Kastration? – Lasst Eure Hunde ganz!

kastration-nein.jpgSchnippschnapp, Probleme ab? Schön wär´s. Doch ein Hund ist ein Lebewesen. Eines mit Seele und Verstand und kein Spielzeug, an dem beliebig herumgedoktert und –gebastelt werden darf, damit es genehmere Formen annimmt.

Man stelle sich vor: Ersttermin mit Welpe beim Tierarzt. Die freundliche Arzthelferin am Empfang erbittet Namen und weitere Daten zum Hund. Sie notiert Rasse, Wurfdatum und Geschlecht und fragt dann routiniert weiter: „Und, schon kastriert?“ – „´Tschuldigung? Sie haben doch eben aufgeschrieben, dass die Kleine erst 13 Wochen alt ist?!“ – „Ja, stimmt. Acht Monate sollte sie natürlich schon alt sein. Also am besten vor der ersten Läufigkeit.“

Fiktion? Überbordende Fantasie der Autorin? Keineswegs. So geschehen in einer renommierten veterinärmedizinischen Großstadtpraxis vor wenigen Tagen.

Vielen Hundehaltern ist schon bekannt, dass ein kastrierter Hund weder zwingend unerwünschte Verhaltensformen ablegt noch dass man ungewollte Trächtigkeiten in gemischtgeschlechtlichen Hundegruppen nicht anders unterbinden könnte. Was aber wenige Halter wissen, ist, dass man durch Kastrationen viele Verhaltensprobleme sogar noch verschlimmern kann.

Keinen Grund für DAS Hund!

So haben Verhaltensweisen wie übertriebene Futter- und Revierverteidigung, Aufreiten oder andere stereotypisierte Dominanzgesten häufig einen anderen, als einen sexuell begründeten Hintergrund. Aus verhaltensbiologischer Sicht also kein Anlass, um aus Hündin und Rüde ein geschlechtsneutrales Geschöpf zu schnippeln. Im Gegenteil: Hunde mit Angstaggressionen beispielsweise reagieren nach Kastration (chirurgische Entfernung der Hoden bzw. der Eierstöcke) häufig noch aggressiver, weil ihnen dann die auch Angst mindernd wirkenden Sexualhormone fehlen.
Sowohl Streunen wie auch unerwünschtes Paarungsverhalten können durchaus schon hormonell so im Tier angelegt und verknüpft sein (bei Rüden teilweise schon vorgeburtlich, man spricht von der „Maskulinisierung des Gehirns“), dass auch nach einer Kastration bestimmte visuelle oder Geruchs-Reize allein ausreichen, um (wieder) den Rundgang durch die Gemeinde anzutreten oder einer läufigen Hündin zu folgen und sie zu belästigen.

Babyhund für immer?

Neuster Trend also: Frühkastration. Was davon zu halten ist, kann jeder Leser selber einschätzen, wenn er weiß, dass eine vor ihrer ersten Läufigkeit kastrierte Hündin weder körperlich noch geistig ausgereift ist. Mit dem chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose wird der natürliche Pubertätsprozess gestoppt oder von vornherein vollständig unterbunden und die nicht ausgewachsene Hündin, wie auch ein frühkastrierter Rüde, bleibt mental auf dem Stand eines Junghundes. Auch sind diese ohne medizinische Notwenigkeit operierten Hunde beiderlei Geschlechts später meist entweder auffällig kleiner oder auffällig größer als ihre ausgewachsenen, nicht kastrierten Artgenossen. Grund: Entwicklungsstörungen wegen der beschränkten oder gänzlich ausgebliebenen Pubertät. Die Wachstumsfugen (Epiphysen) in den Röhrenknochen größerer Rassen schließen sich mitunter zu langsam oder gar nicht und die kastrierten Tiere werden zu schnell zu groß. Eine mögliche Folge ist ein ungünstig proportioniertes Gangwerk, was wiederum häufig zu einer eingeschränkten Motorik führt und dann zusätzlich mit schmerzhaften Arthrosen einhergeht.

Ob Frühkastrationen bei Hündinnen tatsächlich die Wahrscheinlichkeit von Gesäugetumoren reduzieren, ist nicht nur unzureichend belegt, sondern aktuell mehr als höchst strittig. Es mehren sich eindeutige Hinweise darauf, dass eher zu proteinreiches Futter und deutlich überhöhtes Körpergewicht, vor allem im ersten Lebensjahr, sowie das häufige Unterdrücken von Läufigkeitszyklen durch Hormongaben die eigentlichen Auslöser für die Tumoren sind.

.. und dann kommt´s dicke

Nach der Kastration wird aus einem gesunden, altersgemäß entwickelten Hund zusehends schnell eine betagte Fellschnauze. Was viele Halter als Wesensveränderung deuten, ist vielmehr ein durch die Kastration hervorgerufener beschleunigter Alterungsprozess, also eine körperliche Veränderung, um nicht zu sagen Verfall: Die Muskeln bilden sich zurück, das Bindegewebe erschlafft, Fellstruktur und –dichte verändern sich, die Stoffwechselprozesse sind deutlich verlangsamt, die Knochendichte nimmt ab.

Kastrierte Hündinnen werden nicht selten inkontinent (sog. Harntröpfeln) und kastrierte Rüden wegen ihrer nicht mehr erkennbaren, sprich nicht mehr erriechbaren Geschlechtszugehörigkeit von unkastrierten Hundekerlen gern mal heftigst gemobbt, üble Beissvorfälle inklusive, die manch ein Halter mit der Kastration ja zu minimieren hoffte. Nun geht also der kastrierte einstige Raufer erst recht auf seine männlichen Kollegen los, sozusagen prophylaktisch, weil er deren Mobbingattacken fürchtet. Da beißt sich die Katze, ähm, der Hund in den Schwanz.

Kastration = Amputation = Straftat

Auch wenn die Kastration derzeit der am häufigsten durchgeführte Eingriff in Deutschlands Tierarztpraxen ist, ist sie aus rechtlicher Sicht keineswegs unbedenklich. Denn das deutsche Tierschutzgesetz (§6) verbietet ganz klar die vollständige oder teilweise Amputation von gesunden Körperteilen. Zu letzteren zählen auch die Geschlechtsorgane!

Zwar gibt es zu dieser eindeutigen Regelung eine Ausschlussklausel, die besagt, dass eine Amputation (hier: Kastration) zur Verhinderung unkontrollierter Fortpflanzung erlaubt ist. Doch „unkontrolliert fortpflanzen“ kann sich hierzulande wohl eine Katze, die freien Auslauf hat, nicht aber ein Haushund in menschlicher Obhut, also unter der Kontrolle eines Halters.
Selbstverständlich gilt diese Vorgabe nicht für medizinisch notwendige Eingriffe bei einem erkrankten Tier.

Auf „Argumente“ wie Sauberkeit (Vermeidung von Blutflecken während der Läufigkeit) oder bessere Führigkeit (wie wär´s mit artgerechter und wesensgemäßer Erziehung?) soll hier nicht näher eingegangen werden. Wer solche Überlegungen PRO Kastration ins Feld führt, ist nicht nur kurz davor, eine Straftat zu begehen (s. oben), sondern der lasse am besten gleich die Finger vom nicht programmierbaren LEBEWESEN Hund und kaufe sich einen batteriebetriebenen Robodog, an dem er herumbasteln und den er nach Bedarf und Bedürftigkeit beliebig ein- und ausschalten kann.

Mein Hund bleibt ganz! Das sag ich jetzt auch meinem Tierarzt…

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Kommentare

  1. Claudia Drysdale meint:

    Mein Rüde wurde mit 9Monaten kastriert weil er die Katzen rammelte, andere Hunde wurden gerammelt, Spielzeugtiere wurden gerammelt und jede Decke wurde gerammelt. Er begann auch im Haus zu markieren.

    Die Rammlerei und das Markieren sind seit kurz nach der Kastration kein Thema mehr, er ist immer noch ein toller Hund und viel weniger gestresst und er ist auch erwachsen geworden.

    Mit anderen Hunden hat er keine Probleme und sie mit ihm in der Regel auch nicht.
    Sein Gewicht ist tip top, er hat damit überhaupt keine Probleme. Er bekommt genügend Bewegung und die empfohlene Futterration. Ich würde es immer wieder tun lassen!

    Meinen grossen Rüden habe ich nicht kastrieren lassen, da ich nie grössere Problem mit ihm hatte. Obwohl andere unkastrierte Rüden bei ihm viel mehr reagieren als bei meinem kastrierten Rüden.
    Vorhautkatarrh ist beim Unkastrierten immer wieder ein Thema, beim Kastrieren überhaupt nicht.

    Also, je nach Hund kann eine frühe Kastration schon Sinn machen!

    • Ja da hast Du insoweit recht, da Dein Hund eben in punkto Hormone nicht in Ordnung war, sonst gäbe es nicht dieses unkontrollierte rammeln. Dann ist es oftmals die einzige Möglichkeit dem Hund ein ordentlichen Leben zu schaffen, oder man chipt ihn. Das ist aber auf Dauer auch keine Lösung. Dua hast es mit diesem Rüden richtig gemacht .
      Normal veranlagte Rüden sind nicht so !

    • Anke M. Hofer meint:

      Es gibt aber auch Fälle – wie z.B. bei meinem Nachbarhund – bei denen die Rammelei nach der Kastration genauso weiter geht. Eine Kastration ist keinesfalls immer DIE Lösung schlechthin!

    • Judith T meint:

      Tja dann hoffen wir jetzt mal das der Hund nicht an Knochenkrebs erkrankt, das ist nämlich das Risiko bei so einer frühen Katration. Die Chance daran zu erkranken steigt ungemein und ich versteh den TA nicht das man nicht zumindest bis zum 1. Lebensjahr damit wartet.
      Noch dazu ist das gerade die pubertäre Phase gewesen, hätte sich also durchaus von selbst geben können.
      Das Risiko für eine Schildrüsenerkrnkung ist auch erhöhrt worden.
      Ich würde auf beides ein Auge haben.

      • Brigitte meint:

        Danke Judith, da erspare ich mir einen langen Kommentar. Natürlich gibt es einige wenige Indikationen, bei denen eine Kastration sinnvoll ist, aber NIE eine Frühkastration. Es ist schade, daß viele Tierhalter (bei den Katzenhaltern ist es nicht anders) so schnell aufgeben und nicht gewillt sind auch mal einige Monate mit ihrem Tier durch eine schwierige Zeit zu gehen. Pubertät ist eben nicht immer Zuckerschlecken, weder für das Tier, noch für den Halter – aber da muß man durch. Wer Kinder hat muß da ja auch durch.

    • Janine meint:

      9 Monate … also total im pupertärem Alter. Die Hormone sprießen nur so aus dem Junghund und du deutest es als zuviel Rammelei (die ich im übrigen von Anfang an unterbunden hätte). Aber stimmt schon .. es ist einfacher die Eier abschneiden zu lassen, statt ersteinmal abzuwarten, zu trainieren (Rammelei unterbinden) und dann zu schauen ob es mit einem Alter von 2-3 Jahren immer noch so schlimm ist.

  2. Jirina Raeder meint:

    Ein Beitrag der sehr einseitig geschrieben ist, also nur contra Kastration. Einiges aus dem Inhalt ist auch nicht korrekt. Es gibt beispielsweise wohl Studien (USA) die belegen, dass Hündinen vor der zweiten Läufigkeit kastriert, deutlich weniger häufig an Mamatumoren erkranken, als unkastrierte. Kastrierte Hündinen werden auch nicht oft inkontinent sondern in seltenen Einzelfällen.
    Natürlich ist eine Kastration kein Mittel gegen alle Verhaltensprobleme.
    Man sollte aber trotzdem nicht verheimlichen, dass es in manchen Situationen durchaus
    Helfen kann.
    Als unser Rüde geschlechtsreif wurde und er läufige Hündinen in der Nachbarschaft witterte
    War er völlig außer sich. Er vergaß auf Spaziergängen sein Geschäft zu erledigen.
    Vielmehr hielt er an jeder Pipistelle an, roch intensiv daran , klapperte mit dem Unterkiefer
    bis schaumiger Speichel aus seinem Maul lief. Er lief die ganze Nacht durch die Wohnung ohne zu schlafen. Als der Hund mit zwei Jahren immer noch dieses Verhalten zeigte, entschieden wir uns ihn kastrieren zu lassen. Seit dem hat unser Hund keinen Stress mehr und fühlt sich sehr wohl.

    • Nadine meint:

      „Seltene Einzelfälle“? Vielleicht interpretiere ich die Zahlen einfach anders, aber bei Hündinnen über 20 kg liegt das Risiko nach der Kastration inkontinent zu werden bei 30 %, bei kleineren Hündinnen immer noch bei 10 %. Bei einzelnen Rassen liegen die Werte sogar noch höher, Boxer werden in 65 % der Fälle inkontinent.

      Nebenwirkungen, die als selten eingestuft werden, treten in etwa 0,1-0,01% der Fälle auf. Tritt eine Nebenwirkung in 10 % der Fälle oder häufiger auf, ist von „sehr häufig“ die Rede. Es kommt also mehr sehr häufig zu Inkontinenz und nicht nur in „seltenen Einzelfällen“.

      Was in dem Artikel fehlt, sind die Hinweise darauf, welche Erkrankungen noch auftreten können. Es mag bei einer Kastration zwar das Risiko für gewisse Krebserkrankungen sinken, dafür steigt jenes für andere recht stark an.

      Wenn ein Rüde übrigens wochenlang nicht mehr frisst oder ständig hechelt und nie zur Ruhe kommt, weil irgendwo eine Hündin läufig ist oder eine Hündin immer wieder monatelang scheinträchtig und danach depressiv und abgeschlagen ist, weil sie imaginäre Welpen säugt, dann ist das eine klare medizinische Indikation für eine Kastration. Natürlich erst, wenn das Tier ausgewachsen und körperlich sowie geistig voll entwickelt ist. Bei großen Rassen käme das also erst ab einem Alter von 3 Jahren in Frage.

    • Judith T meint:

      Ich fand es noch harmlos, so wurden viele Risiken die eine Kastra beherbergt erst gar nicht genannt.
      Vielleicht interessiert dich folgender Link:
      www. naiaonline.org/pdfs/LongTermHealthEffectsOfSpayNeuterInDogs.pdf

      Das mit den Mamatumoren ist längst widerlegt, vor der ersten Hitze wird es nur minimal gesenkt, danach liegts im Promillebereich.
      Dafür steigt aber das Risiko für Knochenkrebs erheblich wenn vor dem 1. Lebensjahr kastriert wird.
      Mammatumore, früh genug erkannt sind gut eindämmbar, Knochenkrebs ist da ein ganz anderes Thema.

  3. Angelika Weller meint:

    Toller und wichtiger Artikel.

    Hundehalter werden ja mittlerweile dummgequatscht, so dass sie ein schlechtes Gewissen haben mit einem „intakten“ Hund. Den Trend, über den Tierschutz kaum noch unkastrierte Tiere adoptieren zu können, find ich schrecklich. Die folgen von Frühkastrationen erlebe ich immer wieder.
    Wenn ein Hund aus medizinischen Gründen kastriert werden muss, akzeptiere ich es
    aber ……… nur weil „man das doch machen muss, lehne ich total ab.

  4. Heidemarie Kühne meint:

    Endlich mal ein Artikel gegen diese unsinnigen (nicht medizinisch notwendigen) Kastrationen. Er spricht mir aus dem Herzen!
    Meine Hündin mußte leider auf Grund einer Gebärmuttererkrankung kastriert werden. Es war für sie eine ganz schlimme OP (großer,tiefer Bauchschnitt) und sie hatte richtig zu kämpfen. Ich habe das Gefühl, daß das Kastrieren schon zur Mode geworden ist und viele gar nicht überlegen, was das für ein tiefer Eingriff in die Psyche einer Hündin ist.
    Es ist ja auch verboten, eine Rute zu kupieren, was, wenn es vernünftig vom Tierarzt gemacht wird (für jagdliche Zucht), ein Klacks ist – das wird streng kontrolliert und viele regen sich fürchterlich darüber auf – aber das sieht man dem Hund eben von außen an. Die Kastration, die tausend mal schlimmer ist, sieht man nicht und so wird munter drauf los operiert, vielfach aus Bequemlichkeit. Da sind meiner Meinung nach aber auch die Tierärzte gefragt und sollten eine Kastration nur durchführen, wenn sie medizinisch begründet ist.

  5. Blumenhagen, Annette meint:

    Kastration ist durchaus ein sehr schwieriges Thema. Ich erlebe bei uns im städtischen Bereich, dass läufige Hündinnen ohne Leine frei laufen dürfen (natürlcih auf einer Wiese und im Wald, denn auch das gibt es in der Stadt). Wenn mein Rüde, der vor kurzem kastriert wurde (aus welchen Gründen auch immer….) ausgerechnet eine Hündinn erwischt, die sich bereits in der Standhitze befindet und dann es auch noch evtl. zu einem Deckakt kommt, dann möchte ich nicht, dass gewisse Hundehalter, die im Zweifel nicht rechnen können, meinen Hund während des Deckaktes runterreissen, denn wir wissen, dass dieses zu schweren Verletzungen, sowohl beim Rüden als auch bei der Hündinn führen kann.

    Ich denke, es gibt immer ein pro und contra. Ich finde auch, dass dieser Artikel sehr einseitig geschrieben wurde. Bei einigen anderen Haustieren, wie z.B. bei den Pferden, wird kastriert, wenn die Hengste an turnieren teilnehmen. Einer Aussage stimme ich zu: eine Kastration erspart uns nicht die Erziehung unserer Hunde! Ich muss allerdings zugeben, dass es Tierärzte gibt, die nicht auf die Probleme der Rüdenbesitzer eingehen möchten, sondern gleich kastrieren wollen, um schnelles Geld zu verdienen, was definitiv nicht richtig ist.

    • Katherine Silbermann meint:

      Dieser Artikel ist ganz bewusst als eindeutiges Statement GEGEN KASTRATION geschrieben worden. Das drückt schon die Überschrift aus. Befürwortende Publikationen gibt es mehr als ausreichend – dafür sorgt höchst aktiv die Lobby derer, die gut daran verdienen. Dass Kastration schon beinahe zum „Standardprogramm“ zählt wie Krallenschnitt und Impfung, ist eine Entwicklung, die aufgezeigt gehört, damit sich etwas verändert – FÜR die Unversehrtheit des Hundes!
      K.S.

      • Ralf Ebbrecht meint:

        Für mich ein sehr gut geschriebener Artikel! Ich bin absolut gegen die Kastration, es sei denn, es ist medizinisch notwendig (Gebährmuttervereiterung o.ä.).
        Wenn ich darf, würde ich den Artikel gern unseren Welpenkäufern in gedruckter Form mit geben. Obwohl wir es im Kaufvertrag stehen haben, wurden doch schon Welpen von uns kastriert. Ich versuche so viel wie Möglich Aufklärungsarbeit zu leisten, aber es scheint nie genug zu sein. Die meisten Kastrationen passieren, nach meiner Erfahrung aus Bequemlichkeitsgründen. Ich kann nicht verstehen, wie man seinem Hund, ohne vernünftige Begründung, etwas abschnippeln lassen kann. Aus diesem Grund war ich auch schon immer ein Gegner des Kupierens.
        Also nochmals, toller Artikel!!!

        • Redaktion meint:

          Hallo, Ralf Ebbrecht,
          gern darf dieser Beitrag zur ausschließlich privaten Nutzung ausgedruckt und weiter gereicht werden (hier: Info an Welpenkäufer).
          ..und Danke für die Blumen.. 😉

          Redaktion Hund-unterwegs

  6. Ulrike Eckert meint:

    Nach dem Tierschutzgesetz ist jede Handlung verboten, die einem Tier Schmerzen oder Leiden zufügt – wenn es keine guten Gründe, z.B. medizinische, dafür gibt. Auch Verhaltensgründe können eine Kastration befürworten. Allein eine bequemere Haltung des Hundes ist jedenfalls kein Grund für eine so schwerwiegende Operation.
    Die Vorsorge vor Mammatumoren, die oben zitiert wurde, bezieht sich auf allein hormonabhängige Tumoren – unter denen lediglich ca. 2% der Hündinnen leiden. Die Kastration als Krebsvorsorge scheint so nicht begründbar.
    Die Kastration hat weitere gesundheitliche Folgen: mehr Demenz bei Kastraten. Mehr Meniskusschäden (mag am Gewicht liegen, denn die meisten Kastraten sind fetter als nicht kastrierte). Harntröpfeln kommt bei bis zu 80% der Hündinnen vor (und wird dann schulmedizinisch mit Hormonen behandelt – wie steht es da mit der Krebsvorsorge?). Beim Menschen wird nach einer Totaloperation jahrelang und sorgfältig nachbehandelt – und der Hund wird einfach laufengelassen?
    Es gibt Gründe, einen Hund kastrieren zu lassen. Aber wenn es keine notwendigen Gründe (Verhalten, Entzündungen, ..) sind, dann ist die Rechtslage eindeutig: gegen eine Kastration.

  7. Wir haben unseren Rüden (1,5 Jahre) auch noch nicht kastrieren lassen und sind uns auch noch nicht sicher, ob wir das überhaupt wollen. Gott sei Dank unterstützt uns unsere Tierärztin auch bei diesem Gedanken und ist auch der Meinung, dass bei einem gesunden Hund alles gern da bleiben soll, wo es ist. Davon abgesehen hätte sie unseren Knaben auch nie so früh kastriert, sondern frühestens mit 18 Monaten. Alles andere lehnt sie ab. Solche Tierärzte sollte es öfter geben!

  8. Manfred Ehmke meint:

    Unser Rüde (10 Mon., großer Mischlinge) hat sehr schlimm HD, weshalb Kastration, zumal während des Wachstums, nicht infrage kommt. Unsere Tierärztin hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass er von der muskelaufbauenden Wirkung der Sexualhormone profitiert. Davon abgesehen hatten wir aber auch vor ihm schon gut erzogene, „gesittete“ Rüden und trauen uns das ebenso bei diesem zu….

  9. Ich habe eine Labradorhündin, jetzt 12 Jahre alt. Schlank, normale Grösse, keine Arthrose, keine Demenz, – altersbedingte Begleiterscheinungen,die man in dem Alter haben darf. Im Alter von ca 6 Monaten nahm sie einen Giftköder auf,der ua. auch E 605 u.andere Substanzen enthielt. 7 Tage kämpfte man damals in der Tierklinik. Darmbereiche, Gebärmutter… wurden porös, bluteten ein und mussten per Not-OP entfernt werden… „Kastration“ mit 6 Monaten.!! ((… Doch, sie überlebte. !! … Wir versuchten, bezüglich des Reifeprozessen über die Hundeschule , spielerisches Lernen usw. einiges auszugleichen. Das was machbar war. Verspielt blieb sie all die Jahre,- mit dem Gewicht gab es keine Probleme. Mit der Verdauung..ja !! (Vergiftung).- Ansonsten entwickelte sich die Maus alles in allem soweit normal, dass es ein weiteres unsagbares Glück war,-trotz des sehr frühen Verlustes der Gebärmutter.- Dennoch, wurde sie um eines betrogen: sie durfte nie auf normale Weise erwachsen werden, kann bis dato den Geruch einer Läufigkeit nicht einsortieren ,und die Nase hängt ständig auf dem Boden, ist eine läufige Hündin unterwegs.– Hätte ich je die Wahl gehabt,(unter normalen Umständen) ….nein,- ich hätte ihr gerne eine Kastration erspart……..

  10. Ich habe einen kastrierten Rüden übernommen und weiß, dass er mit einem Jahr kastriert wurde. Ich kenne den Hund seitdem die Vorbesitzer ihn hatten. Er war früher unsicher gegenüber anderen Rüden, aber verhielt sich unauffällig. Ständig treffe ich unkastrierte Rüden, sowie Rüden aus der Hundeschule, die ihn alle besteigen möchten. Er gerät in Stress und versucht die Hunde abzuschütteln. Mittlerweile dreht er richtig bei Rüden auf, was ich jetzt versuchr durch Training aufzufangrn. Viel Arbeit und aktuell nicht schön für ihn aufgrund des Stress. Genau wie hier in dem Beitrag geschrieben. Ich wäre froh, wenn er nicht kastriert wäre!!!

  11. Ich finde es schade, dass der Artikel eine sehr einseitige Sicht auf die Kastrationsfrage gibt. Mein Hund würde mit 7 Monaten Kastriert und ist auf keinen Fall ein „Baby“ geblieben. Auch ist er auch sonst extrem ausgeglichen und sehr gut verträglich. Er ist jetzt 8 Jahre alt. Was ich in meiner Wrfahrung von vielen unkastrierten Hunden nicht sagen kann. Die meisten Hunde leben nun mal nicht in einem normalen Rudelverband sondern in einer Umgebung wo sie ständig anderen Hunden und somit Konkurrenten ausgesetzt sind. Das ist eine große Belastung. Außerdem ist Kastration das sicherste Mittel zur Populationskontrolle. Solange wir nicht in einer perfekten Welt leben, in der alle Tierhalter so verantwortungsbewusst sind, dass sie aufpassen – ist die Kastration sicher das kleinere Übel. Man werde hierzu einen Blick nach Rumänien ect. Auch ein Blick in die heimischen Tierheime hilft da. Tierbabies die keiner haben will.

    • Thomas meint:

      Hallo Julia,

      ich habe jetzt seit 30 Jahren immer mehr als eine unkastrierte Hündin und ich hatte noch in ein Problem mit einer ungeplanten Befruchtung.
      Auch hatte ich noch nie einen Hund dessen Verhalten man nicht durch eine durchdachte Erziehung beeinflussen konnte. Aber dafür muß man sich mit dem Wesen seines Hundes beschäftigen und Zeit investieren.
      Wenn ich Deiner These folgen würde, wäre es dann wohl auch sinnvoll verhaltensauffällige Männer und Frauen kastrieren zu lassen um kriminelle Handlungen im Vorfeld zu vermeiden. Dafür würde dann auch Dein Argument mit den rumänischen Straßenhunden sprechen, da man dort nicht nur ein Problem mit Straßenhunden sondern auch mit Straßenkindern hat.
      Meiner Meinung nach sollte derjenige der mit der Sexualität seines Hundes nicht zurecht kommt keinen Hund halten!

    • Marion meint:

      Sterlisation ist ein Punkt im Tierschutz. Sterlisation, NICHT Kastration.

    • Brigitte meint:

      Ich kann Thomas und Marion nur beipflichten! Mir geht das Halbwissen der sogenannten Tierschützer auch immer mehr auf den Geist, da werden hemmungslos allen Hunden die Keimdrüsen amputiert – ohne Rücksicht auf Verluste. Selbst bei Welpen oder Junghunden. Um Nachwuchs zu verhindern ist die STERILISATION eine sichere und faire Möglichkeit. Aber den Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation kennen die häufig gar nicht, glauben immer noch, sie würden bei der Amputation die Hündinnen „sterilisieren“.

    • Brigitte meint:

      Zur Geburtenkontrolle kann man sehr gut STERILISIEREN, kein Nachwuchs aber alle wichtigen Hormone.

  12. Schade, ja, dass der Artikel so absolut einseitig ist. Ich habe meinen Hund aus dem Tierheim, in einem Land, in dem die Kastration von Hunden aus dem Tierheim nach dem 6. Monat gesetzlich vorgeschrieben ist. Da gibt es gar keine Diskussion. Weil es inzwischen so viele ausgesetzte Tiere gibt und nicht beabsichtigte Würfe, dass es langsam schwierig wird, alle Hunde zu vermitteln. Es wird dann von Tierschützern gern laut gejammert, wenn die gar nicht vermittelbaren und geschädigten Tiere irgendwann eingeschläfert werden müssen … so viel Leid würde durch Kastration vermieden!

    Ich habe meine Hunde immer kastrieren lassen, Weibchen wie Männchen. Keiner zeigte auch nur eins der beschriebenen Symptome. Im Gegenteil, bei späterer Kastration von Rüden zeigten die sich regelrecht verjüngt. Und sie wurden allesamt sehr alt, 14-16 Jahre.
    Ein Angstbeißer aus Fremdbesitz wurde nach der Kastration zum ausgeglichenen, freundlichen Rüden.

    Eine Hündin habe ich unkastriert von jemandem übernommen. Die starb an Pyometra, die Total-OP kam zu spät. Wäre mit Kastration nicht passiert.

    Es wäre hilfreicher gewesen, ausgewogen Pro und Contra vergleichen zu können und auf die eigene Situation anzuwenden.

    • Marion meint:

      Ich kenne einen Rüden, der durch die Kastration eine SDU hat. Überhaupt wird die subklinische SDU (also eine SDU, die nicht erkannt wird, weil viele körperliche Symptome feheln) immer mehr in den Mittelpunkt gerückt bei Verhaltensauffälligkeiten. Interessant beim heutigen Kastrationswahn.

      Zur Geburtenkontrolle gäbe es die STERLISISATION. Da darf der Hund ganz bleiben und es gibt keinen Nachwuchs.

      Ich habe mich da schon dumm und dämlich mit dem Tierschutz diskutiert. Ohne medizinischen Grund werde ich MEINE HUnde nicht kastrieren. Dumm ist, ich neheme gerne Tierschutzhunde und die sind meist schon kastriert. So habe ich einen Kastraten. Der ists elbst soweit okay, aber Bindegewebsschwäche.
      Verhaltensauffählig, weil das Cortisol ihn immer wieder „überlflutet“ hat, nachdem ein Trainer meinte: „Dominant! Eier ab!“
      Jetzt hab ich den Salat.

      Vergleichen tut Gansloßer in seinem Buch sehr schön.

      Geburtenkontrolle ist zumindest KEIN Grund.

      • Brigitte meint:

        Danke Marion! Ich habe auch schon ohne Ende diskutiert mit sogenannten Tierschützern. Ich bin dieses Halbwissen leid.

  13. Claudia meint:

    Ich muss sagen, dass ich den Beitrag sehr gut finde.Es ist ein Beitrag wo endlich mal die ganzen Leiden aufgezeigt werden die nach einer Kastration auftreten können!
    Natürlich kommen wieder Einwände von denjenigen, die eine konträre Meinung haben.
    M.E. sollten lediglich, aber auch nur in diesen Ausnahmefällen, Hunde und Katzen kastriert werden die frei Leben. Hier wäre es absolut verständlich, aber Hunde und Katzen die als Familienmitglieder in der Wohnung oder Haus leben ist eine Kastra. nicht nötig.

    Es wurde für so viele Dinge gekämpft im Tierschutz. Ich möchte nur an das Kopierverbot der Ohren und Ruten erinnern, oder das Tätowieren als Kennzeichnung wurde durch Chipen ersetzt.
    Alles Dinge die dem Wohl der Tiere zugute kommen. Nur weil eine Kastra. mit Narkose durchgeführt wird sind es nicht weniger unnötige Schmerz zufügende Eingriffe. Spätfolgen nicht ausgeschlossen, wenn durch das fehlende Testosteron Stoffwechselkrankheiten, Übergewicht, Zuckererkrankung usw. beim Rüden ausgelöst werden können!!!
    Alles andere wurde ja ausführlich im Bericht erläutert!

    Ich könnte noch verstehen, wenn die med. Indikation gegeben ist eine OP durchzuführen, aber dann auch nur minimal Invasiv, indem man beim Rü. die Samenleiter durchtrennt und bei der Hündin Sterelisiert, d.h. die Eileiter trennt.
    Diese Methode ist schonender und vor allem bleiben die Hormone für ein normales Wachstum erhalten.
    Dieser Hype um Krebs ist völlig übertrieben.

    Genauso das Ammenmärchen; „eine Hündin sollte mind. 1x in ihrem Leben Welpen bekommen, das verringert, oder schließt das Krebsrisiko aus!“
    Wir hatten Zuchthündinnen die, als sie aus der Zucht waren, bei der Hitze eine sehr starke Pyometra bekamen und sofort operiert werden mussten!

  14. Wir haben unsere Huskyhündin auch nicht Sterilisiert und haben bis jetzt keinerlei Probleme mit ihr. Mittlerweile ist sie 6 Jahre jung und lebt ihr Leben 🙂

  15. kathy meint:

    Ich mache seit 30 Jahren Tierschutz und bin Pflegestelle.Ich habe meistens bis zu 6 Hunde hier.Immer 3 eigene und max 3 Pflegehunde.Ich habe in den vielen Jahren sicherlich schon 200 Hunde hier gehabt.Mein Erfahrung war nie negativ mit kastrierten Hunden.Ich nehme nur kastrierte,bzw lasse sie zeitnah kastrieren wenn sie zu mir kommen und davon lasse ich nicht ab.Ich habe keinerlei schlecht Erfahrung damit gemacht.Derzeit habe ich eine schwer herzkranke Hündin hier, die nicht kastriert werden kann.Meine kastrierten Rüden sind sowas durch den Wind wenn sie läufig ist,unglaublich.Das voll Programm ständig besteigen,nicht fressen,ständig wimmern und heulen.Muß die Hündin dann alleine halten weil sie sonst keine Ruhe bekommt. Es ist echt nervig für die Rüden,obwohl sie kastriert sind.Hatte jetzt einen früh kastrierten Rüden hier (mit 7 Monaten),der hieß bei uns Arni,mit Spitznamen,von Arnold Schwarzenegger.Der hatte hier bei mir sowas von Muskelmasse zugelegt durch die viel Bewegung,das man die Muskelpaket durch das lange Fell sah und man sie nur mit 2 Händen umfassen konnte.Ich kenne viel Kastrationsgegner den ich diesen Hund gezeigt habe als er kam und jetzt nach dem Aufenthalt bei mir und alle die die These mit dem Muskelaufbau bei früh kastrierten anbrachten,wußten kaum was zu sagen,waren doch sehr erstaunt .Ich habe 2 inkontinente Hündinnen gehabt,die mit Tabletten behandelt werde mußten,da lag also der Schnitt bei mir bei 1,5 %,da ich immer mehr Hündinnen hier habe als Rüden.Meine Hunde werden alle uralt,vor 14 Tagen ging eine über Regenbogenbrücke,Schäfermix,30 Kilo, mit 17 Jahren und derzeit habe ich 15 Jahre alte große MIxhündin und 14 Jahre alten Schäferhundrüden,alle kastriert.Sie sind alt ok und haben auch ihre Zipperlein aber das kommt sicherlich nicht von der Kastration,sondern vom Alter.Meine Pflegehunde,zu den meisten habe oder hatte ich immer Kontakt,haben oder hatten keinerlei Auffälligkeiten an Erkrankungen die man auf die Kastration zurück führen könnte.Knochenkrebs bei den Rüden,davon hatte ich keine Infos,bzw waren bei denen, zu denen ich Kontakt hatte kein Thema.Ich finde im Tierschutz sollte kastriert werden um eine weiteres Vermehrung auszuschließen.Eine Bekannte hatte mal eine Pudeldame unkastrierte vermittelt,Ich hatte auch noch mit ihr geschimpft.Nein die Leute waren so toll,die passen auf,jaja und es gab 6 kleine süße Pudelmischlinge,prima,das zu Thema

  16. Brigitte meint:

    Wow, da bin ich jetzt aber überrascht. Dass ich jemals so einen Artikel zu lesen bekomme, damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Habe mich schon fast schuldig gefühlt, meine Tiere – Hündin und Kater – nicht kastriert oder steriliesiert haben zu lassen. Auch wenn mein Umfeld nebst Tierarzt dazu geraten haben, oder besser gesagt: das erwartet haben, ließ ich es sein. Ich wollte das meinen Tieren nicht antun und ich habe es nie bereut. Sicher bringt das unter Umständen mehr Arbeit und auch die ein oder andere Ferkelei in der Wohnung mit sich, dafür aber ein gutes Gewissen dem Tier gegenüber.

    Beide Tiere haben bereits ein sehr hohes Alter, was man den beiden allerdings nicht ansieht. Meine Hündin z.B. wird in der Regel zwischen 6 u. 7 Jahren geschätzt, obwohl sie das 14. Lebensjahr schon überschritten hat. Bisher nicht mal ein graues Haar im Fell zu sehen. Der Kater ist sogar noch älter und schaut um etliche Jahre jünger aus. Beide Tiere waren noch nie ernsthaft krank. Und das obwohl – oder gerade weil – ich diesen ganzen Tierarzt-Hyp mit Kastration/Sterilisation, Vorsorgespritzen und Wurmkuren nicht mitgemacht habe. Meine Tiere hatten noch nie Würmer! Ich befülle die Brieftasche meines Tierarztes nur, wenn es nötig ist und wir wirklich seine Hilfe brauchen. Was jetzt mit zunehmendem Alter hin und wieder mal nötig wird wegen der Krallen. Sicherlich trägt auch das artgerechte Futter (nein, nicht immer das teure!) dazu bei, dass beide Tiere noch immer jung, fit und in Form sind.

    Mein aktueller Tierarzt alter Schule, übt seinen Beruf nur (noch) aus Leidenschaft aus (hat selbst die 80ig schon überschritten) und hat mir noch nie zu einer Wurmkur oder Impfung geraten bzw. wollte mir nie Vergleichbares aufdrücken, ohne ersichtlichen Grund dafür. Und das wird seinen Grund haben!

    Eine Freundin von mir, hat ihre zwei Hunde auch nicht kastrieren lassen, verschmäht ebenso den ganzen Tierarzt-Hyp und auch ihre Hunde sind fit und waren noch nie ernsthaft krank.

    Mein vorheriger Hund (selbiger Mix wie jetzt), war kastriert, wurde regelmässig geimpft und entwurmt und war – seltsamerweise – ständig wieder mit Würmern befallen. Das brachte mich zum Nachdenken!

    • Brigitte meint:

      Ich möchte auch so einen Tierarzt, wo wohnst Du?

    • Gegen die Sterilisation (Samenleiter abgebunden, Eileiter abgebunden) spricht viel, viel, viel weniger. Der Hund bleibt Hund, kann aber keine Nachkommen mehr zeugen/empfangen.

    • Danke Brigitte und Marion!!! Endlich msl Leute dje ihr Hirn einschalten und ihre Tiere als eigenständige Lebewesen und nicht als Spielzeug. Besonders das Brigitte auch einen unkastrierten Kater hat, der auch noch alt wurde( wo es doch so schlimme “ horrorgeschichten“ über unkastrierte Kater gibt, die werden alle überfahren, die Leben nicht lange etc.) hat mich sehr interessiert. Ich bin natürlich für eine Geburtskontrolle, setze mich aber für Sterilisation oder Hormonpräparate ein. Da hast du vollkommen Recht, Marion. Diese Alternative wird aber nie in Erwägung gezogen. Warum? Naja, die Leute haben keine Lust auf Blutflecken ihrer Hündin in der Wohnung, dass ihr Rüde überall schnüffelt und weil der Coitus zu lange dauert, wenn auch sterilisiert. Der Hund ist schließlich ein Haustier, dass Freude bringen soll und mit den Kindern zu spielen und kein Lebewesen mit eigenen normalen Trieben. Aber man liebt ihn ja sooo. Aber Sex bein braucht der nicht und er wird es ja nie vermissen. Hauptsache ich und mein Mann dürfen unseren Trieben fröhnen. Darüber kann ich nur den Kopf schütteln!!! Ich habe mehr schlechte Erfahrungen mit Kastraten gemacht. Rüde die aggressiv waren und jede Decke kaputt gemacht haben und auch sonst sehr träge waren. Die wörtliche Übersetzung von kastriert heißt nicht umsonst „geschwächt“. Kastrierte Kater die sich weit mehr geprügelt haben als die zwei Unkastrierten die ich kannte. Während die Unkastrierten dössig in der Sonne gedöst haben. , Also so viel dazu.

      • Werte Dame, ich bin sehr wohl in der Lage, mein Hirn einzuschalten, aber TROTZDEM würde ich heute meine Yorkie-Hündin kastrieren lassen. Jule ist mittlerweile 12,5 Jahre alt und bekam vor einigen Wochen eine schlimme Gebärmutterentzündung. Zum Glück handelte es sich um eine offene Pyometra, die zuerst mit Medikamenten behandelt wurde. Leider kam die Entzündung nach 3 Wochen wieder und so musste ich Jule letztlich doch kastrieren lassen. Außerdem hat sie Gesäugetumore und bei der OP wurde der große Tumor gleich mit entfernt.

        Meine Kleine hat in dieser Zeit sehr gelitten und Schmerzen gehabt. Hätte ich das vor einigen Jahren geahnt, hätte ich sie damals schon kastrieren lassen. So wäre ihr viel Leid erspart geblieben.

        Glücklicherweise hat sie die OP trotz ihres Alters und des erhöhten Narkoserisikos super überstanden und es geht ihr heute wieder sehr gut. Es hätte aber auch genauso gut anders ausgehen können…

        Daher finde ich es frech, zu behaupten, Leute, die ihre Tiere kastrieren lassen, hätten kein Hirn :(…Wie kommen Sie dazu, solche unverschämten Aussagen zu treffen? Diese pauschalen Verurteilungen finde ich mit Verlaub unmöglich. Es ist nicht ein Tier wie das andere und man muss jeden Fall individuell betrachten.

        Im übrigen hab ich noch zwei kastrierte Rüden aus Spanien, mit denen es trotz Kastration keinerlei Probleme gibt.

        Freigänger-Katzen sollten im übrigen kastriert werden, um ein unkontrolliertes Vermehren zu verhindern. Es gibt schließlich genug Katzen-Elend, da muss nicht noch mehr Nachwuchs produziert werden.

        • Liebe Petra, was Ihrer Hündin passiert ist, tut mir sehrleid. Es freutmich,dass sie auf dem Weg der Besserung ist. Ich habe nie Leute verurteilt, deren Tiere aus medizinischen Gründen kastriert werden mussten. Doch es hätte auch gut sein können, dass dies Ihrer Hündin erspart geblieben wäre auch ohne Kastration. Ich arbeite im Gesundheitssystem und habe schon so manche Leute mit Brust oder Prostatakrebs gesehen. Trotzdem bin ich natürlich fern von dem Gedanken, dass alle Leute sich vorsorglich kastrieren lassen um dies zu verhindern. Ähnlich lehne ich weiterhin das prophylaktische Kastrieren von Tiren ab um dies zu verhindern. Schließlich gibt es auch genug unkastrierte Tiere denen dies nicht passiert. Das es unbedingt Ihrer Hündin passierte tut mir natürlich leid. Was die Katzen betrifft: So habe ich eine Alternative zur Kastration bereits auch in einem Thead genannt….

  17. Ein sehr guter Artikel, vorallem die Aussage ….Hunde mit Angstaggressionen beispielsweise reagieren nach Kastration (chirurgische Entfernung der Hoden bzw. der Eierstöcke) häufig noch aggressiver, weil ihnen dann die auch Angst mindernd wirkenden Sexualhormone fehlen….
    Hunde sind sehr soziale und friedliebende Tiere. Ein nicht kastrierter Hund ist eher bereit, einen Kampf abzubrechen oder zu meiden als Hunde, denen aufgrund fehlender Hormone eine Unterwerfung als Konfliktlösung nicht mehr möglich erscheint.

  18. Sieglinde meint:

    Ich habe einen 5jährigen Rüden,der etwa mit 3Jahren kastriert wurde
    Aus folgenden Gründen:Er war sehr unruhig.nervig,hippelig,unkonzentriert, und fing bereits in junghund Alter an andere Hunde,meist unbekannte( zB.in der Hundeschule) zu besteigen.Selbst unsere damalige Trainerin wuste sich keinen Rat mehr.
    Nach langem überlegen,lesen über Kastration, Vor-und Nachteile haben wir uns dann dazu entschlossen ihn kastrieren zu lassen.
    Bereits einige Wochen danach bemerkten wir schon einige positive Veränderungen an ihm.
    Nun ist er ausgeglichen und ruhig. Er ist weder träge noch dick geworden.Mit den meisten Hunden,selbst mit Rüden kommt er prima zurecht,ohne das die anderen ihn besteigen oder bedrängen. Er ist aufmerksam geworden.übungen und spiele findet er toll.Wurmbefall ,Bindegewebe schwäche oder auch Fellveränderung hat er nicht.Er ist ein durchtrainierter muskulöser Dalmimix.
    Ich für meinen Teil kann nur sagen das ich die Kastration NICHt eine Minute bereut habe.
    Ich würde es immer wieder tun.

    In unserem Bekanntenkreis haben wir viele Hundebesitzer.Darunter auch einige mit Hündinen.
    3Hündinen davon sind an Gebärmutterkrebs-oder Entzündungen gestorben.Eine mit 5 jahren die andere erst vor kurzem mit gerade mal 7.Die Hündin hat viel gelitten bis die geschlossene Gebärmutterentzündung entdeckt und operiert war. Nach einigen Tagen Klinik mußte sie dann doch eingeschläfert werden.Nierenversagen.
    Die betroffenen Halter sagen nun,wenn wieder ein Hund/in dann lassen sie ihn kastrieren..

  19. Carolina meint:

    Ich war auch früher der Meinung besser nicht kastrieren, Resultat: 1 Hündin (Boxer) an Gesäugekrebs gestorben eine zweite (auch Boxer) hat sich bei der letzten Läufigkeit eine Gebärmutterinfektion eingefangen (ich lebe in Spanien und weiss nicht wie das genau in Deutschland heisst) und ist trotz Not OP und Ausgaben von 800 mit 8 Jahren gestorben. Meine jetzige Hündin ist erst 5 Monate eine Labrador Ca de Bestiar Mix und wird definitiv kastriert.

  20. Martin Simon meint:

    Die Beiträge hier liefern ein grausames Abbild der derzeitigen Mehrheit der Hundehalter. Eine nicht medizinisch indizierte Kastration ist nach dem Tierschutzgesetz verboten und somit eine STRAFTAT. Eben als solche müssten diese verfolgt werden. Bequemlichkeit oder Unfähigkeit von Haltern oder Trainern ist keine Berechtigung zur Tierquälerei, und nichts anderes ist die Verstümmelung der Geschlechtsorgane von Tieren. Das ist den meisten Hundehaltern aber schlichtweg egal, Hauptsache keinen Stress und keine Mühe mit dem Vierbeiner. Die vorgeschobenen Argumente mit Infektionskrankheiten sind eine Mischung aus Selbstlüge und Fantasie, denn Infektionskranklheiten und Tumore treten bei kastrierten Tieren genauso häufig auf wie bei den intakten. Stoppt die kriminelle Massenkastration und ihre Vollstrecker!

  21. Andrea meint:

    Ich finde den Artikel sehr gut. Unsere Hündin, sie kam kastriert aus Rumänien, ist jetzt 4,5 Jahre alt. Mit 9 Monaten haben wir sie bekommen. Da war sie schon seit 3 Monaten kastriert. Sie ist ein Wippet – Dalmatiner Mix, wiegt ca 19,5 kg (schwankt bis zu 20,8 kg ) und hat extreme Fellprobleme. Immer wenn die Hitze – Läufigkeit anfangen würde ( als Unkastrierte ) fangen ihre Hormone an so auszurasten das die Haut extrem heiß wird.Dadurch vermehren sich die Demodexmilben so explosieonsartig das sie ihr relativ kurzes schwarzes Fell verliert. Sie kratzt und knabbert und schleckt sich ständig. Unsere Maus bekommt Tag und Nacht keine Ruhe. Ist stark gestresst, frißt sehr schlecht, öfter gar nicht und hängt nur lustlos rum.
    Sie bekommt vom Tierarzt dann immer Medizin die ich ihr ins Maul spritzen muß ( jeden 2. Tag ). Diese Medizin ist eigentlich für Schafe zugelassen.Dadurch belaste ich den Hund zusätzlich. Die Medi macht sie sehr müde und träge. Von der Belastung der inneren Organe will ich gar nicht erst anfangen. Nach ca. 2,5 Monaten fängt dann das Fell wieder an zu wachsen. Es ist aber nie glänzend und sie bekommt immer mehr graue Haare, vor allem um die Schnauze rum. Viele schätzen das sie schon sehr alt ist. Neeeeeeee erst 4,5 Jahre. Selbst andere Hundebesitzer können es kaum glauben. Nur bis dahin läuft sie fast ohne Fell rum und das ab Mitte – Ende Oktober. Nur der Hals, die Beine unterhalb der Knie und der Schwanz haben dann noch Fell. Ich muss ihr dann einen Pulli anziehen den sie aber auf der stark geröteten, heißen und entzündeten Haut kaum ertragen kann. Dazu hat sie sich letzten Herbst noch eine Entzündung in die Haut gekratzt. Sie war voller Eiterpusteln und bekam noch ein starkes Antibiotika für 10 Tage. Außerdem noch Tabletten die gegen das Jucken der Haut unterdrückt. Unsere Mausi ist eine wandelnde Apotheke und der TA hat schon jede Menge Geld kassiert.
    Unser Tierarzt hat schon davon gesprochen das der Hund eingeschläfert werden müßte wenn wir das Problem nicht in den Griff bekommen würden.
    Jetzt haben wir mit einer Tiertherapeutin gesprochen und sie hat uns erklärt das die Hündin viel zu früh kastriert wurde. Dadurch konnte sie die Pupertät nicht „ausleben“, ist mittendrin stecken geblieben und hat bei jeder Läufigkeit die sie unter normalen Umständen hätte Symptome der Wechseljahre, Hitzewallungen u.s.w. Unsere Mausi ( Name Judy ) bekommt nur noch Globolie.3 verschiedene Sorten immer 1x im Monat über 10 Tage und je Sorte 5 Globoli. Hoffe für sie das es ihr endlich mal langfristig hilft. Noch ist die Zeit zu kurz um es wirklich beurteilen zu können. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf.
    Ich habe nur soweit ausgeholt um deutlich zu machen das es auch Erkrankungen gibt die nicht beschrieben wurden bisher und ich bin eindeutig GEGEN die Kastration. Für mich ist es nur relevant bei lebensbedrohenden Erkrankungen des Hundes. Und die Erklärung des Tierschutzes nur so dürfen Hunde ins Land einreisen akzeptiere ich gar nicht.
    Warum überläßt man es nicht den zukünftigen Besitzern des Hundes zu entscheiden ob der Hund kastriert wird oder nicht.???
    So viel Leid was diese Hündin erdulden muß hätte wirklich nicht sein müssen. Und ich denke das es noch viel mehr Probleme gesundheitlicher Natur bei Hunden gibt, nur kaum einer darüber schreibt.
    Würde mich freuen wenn sich andere Hundebesitzer melden würden die sowas oder ähnliches mit ihrem Hund erleiden müssen zwecks Erfahrungsaustausch.

    • Susanne Böttner meint:

      Wenn es zeitlich und örtlich geht, stell deine Hündin doch mal Tierarzt Dr. Backhaus vor. Ich bin sicher, er kann ihr ohne scharfe Medizin zu einem entspannteren Leben verhelfen.

    • Michaela meint:

      Im Prinzip hast Du völlig recht, Andrea, leider werden im Ausland die Hund oft zu früh kastriert.
      Es ist aber das Ziel der Tierschutzvereine, dass sich Hunde NICHT mehr vermehren können. Insofern ist es nur logisch, die aufgefundenen oder abgegebenen Hunde bzw. Katzen zu kastrieren bzw. zu sterilisieren- Welpen werden nicht kastriert.
      Stell Dir bitte einmal ein volles Shelter vor, in dem viele Rüden und Hündinnen leben – es gibt keine Möglichkeit, die Hunde nach Geschlechtern zu trennen, denn die Tierschützer vor Ort müssen gucken, welche Hunde sich vertragen und zusammen in einem Pen leben können – die Kapazitäten geben es nicht her, dabei nach Geschlechtern die Hunde zusammenzusetzen – wie soll das dann gehen, wenn immer wieder irgendeine Hündin läufig ist? Die Rüden würden sich gegenseitig bekämpfen – die läufigen Hündinnen hätten keine Ruhe – im Gegenteil, die Rüden würden die Hündinnen decken wollen – das ist nun mal der gesunde und normale Trieb der Rüden – und vermutlich wären sogar nach ihrer Läufigkeit einige Hündinnen scheinträchtig, weil auch das die Natur der Hündinnen ist, in der Läufigkeit gedeckt zu werden und dann trächtig zu sein.
      So ist das nun mal leider im Tierschutz – wer sagt den Tierschützern denn, dass die Adoptanten nicht mit ihren Hunden züchten wollen, weil sie vllt. so niedlich sind?
      Glaub mir bitte, dass es sogar Anfragen in diese Richtung gibt – ich habe selber 4 Jahre im Auslands-Tierschutz gearbeitet und weiß nur zu gut, dass man die Hunde erstmal gerne zur Ruhe kommen lassen möchte, sobald sie im Shelter sind – da ist es wenig hilfreich, wenn es dann dauernd Machtkämpfe gibt, weil schlichtweg die Hormone verrückt spielen.
      Du hast allerdings Recht, dass duch falsche Alters-Einschätzung der ein oder andere Hund zu früh kastriert wird – das stimmt leider – wir selber haben 3 TS-Hunde aus dem Ausland – bei Zweien ist mir durch – Verhaltens Auffälligkeiten (pischern und lecken) auch schonmal der Gedanke gekommen, dass diese Beiden zu früh kastriert wurden – ist aber nun mal passiert – außerdem kann das Keiner bestätigen – es ist teilweise fast unmöglich, dass die TÄ anhand des Zahnstatus´ ein korrektes Alter bestimmen.
      Es ist das Ziel des Tierschutzes, dass sich die Hunde nach ihrer Rettung NICHT MEHR VERMEHREN!
      Alle anderen Hundebesitzer haben das Recht, sich für oder gegen eine Kastration zu entscheiden – ich finde, man kann es NICHT pauschal befürworten oder ablehnen – es kommt doch immer auf den einzelnen Hund und die Situation an….
      Ich wünsche ‚Deiner Hündin alles Gute.

  22. Ich gebe jetzt auch mal meinen Senf dazu. Ich hatte mein ganzes bisheriges Leben Hunde und Katzen. Die freilaufenden Kater und Katzen waren immer kastriert bzw. sterilisiert, weil ich einfach nicht zur Vermehrung beitragen wollte. Meine jetzigen beiden Stubentiger, die nicht rausgehen, sind beide nicht sterilisiert.
    Außerdem haben wir noch einen Rüden und eine Hündin, beide 7 Jahre alt und unkastriert. Beides sind „Problemtiere“. Die Hündin haben wir mit 7 Monaten aus total unprofessioneller Haltung übernommen (war ca. 14 Std./Tag alleine, kannte kein Gassigehen, keine artgerechte Ernährung [wurde aus einem riesigen Sack mit sehr großen Brocken für Großhunde ernährt – ist aber ein Yorki], war dementsprechend natürlich nicht stubenrein und unnatürlich aufgedreht. Der Hund war ständig in Bewegung, kam überhaupt nicht zur Ruhe, wollte immer und zu jeder Zeit Aufmerksamkeit. Sie ist immer noch ein kleiner Hippel und total verschmust, aber ansonsten ein ziemlich „normaler“ Hund geworden.

    Unser Rüde wurde mit knapp 4 Wochen von Mutter und Geschwistern getrennt und kam in diesem Alter zu uns. Trotz Welpenspielstunden und Hundeschule ist er ein sehr, sehr ängstlicher Angstkläffer geworden. Alles, was er bzw. wen er nicht kennt, wird gnadenlos angekläfft. Als er geschlechtsreif wurde, fing er an, im Haus zu markieren, und zwar alles – von unseren Möbeln über Türen, Hunde- und Katzenspielzeug bis hin zu den Katzenkratzbäumen. Außerdem bestieg er beide Katzen und war bei Läufigkeit der Hündin nur noch ein Häufchen Elend. Hörte und fraß nicht mehr und verausgabte sich mit Hecheln, Speicheln, Jaulen und den unermüdlichen Versuchen, irgendwie an die Hündin ranzukommen so sehr, daß er jedes Mal fix und alle war. Nachdem wir ständig die Kratzbäume ersetzen mußten und auch schon einige Möbel entsorgt haben und uns immer wieder sowohl von unterschiedlichen Tierärzten als auch von der Hundeschule zur Kastration geraten wurde, wir aber irgendwie nicht dahinterstanden, haben wir es mit einem Chip probiert. Und siehe da, das Markieren hörte schlagartig auf und unser Kläffer wurde ruhiger und bellte nicht mehr alles und jeden an. Als die Wirkung dann nach ca. 9 Monaten nachließ, war nach kurzer Zeit wieder alles beim alten. Er markiert wieder, kläfft wie blöd alles und jeden an und Kätzinnen und Hündin sind auch wieder fällig.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Morgen um 10.00 Uhr haben wir Kastrationstermin. Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht, denken aber zwischenzeitlich, daß es so richtig ist.

  23. Hallo,

    Wir haben vor einem Jahr eine völlig verwahrloste ehemalige Zuchthünding aus adoptiert. Sie war total unterernährt, voller Parasiten und Verletzungen. Ihr Gesäuge ist total lang. Sie hat sich nun sichtlich gut erholt und für mich war klar, dieses Mädel bekommt nie wieder an ihrem Körper herumgeschnitten.(Sie hat viele Kaiserschnittwunden am Unterbauch). Nach einer 7 Monatigen Demodexbehandlung ist sie dann zwei Monate später läufig geworden. Das war eigentlich gar kein so grosses Getue mit dem Bluten aber danach……. Drei Monate lang scheinschwanger, ziemlich apatisch, dicke Milchzitzen, die sich entzünden weil sie andauernd ihre Milch selber absaugen muss. Nun möchte ich eigentlich dass sie ihr Leben endlich geniessen darf, dass sie Lust hat auf Gassi und nicht weiter im Welpen-Gebären-Müssen leben muss und überlege ob ich ihr den letzmaligen OP Mist antue und sie danach von alle dem Hormonstress befreien kann. Auch durch die vielen unprofessionellen Kaiserschnitte besteht eine erhöhte Gefahr, dass Wucherungen an GEwebe entstehen könnte. Das ist so ein Zeitbombengefühl was ich auch beängstigend finde. Ich glaue für sie ist es besser jetzt mit ca 8 Jahren endlich Ruhe zu finden. Wie gesagt ich bin generell auch gegen Kastration. Allein schon diese Stadardkastration der Tierheime finde ich grausam.

  24. Claudia meint:

    Ich hätte zu diesem Thema eine Frage.

    Ich bin kein Freund von Kastration-ich geh ja auch nicht mit 15 Jahren ins Krankenhaus um mir alles entfernen zu lassen. Jedoch ist man hin und her gerissen weil einem die Tierärzte doch arg zulabbern.
    Meine Hündin ist nach jeder Läufigkeit scheinträchtig (sie ist jetzt 4 Jahre alt und diese Scheinträchtigkeit geht nun seit gut 2 Jahren) Ich bekommen dann vom TA immer dieses Galastop damit der Milcheinschuß verschwindet.

    Ist es für meine Hündin ratsam, eine Kastration durchzuführen? Ich muss sagen, das sie bei der Scheinträchtigkeit weder abgeschlagen noch depressiv ist. Verhält sich völlig normal.

    Vielen Dank.
    Claudia

  25. Als nun mein dritter Hund in mein Leben kam, habe ich mich mit diesem Thema erneut befasst. Vorher glaubte ich den TA Ratschlägen… heute weiß ich, dass ich ein enormes Potential meiner Hündin verschenken, ja verkümmern lassen würde, durch eine Kastration, bevor sie erwachsen ist. Sie zählt zu den Spätentwicklern, also 3 Jahre wird sie sich nehmen, erwachsen zu sein. Eine vorherige Kastration würde sich sogar auf ihre körperliche Ausbildung auswirken, sie ist sowieso ein zartes Wesen und würde wohl eher so bleiben.
    Meinen Rüden hingegen musste ich im Alter von 9 Jahren kastrieren lassen. Er litt ziemlich und spontan unter einer Analringentzündung, Enddarmaussackung und vergrößerter Prostata. Ohne diese Befunde wäre er sicher intakt geblieben. Seinem Verhalten nach, geht es ihm so aber jetzt viel besser.
    Zum Thema Tumore/Hündin: ich habe mal gelesen, dass nur 2% der Tumore auf Hormone zurück zu führen seien….

  26. Sorry, dass ich mich erst jetzt zu Wort melde. Bin erst jetzt auf diesen Artikel gestoßen und bin sehr froh darüber. Ich bin absoluter KastrationsGEGNER!!!! Zur Geburtskontrolle gibt es andere Mittel z.B. Sterilisation. Warum wird das bei Hunden und Katzen nicht durchgeführt? Naja, erstens kennen viele Leute nicht den Unterschied, zweitens sehen viele ihr Tier wohl wirklich nur als Spielzeug und nicht als Lebewesen mit natürlichen Bedürfnissen und die Sexualität gehört dazu. Und ja auch wenn man es nicht mit dem Sex eines verliebten Menschenpaar vergleichen kann, macht es auch den Tieren Spaß. Was ist dagegen zu sagen, wenn man eine H7ndin sterilisiert oder ein Hormonpräparat gibt und sie dann mit einem Rüden korpulieren lässt? Dauert wohl zu lange und stresst den Besitzer, genauso wenn die Hündin ihre Tage hat und man kein Blut auf dem Teppich haben möchte. Dafür so eine Verstümmlung!!! Ich bin selber eine Frau, bin in den Tagen vor der Mensis oft gereizt und habe oft mit Bauchkrämpfen zu tun. Trotzdem würde ich nicht kastriert sein wollen. Klar, jetzt kann man sagen, den Tieren macht das nichts aus, sie werden es nie vermissen. Ich erinnere gerne an die Zeit, als das Schwanz kopieren besonders bei Dobermann und Rottweiler erlaubt war. Die Tiere sagten sich bestimmt auch nicht: ‚Boah, habe ich einen hässlichen Stummelschwanz“ trotzdem wurde es aus guten Grund verboten.

    Ich war lange Zeit Ausführerin in einem Tierheim, 2012 wurde das kastrieren von Hunden verboten( wurde leider wieder aufgehoben:-( ) Es war ein Entschluss mehrerer Tierschutzvereine, weil es nach dem Tierschutzgesetz verboten ist, Tieren ohne medizinische Indikation Organe zu entnehmen. Es gab keine Probleme weder bei den Hündinnen noch bei den Rüden.

    Meine Devise: Kastration nur bei medizinischer Notwendigkeit, sonst falls die Hündin mal geworfen hat oder Nachwuchs nicht möglich ist Sterilisation oder einfach aufpassen.

  27. Unser Larador Rüde wurde jetzt mit 11, Jahren kastriert.
    Leider.Er hatte eine so stark vergrösserte Prostata das diese auf den Darm und die Hahnröhre drückte und der Hund aus der Hahnröhre Blut verlor.
    All die Jahre davor gab es nie Probleme….ausser
    das er sich an einer Stelle am Schwanz immer kahl fraß…
    Da probierten wir alles aus und dachten immer das es an einem Unfall im Welpenalter lag und die Rute dort einen Knick hatte. Nun erklärte man uns das es an zuviel Testosteron lag und durch die Kastration auch das wahrscheinlich aufhören wird.Ich würde meine Hunde nie als erzieherische Maßnahme oder wegen Sauberkeit in der Wohnung kastrieren lassen.
    Leider war es uns aus medizinischen Gründen nicht anders möglich. Da der Hund eine Zahn OP hatte, ließen wir es mit einer Narkose beides durchführen.
    Wir haben mitgelitten .Ich finde es gut wenn eine Kastration oder auch Sterelisation nur bei wirklich medizinischen Notwendigkeiten durchgeführt werden.
    Hoffe das unser Rüde trotzdem noch ein paar schöne Jahre erleben darf.

  28. Sabine meint:

    Hallo,
    ich habe seit Juni 2016 eine Rüden zu Hause. Er ist eine noch seltene und neue Rasse aus Australien. Die Verbände dieser Rasse schreiben den Züchtern daher vor, die Welpen vor der Abgabe (i.d. Regel mit 6 Wochen) zu kastrieren. Damit soll gewährleitet sein, dass die Rasse rein bleibt und keine ungewollten Einkreuzungen erfolgen. Wir haben uns vor dem Kauf des Welpen intensiv mit dem Thema Kastration beschäftigt. Eine Freundin von mir ist Tierärztin. Sie empfahl uns die Katration auf KEINEN FALL VOR DER PUBERTÄT. Frühstens kurz vor dem ersten Lebensjahr. Mit dieser Bitte bin ich dann an die Züchterin getreten. Sie lies sich auf die Klausel im Vertrag ein: DER KÄUFER VERPPLICHTET SICH, DEN WELPEN INNERHALB SEINES ERSTEN LEBENSJAHRES; KASTRIEREN ZU LASSEN. WIRD DER NACHWEIS BIS ZUM GENNANTEN ZEITPUNKT NICHT ERBRACHT, WIRD EINE ZAHLUNG IN HÖHE VON 6200€ FÄLLIG. Zusätzlich musste ich eine Kaution in Höhe von 2000€ hinterlegen.
    Seine Geschwister wurden alle mit 6 Wochen kastriert (3 Hündinnen und 3 Rüden).

    Mein Rüde ist nun 9 Monate alt und die Zeit drängt. Er ist ein Traumhund. Ausgeglichen, nicht aggressiv, kommt mit allen Artgenossen klasse aus. Ist ausgewogen verspielt und ruhig. Klar fängt er seit 4 Wochen damit an andere Hund zu besteigen und zu rammeln, noch unterscheidet er aber nicht ob seine Wahl einen Rüden oder eine Hündin trifft. Auch ist das kein belastendes Thema, da er nicht darauf fixiert ist und sich gut stören lässt. Auch die Hundetraiern sind völlig begeistert von seinem Charakter und meinen er hätte ein perfekt ausgeglichenes Temperament, wie man es sich bei anderen Hunden oft wünschen würde. Er lässt sich toll erziehen und ist der Musterhund in der Hundeschule.

    Ich habe vor 3 Wochen meinen Tierarzt auf die Kastrationsklausel im Kaufvertrag angesprochen. Sein Kommentar: Eine Kastration aus diesem Beweggrund ist Körperverletzung und grob fahrlässig. Er ist absoluter Kastrationsgegner. Er kastriert Rüden nur nach langem Abwägen und bei Gesundheitsgefährdung. Selbst bei Charakterproblemen pflanzt er erst einmal für 3 Monate einen Chip ein und schaut so, ob die Probleme durch eine (hier simulierte) Kastration überhaupt besser würden. Erst danach wird dann wirklich kastriert.
    Er meinte er kennt die Rechtslage nicht, aber denkt, dass so eine Klausel im Kaufvertrag rechtswidrig und damit unwirksam ist. Der Hund sei ja nun mein Eigentum und ich könnte mit ihm machen was ich will. Zudem könnte man nicht von mir verlangen mein Eigentum einer Lebensgefahr auszusetzen. Wenn ich das tun würde, sollte ich mich danach nicht wundern, wenn ich einen komplett wesensverändeten Hund hätte.

    Kann mir jemand helfen? Komme ich um diese Klausel drumrum? Ich will meinen Rüden nicht kastrieren lassen. Wir wollen ihn so behalten wie er ist! Komplett!

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