Hundewelpen im Zoofachhandel kaufen?

Einen lesenswerten Beitrag zum Vorhaben des seinen Angaben zufolge größten  Zoofachgeschäfts der Welt Zajac aus Duisburg habe ich im Hundeblog von Inka Burow entdeckt. In einem Gastbeitrag des Blogs beschreibt die Hundetrainerin und Verhaltensberaterin Melanie Schneider die Pläne Zajacs, zukünftig in seinem Zoofachhandel auch Hundewelpen zu verkaufen. Vor Ort hat sich Melanie Schneider umgesehen und schildert ihre erschreckenden Eindrücke im o.g. Beitrag.

Als Züchterin von Golden- und Labrador Retrievern dreht sich mir ehrlichgesagt der Magen um, wenn ich nur daran denke, wie Hundewelpen in den so wichtigen ersten Lebenswochen einem solchen Umfeld ausgesetzt sind. Die schon im Rohbau stehende Anlage besteht aus 9 Zwingern, die jeweils einen Wurf  Welpen beherbergen sollen. Bei Auslastung der Anlage werden demnach 80 bis 100 Welpen gleichzeitig vor Ort sein. Bevor die Welpen in den Verkauf gelangen, müssen sie eine Woche in Quarantäne.

Ungefähr 10.000 Besucher alleine an einem Wochenende bei Zoo Zajac bescheren den Welpen Stress, Hektik und Lärm. Von daher kann ich dem Fazit von Melanie Schneider nur zustimmen und hoffen, dass diese Rechnung nicht aufgeht und das Vorhaben vielleicht doch noch verhindert werden kann. Jeder seriöse Züchter steckt eine Menge Herzblut, Zeit und Liebe in die Aufzucht „seiner“ Welpen, verbringt unzählige Stunden mit den kleinen Lebewesen sowie den potentiellen Welpenkäufern und sorgt dafür, dass die Welpen entsprechend ihrer jeweiligen Entwicklungsphase eine ausgeglichene Mischung zwischen Ruhe und Input in Form von Spielen, Lernen  sowie Entdeckungstouren erhalten und letztendlich sozial geprägt werden. Daher hoffe ich, dass dieses Vorhaben noch verhindert werden kann und Hundewelpen zukünftig nicht mit einem Barcode auf dem Kopf über das Fließband einer Kasse gereicht werden.

 

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Kommentare

  1. Eine Riesensauerei, wie ich finde. Leider lässt es sich offenbar nicht verhindern und für die armen Welpen, die dort großem Stress ausgesetzt sind, wird es kaum Hilfe geben. Ich kann nur jedem abraten, dort einen Hund zu kaufen. Erstens weiß kein Mensch von welchem Züchter die Tiere kommen (und ich nehme an, es werden eher "Vermehrer" sein als Züchter, weil letztere keine Welpen so zum Verkauf hergeben)  und zweitens dürften die Welpen, ziemlich traumatisiert sein dass ich befürchte, dass die armen Tiere alle an irgendwelchen Macken und Neurosen leiden werden. Und: Was passiert, wenn er die Tiere nicht an den Mann bekommt? Wird der "Überschuss" eingeschläfert?

  2. sabine meint:

    Man muß gegen diesen Welpenhandel handeln. Man kann da doch nicht zus chauen. Aber was kann man tun? Hätte ich Kohle würde ich diese leute anklagen, ist es nicht Tierquälerei? Wenn einer anfängt kommt der nächste Idiot mit Welpen in seinem Laden. Was macht der Tierschutz? Es muß mehr Aufklärung passieren!!!
     

    • Hallo Sabine, danke für Deinen Beitrag. Wir finden diese Entwicklung auch schrecklich und hoffen, dass diese Art und Weise des Welpenverkaufs doch noch gesetzlich gestoppt werden kann.

  3. Claudia meint:

    Der Welpenverkauf wurde leider nicht verhindert. Die ersten Welpen sind am 13.01.2012 eingetroffen. Sie müssen nach der Ankunft eine Woche in Quarantäne.Das mit dem Verkauf aufgehört wird passiert bestimmt nur wenn niemand dort Welpen kauft und sich deshalb das "Geschäft" mit den Welpen nicht lohnt.
    Zoo Zajac rechnet lt. HP mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 4 Tagen.
    Da ist es doch wirklich sehr erstaunlich, dass die Tierheime mit Hunden und Katzen überfüllt sind.
     
    Letzten Sonntag wurde auch in der WDR Sendung "Tiere suchen ein Zuhause" darüber berichtet.

    • Claudia, vielen Dank für Deinen Beitrag ! Ich glaube ebenfalls, dass dieser Welpenverkauf nur dadurch verhindert werden kann, indem niemand einen Welpen dort kauft. Die aktuellen gesetzlichen Regelungen reichen wohl nicht aus, um diese Geschäftemacherei zu verbieten. In den überfüllten Tierheimen befinden sich ja nicht so viele Welpen sondern häufig auch alte Hunde oder „Problemfälle“ mit einem langen Leidensweg. Ein Welpe wird wohl nicht lange im Tierheim bleiben und recht schnell einen neuen Besitzer finden.

  4. Anja Prins meint:

    Wenn die die Welpen dort "billiger" angeboten werden, als beim verantwortungsbewussten Züchter, dann ist es, wie es immer ist: Der "Endverbraucher" endscheidet, und was dabei herauskommt, sehen wir immer wieder, wenn es um das leidige Thema "Skandale um Hähnchen, Eier, Fleisch und Co". geht. Erst ungläubiges Erstaunen, "wie kann es nur sein, dass das Hähnchen für 1,99 Euro, dieses Schnäppchen, denn nur so massiv mit Rückständen belastetet ist?". Ja, wie kann das  sein??!!  Dann folgt das große Abregen, und alles bleibt beim Alten. Solange man nicht an den gesunden Verstand und die Moralische Verpflichtung unserer "lieben" Mitmenschen herankommt, wird sich bis in alle Ewigkeit nichts ändern. Auch nicht beim Thema Welpenhandel. Wir haben vor zwei Jahren eine ehemalige Zuchthündin aus dem Tierschutz übernommen, und wenn man diese unglaublich geschundenen, aber dennoch so sehr liebenswürdigen Lebewesen näher kennenlernt, bekommt man eine entsprechende Haltung zu diesem Thema.

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