Hund unterm Weihnachtsbaum – warum eigentlich nicht?

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Ja, warum eigentlich nicht? Eines ist doch klar: Wer diesen Artikel liest beziehungsweise überhaupt schon mal zur Kenntnis genommen hat, der gehört mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu jenen Mitmenschen, die unüberlegt dem quengelnden Nachwuchs einen Vierbeiner als Weihnachtsüberraschung unter den Tannenbaum legen. 

Und schon gar nicht aus dem Kofferraum kaufen oder auf den Tiermärkten hinter der deutsch-polnischen Grenze oder von dubiosen Vermehrern, Zoohändlern oder Internethundemafiosi.

Diese Erkenntnis wird aber leider wenig Auswirkung auf die Tatsache haben, dass nach den Feiertagen wieder viele vierbeinige Geschenke in den Tierheimen landen. Tiere, die den gewünschten Überraschungseffekt ausgelöst haben… und das war´s.

Doch gleich alle Menschen abzuwatschen, die sich zu Weihnachten den Wunsch nach einem Haustier erfüllen, ignoriert den Fakt, dass viele Zweibeiner auch eben diesen Zeitpunkt gewählt haben, weil sie über die Festtage und „zwischen den Jahren“ eben mehr als nur ein Wochenende Zeit haben, den neuen Mitbewohner willkommen zu heißen und in die Familie aufzunehmen. Sie sind gut informierte und vorbereitete Zeitgenossen, die sich natürlich nicht das Haus voller Gäste laden oder anderen Remmidemmi veranstalten, sondern sich dem tierischen Zuwachs an extra dafür eingeplanten, ruhigen Tagen ganz besonders aufmerksam zuwenden. Mithin also Tierhalter, die wohl überlegt und vorausschauend geplant haben, um sich den Bedürfnissen des neuen Familienmitglieds und den sich verändernden Tagesabläufen anzupassen.
Bei Hunden ist besonders hervor zu heben, dass viele Winterwürfe im Zeitraum von acht bis zwölf Wochen vor Heiligabend fallen, und dementsprechend tatsächlich Weihnachten der zeitgemäße Abgabetermin ist.

Einen Hund schenkt man nicht?

Doch, das kann man schon machen. Im Idealfall sich selbst und den Herzensmenschen drumherum. Und natürlich ist der sehnlichst erwartete Zuwachs schon des Öfteren zuvor besucht worden, der Züchter hat sich ausgiebig über die neuen Lebensumstände des abzugebenden Welpen informiert und für gut befunden, und die zukünftigen Besitzer sind darauf vorbereitet, was an Verantwortung in den nächsten 13 bis 15 Jahren auf sie zukommt.

Diesen Hundehaltern in spe ist auch durchaus bewusst, dass ein Hund nicht nur Futter, Steuern, Versicherung und Tierarztkosten bedeutet und zwei bis drei Mal Gassigehen am Tag.

Den Neuankömmling erwarten ein welpengerechtes, also gesichertes neues Zuhause, sorgsam ausgewählte Näpfe, ein Hundekorb oder Kissen und eine alters- wie witterungsgemäße Ausstattung mit Halsband und Leine, gegebenenfalls Geschirr und Hundemantel. Natürlich sind Futterart, -menge und -zeiten vom Züchter erfragt und vorab schon entsprechend eingeplant worden. Den großen und kleinen Neu-Hundebesitzern ist klar, dass ein Hundebaby auch viel Schlaf und einen entsprechenden Rückzugsplatz benötigt… und der Zeitungsstapel ist schon über Wochen beeindruckend angewachsen.
Fazit: Hier treffen die alle Jahre wieder epidemisch verbreiteten Zeigefinger-Apelle, wonach ein Hund kein Weihnachtsgeschenk ist, definitv die Falschen.

Verantwortung liegt nicht allein beim Welpenkäufer

Wie bereits erwähnt: Einen guten Züchter zeichnet nicht nur aus, dass er alle Fragen der Interessenten für seine Welpen umfassend und geduldig beantwortet, sondern, dass er sich seinerseits sehr intensiv für das neue Zuhause seiner Hundekinder interessiert. Kleine Wohnung oder Haus mit Garten? Stadt oder Land? Wer wird die Hauptbezugsperson sein? Wer kümmert sich, wenn diese Person mal abwesend ist? Wie sind die Urlaubspläne der nächsten Jahre? Welche Hundeaktivitäten sind angedacht?

Viele Fragen, mit denen der verantwortungsvolle Züchter herausfinden möchte, ob vor ihm die richtigen Halter für seine Hunde stehen. Außerdem behält er sich ein vertraglich vereinbartes Rückkaufrecht vor, für den Fall, dass der kleine Vierbeiner nicht artgerecht gehalten wird.

Derart geplant und gut vorbereitet, kann man allen Zwei- und Vierbeinern, die an Weihnachten ihre neue Lebensgemeinschaft begründen, nur das Allerbeste für eine hoffentlich lange gemeinsame Zukunft wünschen!

Diese Wünsche begleiten natürlich auch jene Hundefreunde, die sich zwar ihren Hundewunsch zu Weihnachten erfüllen, aber den neuen Mitbewohner erst nach den Feiertagen zu sich nach Hause holen. Vielleicht sogar aus dem Tierheim, wo ihn weniger verantwortungsvolle und überforderte Menschen erst kurz zuvor abgegeben haben…

Unser Tipp: Wer in einem Großstadttierheim nicht fündig wird, der statte doch mal den kleinen Tierheimen in der ländlichen Umgebung einen Besuch ab. Mit weniger Medienaufmerksamkeit bedacht und mit kleineren Werbebudgets ausgestattet, bleibt die Arbeit dieser nicht minder engagierten Tierschutzeinrichtungen oft vergleichsweise unbeachtet, seinen liebenswerten tierischen Bewohnern zum Nachteil.

Kommentare

  1. Wirklich ein sehr schön geschriebener Artikel, ich hatte schon befürchtet, die üblichen mahnenden Zeilen zu lesen, dass man sich das vorher gut überlegen muss…(was natürlich nicht zu bestreiten ist). Das einzige was ich noch anzumerken hätte ist, dass man dieses "tierische Geschenk" für niemanden als Überraschung schenken sollte, sondern immer in Absprache mit allen engeren, aber auch weiteren Freunden – nicht das zu Weihnachten noch ein Besuch vorbeikommt, der Angst vor Hunden hat 😉 . LG Karl

  2. Wenn man von einer überlegten und aufgeklärten Gesellschaft ausgeht, dann stimmen die Überlegungen natürlich. Dann ist Weihnachten vielleicht ein guter Zeitpunkt, das neue Familienmitglied willkommen zu heißen. Leider muss es aber doch eine große Anzahl von Menschen geben, die eben genau nicht in dieses Schema passen und den lieben Kinderlein das kleine Welpenwuzi unter den Christbaum legen, ohne sich zu überlegen, was das für die nächsten Jahre bedeutet. Sonst würden die Tierheime nach Weichnachten nicht jedes Jahr überquellen. Also ein paar Zeige-Finger-Appelle darfs schon geben :-). LG Max

  3. siLke Seidel meint:

    kann mir keinen leisten doch wwünsche ich mir sehnlichast einen

  4. Niemals beim Züchter kaufen, die Welt ist schon voll mit Tierleid. Und in die Tierheimen sind viele tolle Hunden und Katzen usw. Auch in Tierheimen in Spanien, Italien, Osteuropa kann man ein Tier vom Tod oder trauriges Leben im Käfig retten. Vorher informieren über was für ein Hund zu Ihnen/euch/dich/Sie passt. Dast ist schon wichtig. Es gibt sehr aktive Hunden und weniger aktive, es gibt sehr sensibele Hunden (Windhunden zB) und sehr hektische extroverte Hunden. Es gibt Hunden die Auslauf brauchen und Kumpels, usw. Viel Erfolg!

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