieht man einen ausgeprägten Hüftschwung oder wackeligen, schaukelnden Gang – der sogenannte „LSÜ-Twist“.
  3. Viele Vierbeiner sind im Bereich der Hüfte und der Lendenwirbelsäule berührungsempfindlich.
  4. Hunde mit HD zeigen Schmerzzeichen, wie z.B. vermehrtes Hecheln, Schmatzen, Aufstöhnen, Seufzen, spontanes Knabbern und Belecken an der Hüfte.
  5. Verschiedene Formen der Lahmheit sind möglich – es kann eine dauerhafte Lahmheit auftreten, manche Hunde lahmen zu Beginn der Bewegung, gegen Ende eines Spaziergangs oder immer mal wieder.
  6. Betroffene Hunde setzen sich häufig schräg hin und lassen sich im Sitz und Platz auf eine Seite rutschen.
  7. Ein Hund mit Hüftdysplasie zeigt oft Schwierigkeiten beim Aufstehen und hinlegen – häufig verbunden mit Lautäußerungen wie Seufzen und Aufstöhnen.
  8. Alltägliche Dinge wie Treppensteigen, aufs Sofa klettern, ins Auto steigen fallen schwerer und betroffene Hunde versuchen sie zu vermeiden. Das wird dann fälschlicherweise häufig als Bockigkeit oder Sturheit abgetan.
  9. Vierbeiner mit HD zeigen vermehrt Bewegungsunlust, verlieren die Freude am Spiel mit Artgenossen und Menschen und liegen viel.
  10. Manche Hunde verändern ihr Verhalten Menschen und/oder Artgenossen gegenüber – sie sind z.B. unverträglich, aggressiv, schreckhaft oder ängstlich.
  11. Im Krankheitsverlauf wird die Muskulatur in den Hinterläufen deutlich schwächer. Zusätzlich können Verspannungen in den überlasteten Körperbereichen, wie Rücken- und Schultermuskulatur, sowie der Muskulatur der Vorderläufe ertastet werden.
  12. Bei vielen Vierbeinern kann man Wetterfühligkeit und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei feuchtem, nasskalten Wetter feststellen.

Wenn dein Hund eines oder mehrere dieser Symptome zeigt, solltest du ihn auf jeden Fall von deinem Tierarzt untersuchen lassen.
Denn es ist ganz wichtig zu wissen: dein Hund simuliert NICHT! Daher sind diese Anzeichen immer ernst zu nehmen und du solltest deinen Hund auf jeden Fall durchchecken lassen.

Hilfreiche Links:

Hier lernst du noch mehr über das Krankheitsbild HÜFTDYSPLASIE

Hüftdysplasie – aktive Übungen zum Nachmachen

Über die Autorin Martina Flocken

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Martina ist ausgebildete Physiotherapeutin für Tiere. Sie gibt viel von ihrem Wissen in ihrem Blog doggy-fitness.de weiter. Dort findet man Übungsanleitungen, Tipps und Infos rund um den gesunden Hunde-Körper. Martina veranstaltet Workshops, die sehr gefragt sind. Privat lebt sie mit fünf Katzen und zwei Podenco-Damen, von denen eine sehr sportlich ist und die andere durch ihr Handicap perfekt bei Martina aufgehoben ist. Sie engagiert sich außerdem im Tierschutz.

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Titelbild: Christoph Hähnel /fotolia.com

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  1. Die 12 wichtigsten Anzeichen bei Hüftdysplasie - erschienen auf hund-unterwegs.de sagt:

    […] Die Hüftdysplasie kann schon sehr früh – im Junghundealter – festgestellt werden. Insbesondere, wenn du mit deinem Hund sportlich aktiv sein möchtest, er in der Zucht eingesetzt werden soll oder im Schutzdienst arbeiten soll, empfehle ich dir auf jeden Fall das sogenannte Hüftröntgen.

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