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Jack-Russell-Terrier

Jack Russel Terrier Rasseportrait

Nur bedingt als Ersthund geeignet, gehört dieser pfiffige und selbstbewusste „Knipser“ in die Hände eines zur konsequenten Erziehung bereiten und fähigen Halters. Es sei denn, man steht auf Leinenterror und – verkehrte Welt – auf einen vierbeinigen Haushaltsvorstand.

Seine Meriten verdiente sich der lebhafte Frechdachs als ausgesprochen intelligenter, wendiger und ausdauernder Jagdterrier bei der Bauarbeit, für die er auch heute noch bestens geeignet ist und gern eingesetzt wird. Als unerschrockener Schädlingsbekämpfer dezimierte er außerdem nachhaltig die Nagetierbestände in englischen Reitställen und verfestigte so seinen Ruf als zäher und schier unermüdlicher Allrounder.

Man muss ihn nicht jagdlich führen, doch auch als reiner Familienhund benötigt dieses Temperamentsbündel viel Bewegung und körperliche wie geistige Herausforderungen, um als vergnügter und umgänglicher Begleiter seinem guten Ruf gerecht zu werden.
Ein gewisser Edward William L. Davies schrieb 1878 in seinem Buch „A Memoir of the Reverend John Russell and his Out-of-Door Life“ über den Pastor (engl.: Parson) und passionierten Jäger John „Jack“ Russell aus der englischen Grafschaft Devon, wie dieser 1819 die Hündin „Trump“ von einem Milchmann erwarb und sie zur Stammmutter seiner selbst gezogenen, damals allgemein üblich „Fox-Terrier“ oder „Working Terrier“ genannten, Jagdterrier-Meute machte.

E. W. L. Davies über die legendäre „Trump“:
„Zuerst einmal ist ihre Grundfarbe weiß, mit nur einem braunen Fleck über jedem Auge und Ohr und einem Fleck, nicht größer als ein Penny, auf der Schwanzwurzel. Das Fell ist dicht anliegend und eine geringfügige Rauheit schützt ihren Körper vor Nässe und Kälte. Dieses Fell hat aber keinerlei Ähnlichkeit mit dem langen rauhaarigen Fell eines Scotchterriers. Die Beine sind pfeilgerade, die Pfoten perfekt. Die Lenden und die Gestalt des ganzen Rahmens weisen auf Unerschrockenheit und Ausdauer hin, während die Größe und Höhe dem einer ausgewachsenen Füchsin entsprechen.“

Ein Porträt der kleinen Hündin hängt heute in der Sattelkammer der englischen Königin auf Schloss Sandringham.

Direkte Nachfahren dieser drahtigen Terrierdame aus der Zucht des Herrn Pfarrers wurden um 1880 nach Australien übergesiedelt, um dort einem anderen europäischen Zuwanderer auf den Leib zu rücken, dem Rotfuchs. Für die Jagd auf den listigen Reineke wurden die niederläufigen Erdhunde aus England eingesetzt, deren Aufgabe darin bestand, den Fuchs in seiner neuen australischen Heimat aus seinen vergleichsweise engen Bauen zu treiben. Nur entsprechend kleine, zähe und mutige Jagdhunde, wie die heute als „Jack Russell“ bekannten Terrier, konnten diesen Job besonders zuverlässig und erfolgreich erledigen.
Fast zweihundert Jahre nach Pastor Russells „Trump“, nämlich 1990, gab es die Rasseanerkennung durch den englischen Kennel Club, 1991 in Australien (Australian National Kennel Council) und 2000 weltweit durch die FCI (Fédération Cynologique International). Doch noch immer gibt es Streitigkeiten über den Rassestandard zwischen dem englischen Kennelclub und der FCI (Standard Nr. 345).
Schließlich erfolgte die Aufteilung in den niederläufigen Jack Russell- und den hochläufigen Parson Russell- Terrier – beides Nachfahren der Russell-Meute, die durch das Kreuzen verschiedener Jagd- und Arbeitsterrier schon im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entstand.

Richtig gehalten und gut geführt, sind beide „Jackies“ hervorragende Begleiter für aktive Menschen, die Wert auf ein selbstbewusstes, robustes und anpassungsfähiges „Cleverle“ an ihrer Seite legen, einen Terrier, der bis zu 18 Jahre alt werden kann und alles ist, nur keine genügsame couchpotatoe.

Einen ganz besonderen Vertreter der Jack-Russell- Terrier stellen wir hier vor: „Uggie“ goes Hollywood – vom Kummerhund zum gefeierten Filmstar

Kommentare

  1. Ulrike Englisch-Simons meint:

    Was Pfarrern so alles einfällt! Da bin ich immer wieder erstaunt und positiv überrascht. Mit besten Grüssen aus Braunschweig, Ulrike Englisch.

  2. Hunde-Fan meint:

    Ich finde Jack Russel Terrier extrem süß – aber habe auch schon Erfahrung mit den quirligen Kerlchen gesammelt. Wer nicht ständig action haben will, sollte vielleicht eher eine andere Rasse wählen 🙂 Ich halte ihn aber für einen guten Familienhund.

  3. Ich hatte eine richtig gute Hündin, schwarz-weiß mit sehr viel schwarz, sie wurde 15,5 Jahre alt. War sehr schlau, hat ohne viel üben sehr viel gekonnt. Obwohl wir ein sehr gutes Vertrauensverhältnis hatten, ein Schmuser war sie nie! Vor 3 Jahren ging sie über die Regenbogenbrücke!

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