Fellwechsel im Herbst: Warum unser Hund jetzt Unterstützung braucht

Fellwechsel im Herbst„Ihr Hund sieht so schlecht aus! Ist der krank?“ Wenn meine Australian Shepherd Hündin Hailey vor der Läufigkeit ihr Fell abwirft, bekomme ich solche Fragen beinahe täglich gestellt. Das nervt gewaltig. Dieses Mal glaubte ich ja Glück zu haben: Der Fellverlust war längst nicht so üppig ausgefallen wie sonst. Und dann: Herbstanfang! Schon rieseln die Haare! Ins Essen, auf und in die Kleidung, ins Bett und was-weiß-ich-wo-sonst-noch-hin. Außerdem kratzt und beißt sie sich ständig, was besonders nachts dazu führt, dass ich ständig aufwache. Schließlich schläft das Tier im Bett. Eins ist klar: Ich muss dringend was tun, damit dieser Haarausfall schnell ein Ende nimmt.

Als erstes wälze ich ein Tierarzt-Magazin und erfahre: Im Gegensatz zum Menschen, wo aus einem Follikel gerade mal ein Haar wächst, sind es beim Hund gleich mehrere. So ist ein Grannenhaar von mehreren Wollhaaren umgeben. Wobei letzteres das Unterfell bildet und dicht genug ist, um vor Kälte und Hitze zu schützen. Und bevor jetzt wieder jemand sagt „Mein Hund hat aber gar kein Unterfell!“ – Natürlich gibt es Unterschiede: Je nach Rasse wird kein, wenig oder viel Unterfell gebildet. Deshalb müssen einige Hunde im Winter ja auch einen Mantel tragen.

Foillikel Hund

Aber nun zurück zum Grannenhaar. Das ist länger als das Wollhaar und hat eine härtere Struktur.
Es bildet das Deckhaar, wirkt ebenfalls isolierend und schützt vor Hautverletzungen.

 

Wahre Schönheit kommt bekanntlich von innen und spiegelt sich im Aussehen wider

Ein ausgewachsener, gesunder Hund produziert pro Jahr zwischen 60 und 80 Gramm Haare pro Kilogramm Körpergewicht (Buksch, 2010: „Hautkrankheiten beim Hund“).

Fellkneull Soweit also die Basics.

 

Fellwechsel ist wichtig

Hunde haben nur an den Pfoten Schweißdrüsen. Deshalb hecheln sie um den Teperaturausgleich zu schaffen. Im Grunde ist es ganz einfach: Im Frühjahr sorgt der Fellwechsel dafür, dass Hunde im Sommer nicht so schwitzen. Im Herbst tauschen sie das Sommer- gegen das Winter-Fell.
Dichtere Haare wachsen nach, um die Haut vor Kälte und Nässe zu schützen.
Dieser Prozess dauert zwischen sechs bis acht Wochen und ist im Herbst schneller abgeschlossen, als im Frühjahr. Haare wachsen nicht permanent, sondern zyklisch, wobei der Zyklus von verschiedenen Faktoren abhängig ist: Licht, Umgebungstemperatur, Ernährung, Gesundheitszustand, Fütterung.

 

Kastrierte Hunde haaren immer

Während meine Hündin in dieser Zeit wie ein Hungerhaken aussieht, sieht man anderen Vierbeinern den Fellwechsel kaum an. Wie viel ein Hund haart hängt nämlich von der Rasse und vom Hormonstatus ab. Hündinnen verlieren ihr Fell vor oder nach der Läufigkeit, Kastraten hingegen das ganze Jahr über.

 

Hunde, die nicht haaren… müssen zum Frisör!

Dann noch dieses fiese Grinsen von den Pudel-Besitzern! „Tja! Mein Hund haart nicht! Auf dieses ganze Fell in der Bude hätte ich auch kein Bock!“ Zwar wächst das Fell von Pudel, Jagdterrier & Co permanent, aber es fällt eben nicht selbstständig aus. Stattdessen muss nachgeholfen werden, damit der Juckreiz nicht unerträglich wird. Deshalb geht’s regelmäßig zum Frisör!

Hundefriseur
Das muss ich mit meinem Hütehund zum Glück nicht. Im Gegenteil, das wäre sogar kontraproduktiv! Bei Rassen wie dem Aussie, dem Golden Retriever oder dem Border Collie befindet sich das Haar nämlich außerhalb des Fellwechsels im Ruhezustand. Einwirkungen wie die Sommerschur schaden. Sie bewirken, dass die Unterwolle so schnell wächst, dass das Deckhaar nicht mehr hinterher kommt – eine Verwollung entsteht!

 

„Haarausfall“ strengt den Körper an!

So sinnvoll also dieser saisonale Fellwechsel auch ist, so anstrengend ist er auch. Nicht nur für mich, weil ich ständig staubsaugen und mich umziehen muss. Der Stoffwechsel unseres Vierbeiners hat jetzt einiges zu tun, damit das alte abgestoßen und das neue, dicke Haar aufgebaut wird.

Damit das reibungslos – am liebsten auch zügig – klappt, hier ein paar wertvolle Tipps:

  • Eiweiß ist Gold wert! – Da die Haare zum Großteil aus dem Eiweiß Keratin bestehen, steigt der Bedarf an hochwertigen Eiweißen. Umso wichtiger ist es deshalb, dem Vierbeiner entsprechend qualitativ-hochwertiges Futter zu geben.
  • Damit das Fell glänzt!Lachsöl oder Leinöl sind das Mittel der Wahl, wenn das Fell gesund aussehen und glänzen soll.
  • Auf die richtige Bürste achten! – Nicht nur, dass die losen Haare Juckreiz bei unserem Sozialpartner Hund auslösen, das Fell kann auch seine Funktion nicht erfüllen, wenn es nicht die richtige Pflege erhält. Verknotungen und Verfilzungen müssen heraus gebürstet, die Talgdrüsen angeregt werden.
  • Die tägliche Pflege ist ein Muss – und reduziert obendrein das Haaren! Um die Fellstruktur nicht zu schädigen, ist es allerdings wichtig, die richtigen Grooming-Werkzeuge zu verwenden. Die Wahl der Bürsten oder Kämme ist abhängig von der Felltextur- und -länge.

Übrigens: Haarpflegeprodukte für den Menschen sind für Hunde nicht empfehlenswert.

 

Probleme mit dem Fell – Woran kann es liegen?

Wenn das Fell kahle Stellen aufweist, die Haut gerötet ist oder der Hund sich ständig kratzt, kann das auch ein Hinweis auf Parasiten oder eine allergische Reaktion sein. Zum Beispiel auf einen zu hohen Getreideanteil im Futter. Denn der verhindert, dass der Organismus Zink aus der Nahrung aufnehmen kann. Ein Mangel an Zink begünstigt Schuppenbildung, Juckreiz und schwächt unter Umständen sogar das Immunsystem.
Das gleiche trifft auf anhaltenden Stress zu. Er kann zusätgzlich zu Haarverlust un vermehrter Schuppenbildung führen. Zusätzlich führt er zu Haarverlust und vermehrter Schuppenbildung.
Wechselt der Hund hingegen gar nicht sein Fell, ist möglicherweise eine Stoffwechselstörung der Grund. In diesem Fall sollte ein Tierarzt konsultiert werden.

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