Urlaubsmitbringsel Hund – unüberlegte Gutmenschentat?

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Den eigenen Hund mit „im Gepäck“ oder bestens versorgt daheim untergebracht, streift der deutsche Urlauber durch sein Reiseland und entdeckt am Straßenrand oder beim Wandern durchs Gebirge ein kleines räudiges und wimmerndes Fellbündel.. und – zack – in die Falle getappt. In die Gewissensfalle.

urlaubsmitbringsel-hund-art.jpgNatürlich kann der mitfühlende Hundefreund den kleinen Zwerg da jetzt nicht einfach so sitzen lassen. Wer kann das schon? Also erstmal angelockt und eingesammelt. Kein Gedanke daran, dass das Würmchen vielleicht irgendeine ansteckende Krankheit wie Ehrlichiose oder Leishmaniose hat und sowohl mitreisende Kleinkinder wie auch den eigenen Hund anstecken könnte. Von Würmern und anderen „netten“ Begleitern ganz zu schweigen.. – der Gutmensch sammelt ein, was sein Herz berührt. Ohne nachzudenken.
Ziemlich sicher marschiert er auch aus einer Perrera oder einer anderen Tier- oder Tötungsstation nicht heraus, ohne wenigstens eine arme Hundeseele im Schlepptau zu haben. Gerettet.
Von völlig fremden Menschen am Flughafen befragt, ob man Flugpate sein kann? Na, klar, aber immer doch. Wo ist die arme Fellnase? Gleich zwei? Ach, Gottchen, die gucken so bedürftig – kein Problem, man ist doch schließlich Tierfreund… und haftet für das Verbringen von Patenhunden nach Deutschland, böse Überraschungen inklusive.

Nicht alles ist so, wie es scheint

Wer nun glaubt, die Verfasserin dieser Zeilen sei eine gefühllose, kaltherzige Kreatur, dass sie so abfällig schreibt, der liegt aber so was von daneben! (Liebe Grüße an Doggenoskar und all die anderen fantastischen Auslandspfoten, die mir ans Herz gewachsen sind..)

Die erste, die auf dem Bauch liegt, um irgendwo verlassene kleine Wimmerknäuele aus dem Graben oder unter Gerümpel und Müll heraus zu angeln, bin nämlich ich. urlaubsmitbringsel-hund2.jpgNatürlich erkundige ich mich vor Urlaubsantritt über die anerkannten Tierschutzorganisationen vor Ort und recherchiere, ob Flugpaten für nachweislich bereits vermittelte (!) Hunde benötigt werden. Ich bin Spendenpatin für drei nicht mehr vermittelbare Hunde in verschiedenen südspanischen Perreras, und nur unter allerallergrößter Selbstbeherrschung kann ich ein Tierheim betreten und wieder verlassen, ohne, dass ich meinen eigenen Grundsatz „Nicht mehr Hunde als Kinder!“ verletzt habe und mindestens eine Fellschnauze von mir adoptiert wurde. Das Ende vom Lied: Ich meide mittlerweile Tierheime – und spende. Das schafft Distanz und hilft. Und es beruhigt das Gewissen. Zumindest meins. Etwas.

Lerne „Nein“ zu sagen

Überhaupt, das Gewissen: Kann man wirklich guten Gewissens einen Auslandshund mitbringen oder – ohne ihn mal persönlich getroffen und kennen gelernt zu haben – im Internet aussuchen und adoptieren?

Denke ich rassistisch, wenn ich lieber einem Hund aus einer deutschen als aus einer ausländischen Station ein neues Zuhause geben möchte? Immerhin sitzen leider auch in deutschen Tierheimen zunehmend Mitbringhunde und solche aus ausländischen Tierheimen, von denen nicht wenige unsachgemäß und mit uneindeutiger Interessenslage geführt werden. Die Leidtragenden: Fellnasen, deren deutsche Besitzer schon recht bald aus ihrer Rettungseuphorie erwachten und mit dem Vierbeiner überfordert waren oder erkennen mussten, dass der Souvenirhund so krank ist, dass seine veterinärmedizinische Versorgung nicht nur viel Geld kostet, sondern er auch nicht mehr lange leben wird.

Bin ich ein schlechter (Hunde-)Mensch, wenn ich den Urlaubsfindling NICHT mitnehme, sondern mit der gebotenen Vorsicht (kein Kontakt zu Kleinkindern und dem eigenen Hund) berge und einer guten Tierhilfsorganisation vor Ort übergebe?

Ist gar meine Entscheidung für einen gut gezogenen Rassehund aus nachweislich hervorragender Zuchtstätte anstelle eines Tierheimhundes oder eines Urlaubsfindlings verachtenswert?

Fragen über Fragen – und Vorurteile

Nicht jeder ausländische Straßenhund ist ein nicht mehr sozialisierbarer Streuner, der nur darauf lauert, seinen wohlmeinenden „Adoptiveltern“ zu entwischen. Doch etliche von ihnen haben die allerschlimmsten Erfahrungen mit der Spezies Mensch gemacht und sind entsprechend eingeschüchtert oder sogar aggressiv. Viele dieser Hunde waren mal geliebte Familienhunde, deren Besitzer dann irgendwann kein Interesse mehr an ihnen hatten (oder kein Futtergeld) und sie aussetzten. Das gilt auch für die Hunde in den Tötungsstationen, deren Betreiber von dem „Kopfgeld“ recht gut leben – bezahlt von den Kommunen oder sogar den ehemaligen Besitzern, die sich der lästig gewordenen Vierbeiner entledigen wollen. Kein Vergleich zu der Euthanasie, wie sie – leider – auch in deutschen Tierheimen praktiziert wird, praktiziert werden muss wegen der zunehmenden Überbelegung (vermehrt auch mit Hunden ausländischer Tierschutzorganisationen) und der teilweise rückläufigen Vermittlungszahlen. Und da ist es wieder, das Dilemma: Auslandshund oder deutscher Tierheimhund oder doch lieber Rassehund vom guten Züchter?

Wie man es auch dreht oder wendet- es gibt keine allgemeingültige Antwort. In jedem Fall sollte der Auslandshund über eine anerkannt seriöse Tierschutzorganisation vermittelt werden, die genauestens die neuen Besitzer überprüft und auswählt, und gewährleistet, dass das Tier veterinärmedizinisch korrekt diagnostiziert übergeben wird sowie auch für eine Neuvermittlung parat steht, für den Fall, dass es nun gar nicht mit den sich noch unbekannten Zwei- und Vierbeinern klappen will.

Eine großartige Alternative zum Verbringen von Straßenhunden nach Deutschland ist die Unterstützung von Organisationen wie dem IFAW, dem International Fund of Animal Welfare, der die Straßenhunde und –katzen vor Ort einfängt, medizinisch versorgt, kastriert und unter Beobachtung wieder aussetzt. Konsequenter Weise setzt sich der IFAW auch für die Verbesserung der Lebensumstände der ansässigen Bevölkerung ein, damit es in der Folge auch deren Tieren besser geht.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet

Ein Hund ist kein Urlaubssouvenir! Wem nicht bewusst ist, dass er ein Lebewesen mit nach Hause bringt, das unter Umständen gar nicht (mehr) an ein Leben in einer Wohnung oder in einem Haus gewöhnt ist, das lieber heute als morgen stiften geht, weil es sich „draußen“ besser zurecht findet und den Menschen fürchtet, der macht mehr verkehrt, als er es „nur gut meint“. Insbesondere gilt dies für Zweibeiner, die im direkten Anschluss an ihren Urlaub wieder arbeiten gehen müssen und gar keine Zeit haben, sich mit dem verunsicherten Vierbeiner bekannt zu machen und ihn behutsam an die neuen Lebensumstände und die andersartigen klimatischen Bedingungen zu gewöhnen.

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Was ist „artgerecht“? Gedanken zum Welttierschutztag

Kommentare

  1. Anna Groß meint:

    Besser viel Geld für unnötige Tierleinen, Tierspielzeug, luxe Futter und mehr Unsinn! Besser kein kleine arme Tieren helfen in andere Länder?? Ja, du bist herzlos und kalt und leer!

    Glücklicherweise gibt es noch viele Menschen mit Herz, die viele Hunden aus die Tötungsstationen und arme Länder gerettet haben. Die Hunden haben AUCH EIN RECHT AUF EIN GLÜCKLICHES LEBEN HABEN! Und Deutschland is noch lange nicht voll.

    • Max Ch. meint:

      „Deutschland is noch lange nicht voll.“ ?? Hab ich was verpasst oder du? In deutschen Tierheimen müssen sogar schon Hunde getötet werden, weil es zu viele sind. Komm mal klar. Oder gehörst du zu den Geldsammlern, die jeden immer gleich anmachen, der NICHT auf Bilder von armen Hunden in Käfigen reagiert und fett Kohle abdrückt?
      Ich habe einen Auslandshund aus einem deutschen Tierheim und einen Rassehund. Beide haben mehr als eine Leine und beide kriegen teures Futter. Außerdem habe ich was gegen penetrante Mitleidstories und schwülstiges Gequatsche. Wer helfen will, braucht einen klaren Verstand und keine verheulten Augen!

  2. Margot Köhler meint:

    Es ist leider so, wie Frau Silbermann schreibt, es sind viele Hunde aus sogenannten Tötungsstationen hier, die wieder in den Tierheimen landen, da die neuen Besitzer oft nicht mit den Hunden zurecht kommen.
    Ich erlebe es jedes Mal wenn ich bei Menschen bin, die noch nie einen Hund hatten und deren Herz sich für einen Hund aus dem Ausland entschieden hat. Sie müssen wieder arbeiten, der Hund kennt keine Wohnung und dementsprechend sieht diese dann auch aus: vollgekotet und gepieselt, Möbel angeknabbert, Mülleimer geleert undsoweiter.
    Schade, denn jedes Tier hat es verdient ein gutes Leben zu führen und nicht wieder im Tierheim zu leben.
    Natürlich habe ich auch wunderbare Hunde erlebt, die sich super einfügen, viele Dinge kennen und problemlos sind.
    Aber!!!!!! das weiß ich nicht, wenn ich mir ein solches Fellknäuel -das ich nur über Bilder und Beschreibungen kennengelernt habe- hole.
    Spenden an gute Organisationen( zBsp TASSO) helfen.
    Dass es vielen Hunden zu gut geht -tolle Halsbänder, Superfutter, eigenes Bett undvielesmehr- zeugt nicht immer nur von Tierliebe, aber das steht wieder auf einem anderen Blatt.

  3. Sylvia P. meint:

    Ich habe selbst zwei Hunde aus dem Ausland und einen „Einheimischen“ und stimme Ihnen in dem Punkt, dass Mitleid allein kein Kriterium für eine Übernahme eines solchen Hundes sein sollte, voll zu. Man muss sich bewußt sein, dass diese Hunde durch ihre Vorerfahrungen oftmals schwierig sein können. Doch kenne ich reichlich Hunde aus Deutschland, als Welpe vom Züchter gekauft, die ihren Haltern nicht wenige Probleme verursachen. Schade finde ich , dass Sie Mittelmeerkrankheiten wie Ehrlichiose (kann mit Doxycyclin vollständig geheilt werden) und Leishmaniose( es gibt kaum Nachweise für eine Übertragung von Hund zu Hund) als ansteckend bezeichnen. Wenn man sich der Verantwortung , einen Hund mit ungewisser oder schlimmer Vergangenheit zu übernehmen stellt, gilt für mich- Tierschutz hat keine Grenzen!!

    • Katherine Silbermann meint:

      Ja, Ehrlichiose ist heilbar (mit Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline) – und Leishmaniose sehr wohl ANSTECKEND! Die im Wundsekret (und nicht im Blut!) befindlichen Leishmanien stellen sowohl eine Infektionsgefahr für Kleinkinder wie auch immungeschwächte Personen oder andere Hunde dar, die durch Wundkontakt des infizierten Hundes (oder Menschen!) mit Schürf- oder Schnittwunden beim nicht infizierten Lebewesen übertragen werden können. Aktuell wurden Übertragungen nach Deckakt zwischen einem Leishmaniose-Hund und einem gesunden Hund festgestellt, der anschließend ebenfalls erkrankte. Von erkrankten Welpen wird auch berichtet. Besonders heikel: Leckkontakt mit den Schleimhäuten kleiner Kinder. Deshalb der Hinweis in dem Artikel, möglicherweise oder augenscheinlich erkennbare Leishmaniose- Hunde „mit der gebotenen Vorsicht (kein Kontakt zu Kleinkindern und dem eigenen Hund)“ zu bergen.
      K.S. / Redaktion Hund-unterwegs

      Für weiterführende Informationen empfehle ich u. A. diese sehr ausführliche Dokumentation: http://www.tierklinik.de/medizin/parasitaere-erkrankungen/protozoen/leishmaniose
      oder das Leishmanioseforum: http://www.leishmaniose-forum.com/

  4. Sabrina R. meint:

    Soll ich das Statement
    der Artikelverfasserin ernstnehmen, die noch nicht einmal weiß, daß Leishmaniose nicht ansteckend ist, sondern ( ausschließlich ) durch den Stich der Sandmücke übertragen wird?
    Der geneigte Leser dieses Artikels möge sich bitte sein eigenes Urteil bilden und dabei nicht vergessen, die eigenen grauen Zellen zu bemühen…Oft lohnt sich das!
    Ich hätte “ Hund Unterwegs “ mehr Niveau zugetraut.

    • Redaktion Hund-unterwegs meint:

      Ja, das Statement der Artikelverfasserin sollte ernstgenommen werden, denn LEISHMANIOSE IST ANSTECKEND! – wie bereits in der Antwort auf den Kommentar von Sylvia P. ausführlich dargelegt. BITTE LESEN! Es lohnt sich. Die „eigenen grauen Zellen“ bekommen was zu tun.. 😉
      Redaktion Hund-unterwegs

      • Jutta Flinkerbusch meint:

        Es gibt nicht einen bekannten Fall, in dem Leishmaniose vom Hund auf den Menschen übertragen wurde.
        Bitte keine Panikmache! Und bitte v o r h e r umfassend recherchieren.

        • Redaktion Hund-unterwegs meint:

          In Deutschland ist bisher kein solcher Fall amtlich dokumentiert. Damit es auch zu keiner Infektion kommt, informieren wir zu diesem Thema – übrigens nach ausgesprochen intensiver und umfangreicher Recherche – … und haben Babesien, Hautwurm, Francisella tularensis, Bartonellen und viele andere Zoonose-Erreger außen vor gelassen (um nur einige zu nennen, mit denen wir uns wohl zukünftig befassen werden müssen).
          Redaktion Hund-unterwegs

  5. sabine spiegl meint:

    Was die Verfasserin mit Ihrem Artikel bezwecken will einfach einmal mehr mitdenken!-
    Ich hatte 2 Hunde
    1e aus dem örtlichen TH als Welpe aus Spanien importiert.nach 1,5 Jahren abgeschoben worden.
    Ich kann mir keinen besseren Hund wünschen.
    Den 2. Habe ich durchs Internet als Pflege stelle bekommen.Aussage Vermittler: wahrscheinlich im dunklen engen Keller gehalten. Kreisler und schielt ein wenig- das gibt sich ..
    Sie ist im Dez ’12 bei uns als Pflegehund eingezogen.. nach 3 tagen war mir klar : sie ist zu 75% blind.dadurchdas kreiseln.nachdem die Vermittlerstelle darauf aufmerksam gemacht worden ist,räumten sie ihrerseits kein Fehlverhalten ein sondern schenkten mir den Hund, mit der Begründung: es ginge ihr bei uns so gut.heute vor 2 Wochen musste ich meine kleine Motte einschläfern lassen im alter von 2 Jahren aufgrund eines Gehirntumores.dieser hatte die Blindheit etc verursacht.
    Angeblich soll der Hund mehrfach beim TA gewesen sein..und allein durch die Überprüfung des Auges war es schon ersichtlich.
    Ich freue mich über jeden gesunden Hund der vermittelt wurde.. nur es gibt leider auch vielzuoft eine Kehrseite.
    Genauso wie man sich über eine Anschaffung eines TH Tieres sich Gedanken macht..einmal mehr wenn im Urlaub einer vor den Füssen sitzt.und um nicht zum animalhorder zu werden – klar def. Wieviele Tiere man aufnimmt ob sie trächtig werden dürfen und ob Abnehmer dafür bekannt sind.
    LG
    Sabine

  6. Kerstin Adrians meint:

    Zustimmen kann ich dem Statement, dass ein Tier kein Urlaubssouvenir ist und Mitleid die denkbar schlechteste Basis ein solches Tier zu übernehmen.
    Grundsätzlich finde ich es völlig in Ordnung, Hunde aus dem Auslandstierschutz zu übernehmen.
    Da ich selber bei jeder Urlaubsreise als Flugpate fungiere, informiere ich mich über geeignete, seriöse Orgas vor Ort und besuche diese auch. Die Hunde waren immer bereits in Deutschland vermittelt.
    Ich persönlich kenne keine Orga, die es zulässt, dass Hunde, mit denen die neuen Beistzer nicht zurecht kommen, im Tierheim landen. Leider gibt es auch immer schwarze Schafe in einer Herde.

    Einer meiner Hunde kommt aus Spanien und ist Leishmaniose-positiv. Was mich immer wieder aufregt, ist die Panikmache, die mit den sog. Mittelmeerkrankheiten einher geht. Man sollte das Thema nicht verharmlosen (leider ist auch das der Fall bei vielen Tierschutz-Orgas), sondern Menschen ausreichend und vor allem qualifiziert informieren, was mit dieser Krankheit, die ja nicht nur den Hund betrifft, einher geht. Da die Infektionsrate beim Menschen ähnlich hoch ist (z.B.Südfrankreich), erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
    Bei mir im Haushalt leben auch gesunde Hunde und die Ansteckungsgefahr ist verschwindend gering, zumal sich im behandelten Zustand die Leishmanien im Bindegewebe befinden.

    Die Frage, ob Hunde aus dem Ausland oder aus Deutschland muss sich jeder selbst beantworten. Die Hunde, die in der Masse in Deutschlands Tierheimen sitzen, sind leider nicht die Hunde, die sich die meisten Menschen als Familienhunde wünschen würden, vor allem oft aus Unkenntnis und Panikmache.
    Ich z.B. habe hier keinen Hund bekommen, da ich den ganzen Tag berufstätig bin – nun gut.
    Böse Zungen behaupten, dass es mittlerweile schwieriger ist einen Hund hier aus dem Tierheim zu bekommen, als ein Kind zu adoptieren. Ich würde das nicht unterschreiben, aber ein bisschen davon hat es mittlerweile.
    Grenzenloser Tierschutz bedeutet für mich, dass vor allem vor Ort Aufklärungsarbeit betrieben wird, dafür spende ich. Eine Vermittlung nach Deutschland kann nicht das allein selig machende Mittel sein. Finde ich vor Ort ein Tier, sorge ich dafür, dass es in kompetente Hände kommt.

  7. Nicole meint:

    Ich finde den Artikel sehr gut geschrieben und an einigen Stellen spricht er mir wirklich aus der Seele. Dass sich bei diesem Thema viele Leute angegriffen fühlen und dass es hier unterschiedliche Meinungen gibt, ist klar.

    Ich finde es toll, wenn jemand sich im Auslands-Tierschutz engagieren möchte und vor Ort etwas tut. Die Tiere hier her zu bringen, während die Tierheime voll sind und oft auch noch Geldsorgen haben, ist allerdings keine Problemlösung, sondern schlichtweg eine Problemverlagerung.

    Aber wenn ich es richtig verstanden habe, wird es mit der Änderung des Tierschutzgesetzes jetzt schwieriger ausländische Tiere einzuführen?

  8. Eine verantwortungsvolle, fachlich fundierte und seriös durchgeführte Vermittlung von Auslandshunden in hiesige Adoptionsfamilien sehe ich durchaus als einen Akt der Humanität,
    vergleichbar mit der Vermittlung von Waisenkindern.

    Natürlich ist es „einfacher“, sich einen Welpen vom Züchter zu holen. Die Adoption hingegen verlangt sicher viel mehr Vorarbeit, auch Mut und vor allem: Engagement!

    Man muss (sollte) sich genauestens über die vermittelnde Stelle informieren, über zu erwartende Probleme, natürlich auch über Krankheiten, die auftreten können. Adoptanten bekommen keinen „genormten“ Hund und wissen dies in den meisten Fällen auch sehr genau einzuschätzen.

    Nach meiner Erfahrung entscheiden sich nahezu 100 % der Adoptanten für einen Hund aus dem Tierschutz > TROTZ der möglicherweise auftretenden Probleme, wie Ängstlichkeit, Krankheiten etc.

    Natürlich kann die Adoption keine Dauerlösung bleiben! Priorität muss die Veränderung vor Ort haben!
    Bis dies erreicht ist, finde ich es akzeptabel, WENIGSTENS den vermittelbaren Tieren ein Körbchen zu schenken. Die Ausreise von kranken (infektiösen) Tieren ist sicher dabei zu hinterfragen….

    Zu hinterfragen wäre allerdings auch die „Zucht“-und deren Vermittlungs-Praxis in unseren Ländern!
    Obwohl KLEINE FAMILIEBEGLEITHUNDE in erster Linie gesucht werden, werden weiterhin alle möglichen Spezialrassen gezüchtet und dazu noch zunehmend krank gezüchtet.

    Rassen, die eigentlich überhaupt nicht als Familienbegleithunde geeignet sind.
    Hunde mit starkem Hüte-Arbeits-und Jagdtrieb landen so unterbeschäftigt bei völlig überforderten Haltern. Dieses Drama kann man bei jedem Spaziergang zu Genüge beobachten.

    Solange sich JEDER nach Belieben einen Hund beim Züchter kaufen kann,
    werden auch (!) diese Grundprobleme weiterhin unsere Tierheime füllen.
    RASSE schützt nicht vor dem Tierheim….

    Dennoch findet man in Deutschland tatsächlich kaum KLEINE, umgängliche
    Hunde hinter Gittern. Diese sind immer schnell vermittelt….übrig bleiben zumeist: Schäferhunde,
    Rottweiler, Dobermänner, Kampfhunde etc.
    TROTZDEM werden diese Rassen munter weiter vermehrt….das bereits überlaufende Faß immer
    weiter befüllt. Um diesen Kreislauf des Wahnsinns zu unterbrechen, muss man an vielen
    Brennpunkten etwas bewegen und nicht ständig nur ängstlich auf die „Ausländer“ zeigen.

    1. Jeder angehende Hundehalter müsste verbindlich einen Hundeführerschein ablegen.
    2. Nicht jeder Hinz und Kunz dürfte nach Belieben züchten und vermehren. „Züchter“ kann jeder
    Hinterhofbetreiber und jeder Pseudofachmann/frau werden.
    3. Zucht und Vertrieb von Qualzuchten wäre SOFORT zu verbieten.
    4. Jede seriöse Orga nimmt ihre Schützlinge gegebenenfalls zurück.
    5. Jeder Züchter müsste verbindlich seine Zuchtprodukte gegebenenfalls wieder in Obhut nehmen…
    6. Solange täglich Hunderttausende GESUNDE (!) Hunde aller Rassen, Größe und jeden Alters
    umgebracht werden, ist weitere Vermehrung durch ZUCHT zu hinterfragen.
    7. Kastrationspflicht + Registrierungspflicht für jeden privaten Hund!

    Wir haben eine GESAMT-PROBLEMATIK !
    Leider müssen die Auslandshunde viel zu oft auch noch dafür herhalten, von den anderen faulen Stellen
    im System abzulenken. Ein Schrottwagen muss komplett (!) repariert werden, nicht nur am Auspuff!
    Und unser gesamtes System der Zuchtvermehrung, Aussetzung und Tötung von Haustieren
    ist ein System, dass repariert werden muss!
    Letztendlich ist es für mich eine Frage des Gewissens, in dem einen Land, gesunde Welpen in den Müll zu werfen…und in dem anderen wieder Welpen in die Welt hinein zu züchten…..

  9. Christine Sekot meint:

    Dir Deutschen Tierheime bedienen sich gerne an leicht vermittelbaren Auslandshunden. Zahlen nichts dafür oder fast nichts und vermitteln sie hier teuer und bekommen in der Zeit in der sie dort sind auch noch genug Geld für sie. Soviel zur angeblichen Überbelegung und Belastung der armen deutschen Tierheim durch die kaputten dreckigen Auslandshunde. Sowas von mieß und falsch der Artikel.

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