Giftköder-Alarm – Wie kann ich meinen Hund schützen?

Giftköder-Alarm-So schützen Sie Ihren Hund vor Giftködern

Gemeinsam mit einer Kundin spazierte ich mit drei Hunden durch ein Waldstück an unserem Hundeplatz.

Als wenig später dort eine befreundete Hundepensions-Betreiberin mit einer Hundemeute ebenfalls dort Gassi ging, hörte ich plötzlich einen Schrei. Einer der Hunde hatte am Wegesrand einen Giftköder aufgenommen. Es war in einem Hackbällchen versteckt. Der Rüde hatte dieses so schnell verschlungen, dass Melanie keine Chance mehr hatte, es ihm wegzunehmen. Nur der schnelle Gang zum Tierarzt konnte das Leben des Vierbeiners retten.

Tierhasser sind kreativ

Der Vorfall hat mich zutiefst beunruhigt. Schließlich war es pures Glück, dass meine Hunde sich nicht auf den Hackfleisch-Köder gestürzt hatten. Wenn es darum geht, Fellnasen möglichst qualvoll verenden zu lassen, sind die Tierhasser kreativ. Sie spicken meist Fleisch oder Wurst mit Glasscherben, Nägeln, Rasierklingen, Rattengift oder Schneckenkorn. Selbst dem bequemsten Hundehalter wird so langsam klar, dass er wachsam sein und am besten sogar Maßnahmen zum Schutz seines Tieres ergreifen muss.

Wie Sie Ihren Hund vor Giftködern schützen können

Klar, die einfachste Variante ist der Maulkorb. Aber wer möchte schon in der Öffentlichkeit als „Halter eines gefährlichen Hundes“ dastehen? So kommt, dass die Wenigsten den Korb dauerhaft zum Einsatz bringen. Eine andere Lösung muss her.

Tabu-Training

Am einfachsten ist es, dem Hund schon als Welpe beizubringen, dass alles, was am Boden liegt, „tabu“ ist.

Dazu legt man gezielt vor dem Spaziergang – auf der Gassiroute – Futter aus.

Zeigt der Hund Interesse an der Ressource, beansprucht man diese körperaktiv für sich.

Das geht am einfachsten mit dem Fuß. Gleichzeitig wird ein Stopp-Signal verwendet, ein Kommando oder ein Geräusch– je nach dem, womit man sich am wohlsten fühlt.

Lässt die Fellnase nun von dem Futter ab, erfolgt unmittelbar eine leckere Belohnung aus der Hand.

Ganz wichtig: Das Futter am Boden darf dazu nicht verwendet werden.

Nach einigen Wiederholungen reicht meist schon das Stopp-Signal aus, um den Vierbeiner von dem „verbotenen“ Futter abzuhalten.

Natürlich sollte diese Übung regelmäßig wiederholt und auch auf anderen Spazierwegen generalisiert werden, damit das Tier gar nicht mehr in Versuchung gerät.

Das ist EINE Methode. Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Welcher der richtige ist, das hängt von dem jeweiligen Mensch-Hund-Team ab.

Eines haben jedoch alle Übungen gemeinsam: Sie bedeuten Arbeit.

Vor allem Vertretern besonders verfressener Rassen wie Labrador oder Australian Shepherd fällt der Verzicht schwer.

Aus diesem Grund rate ich davon ab, Anti-Giftköder-Training immer an den gleichen Orten, den gleichen Stellen oder zu den gleichen Uhrzeiten durchzuführen.

Viele Hunde merken sehr schnell, dass es sich um eine konstruierte Übungs-Situation handelt und schnappen sich dann doch wieder den nächsten Happen, wenn das Training vorbei ist.

Das Futter sollte auch nicht grundsätzlich auf dem Weg liegen, sondern auch mal im Gebüsch, im Gras, etc.

Ich empfehle außerdem, sowohl Beute, als auch Belohnung zu variieren.

Wenn Hundehasser Fleisch oder Wurst auslegen, sollte eben auch mal mit Hackfleisch trainiert werden.

 

Trotz allem darf man nicht vergessen, Hunde sind keine programmierbaren Computer. Letzten Endes gibt es leider keine 100%ige Garantie, dass die Fellnase nicht doch mal einen Giftköder verschluckt, weil der so lecker riecht.
Deshalb: „Passt auf Eure Hunde auf!“

 

Anti-Giftköder-Training Basisübung:

Vor dem Spaziergang platziert man das Leckerli auf dem Boden. Zeigt der Hund Interesse daran, beansprucht man dieses körperaktiv, zum Beispiel mit dem Fuß. Oder aber indem man den Vierbeiner sanft mit dem Oberschenkel zurück schiebt. Lässt er daraufhin von dem Leckerli ab, wird er direkt mit einem besonderen Leckerchen und Lob bestätigt.

Anti-Giftköder-Training Fortgeschrittene:

Es gibt auch die Möglichkeit, den Hund das Fressbare anzeigen zu lassen. Hierzu wird ihm zunächst beigebracht, sich vor dem Leckerli abzulegen. Anschließend soll er lernen, diese Übung selbstständig auszuführen.

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Kommentare

  1. Mmmh, ich halte die Trainingsmethode für nicht zielführend. Der Regelfall bei Giftködern dürfte sein, dass diese nicht auf dem Weg, sondern im Gebüsch liegen. Das was der Hund hier jedoch lernt, ist dass er im Beisein seines Herrchens nichts vom Boden aufnehmen darf. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass der Hund, wenn er die Entscheidung alleine treffen kann sich ähnlich verhält.

  2. Sebastian Becker meint:

    Bin seit meiner Kindheit immer Hunde gehabt.Später hat sich das entwickelt und wurde Profesioneller. Bind dann Mitglied im Deutschen Schäferhundeverband geworden. War aktiv tätig und habe immer mit meinen Hunden auch intensiv Prüfungen absollviert. Meine Meinung ist die ,das der Hundebesitzer mitschuldig ist ,weil er zum Beispiel die Hinterlassenschaften nicht beseitig werden usw..Ich möchte doch die Hundebesitzer sich selber an die Brust zu klopfen und zu sagen,mit einander. In der Hoffnung Ihnen Hilfreich sein zu dürfen verbleibe ich Seb. Becker!

    • Dietlinde meint:

      Hallo, das kannst du echt vergessen. Seit Anbeginn hebe ich die Hundehaufen auf. Aber selbst als es in unserer Gemeinde verpflichtend wurde, tat es fast keiner. Es ist blamabel. Ich kann wirklich die Wut darüber kriegen! Selbst Diskussionen mit entsprechenden Hundehaltern haben nicht den allergeringsten Sinn. Es müsste extrem hohe Strafen dafür geben, aber das ist in unserem Land nicht möglich. Gruß Dietlinde

  3. Christian Schröder meint:

    Ich denke ähnlich wie Marc.
    Alles was offensichtlich ist, kann man sicherlich beibringen, aber wenn der kleine Vierbeiner mal im Gebüsch ist, dürfte das Training zum Großteil dahin sein…

    Wobei es sicherlich nicht schaden kann, dieses Training zu machen, alles ist besser als nichts zu tun!

  4. Ja das ist echt furchtbar mit diesen Giftködern. Wir leben glücklicherweise in einer meiner Meinung nach doch sehr hundefreundlichen Umgebung. Ich habe die Tricks mir notiert und werde Sie in den nächsten Wochen bei meinen Hunden testen. Denke aber auch wie meine Vorredner, dass es sehr schwer wird wenn die Hunde sich mal 100-200 Meter wegbewegen. Vielen Dank.

  5. Hallo,

    vielen dank für deinen Hilfreichen Beitrag. Ich habe auch immer Angst das einer her Köder auslegt.. kommt leider auch bei uns in der Region oft vor.

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