Wahrheit im Tierschutz: Muss das sein?

Teaser Tierschutz: Muss das seinSie macht sich noch immer schwere Vorwürfe. Der Hund ist weg. Abgegeben. Weiter vermittelt. Wenn auch nur ein paar Häuser weiter. Nedo, vom Tierschutzverein als Border Collie-Mix eingestuft, ist ein Angsthund. Er kommt aus Bosnien.

Ein bisschen gewundert hat sich Ute Mertens schon. Die Pflegestelle fragte gar nicht, ob sie mal Probe-Gassigehen möchte. Sie wollte aber auch nichts sagen. Die 65-Jährige ist nicht der Typ Mensch, der auf Konflikte aus ist. Oder gar Kritik übt.

Hach, schüchtern. Wie putzig.

Die sieben Hunde taten ihr leid. Sie waren alle so ängstlich. Versteckten sich teils unter Tischen und Bänken. Was für ein Glück, dass zumindest ihr Favorit gleich Kontakt aufnahm und an ihrer Hand schnüffelte. Nedo, ein sieben Monate alter Rüde, unkastriert, vielleicht ein wenig schüchtern, so die Dame von der Pflegestelle. Schüchtern? Das klingt niedlich. Sympathisch.

Warum Nedo denn die Pflegestelle zwei Mal wechseln musste, will Mertens wissen. „Ach, die Hündin des Hauses hatte sich nicht mit ihm verstanden“, antwortet die Tierschützerin. Na gut.
Ute Mertens rutscht ein wenig verlegen auf dem fremden Sofa herum. Ihr Lebensgefährte versucht unterdessen, den schwarzen Rüden für sich zu begeistern. Nedo blickt ihn aus großen, ängstlichen braunen Augen an.

„Bei Männern ist er vorsichtig“

„Bei Männern ist er schon mal vorsichtig. Aber mit ihrem Mann klappt es doch prima!“ Hmhm. Die Sauerländerin ist unsicher. Zwar war sie schon immer eine erklärte Tierschützerin, aber eigentlich sucht sie nach dem Tod ihrer alten Hündin ein älteres Tier, eins, das sich gut in die Familie integrieren lässt. Klein sollte der Hund sein, handlich. Und sich mit dem dreijährigen Enkel verstehen. „Alles kein Problem“, frohlockt die Pflegestelle, „der Nedo kennt Kinder. Und so besonders groß ist er ja gar nicht.“ Gut, 42 Zentimeter Widerristhöhe, das geht doch eigentlich. Oder?

„Der ist aber ängstlich“

Die Vermittlung ist geglückt. Ein paar Tage später wird Nedo in sein neues Zuhause ins Sauerland gebracht. Ute Mertens wohnt auf dem Dorf, nur wenige Meter vom Wald entfernt. Eigentlich ideal für Hunde.

„Der ist aber ängstlich“, sagt Mertens, als sie gemeinsam mit der Dame von der Pflegestelle und ihrem neuen, vierbeinigen Mitbewohner ein paar Meter geht. Der bosnische Rüde hat die Augen weit aufgerissen, hechelt stark und will einfach nur weg. „Ach, das ist die neue Umgebung. Das legt sich ganz schnell“, winkt die Tierschützerin ab. Der Spaziergang wird schnell beendet, weg ist sie.

Ute Mertens ist jetzt allein in ihrer Wohnung mit Nedo. Der erleichtert sich als erstes auf dem Teppich im Flur. Kommentarlos wischt die ehemalige Altenpflegerin den Urin weg. Das Tier muss sich erst mal eingewöhnen, das weiß sie.

Später am Nachmittag kommt ihr Freund zu Besuch. Nedo sitzt derweil unter dem Küchentisch. „Nun komm doch mal her“, spricht Walther ihn an. Der Rüde weicht zurück, schnüffelt dann aber vorsichtig an dem Stück Wurst, das Walther ihm nun hin hält.

Border Collie an Leine

Die Pflegestelle ist nicht erreichbar

Nicht mehr als ein paar Tage sind vergangen, da startet Mertens einen Telefonmarathon. Sie braucht Hilfe. Nedo hat vor allem Angst, er ist nicht stubenrein, hat jetzt auch noch Durchfall und Gassigehen ist schon mal gar nicht möglich. Ganz so schlimm hatte sie sich das mit dem Hund nicht vorgestellt. Als schüchtern hatte ihn doch der Tierschutzverein beschrieben. Ha! Was für eine nette Beschreibung für einen Hund, der Draußen Todesängste hat. Sie ruft die Pflegestelle an. Mehrfach. Mehrere Tage hintereinander. Keine Chance. Die Dame ruft auch nicht zurück. Es scheint sie nicht zu interessieren, wie Ute Mertens mit dem „geretteten“ Vierbeiner zurecht kommt.

„Sie brauchen Geduld!“

Die Sauerländerin zieht mehrere Hundetrainer zurate. Sie brauche Geduld, sagen die. Ihre Tochter, die Mutter ihres Enkels sieht das anders: „Aber was ist, wenn er das Kind beißt?! So ein unsicherer Hund, der fühlt sich doch schnell mal bedroht!“ Auch die zweite Tochter ist alles andere als begeistert: „Wie können die meiner Mutter ein solches Tier geben?! Sie hat doch gesagt, dass sie einen älteren, unproblematischen und vor allem kleinen Hund sucht!“ „Nedo akzeptiert mich nicht!“, meint ihr Lebensgefährte schließlich, „Inzwischen knurrt er mich sogar an!“ Auch ihre Mutter redet nun nicht mehr mit ihr.

Mertens ist verzweifelt. Wie soll sie diesem Druck standhalten? Andererseits: Sie will jetzt auch mal an sich denken. Schließlich wollte sie diesen Hund. Außerdem: Eine Abgabe würde bestimmt zu einem noch schlimmeren Knacks bei ihm führen. Nein, das will sie nicht zu verantworten haben. Weil er immer noch Durchfall hat, geht sie wieder zum Tierarzt mit ihm. Hunderte Euros hat sie mittlerweile für Hundetraining ausgegeben. Eine Trainerin beichtet ihr: „Ich hatte einen Schäferhund aus dem Tierschutz. Drei Jahre hat es gedauert, bis er halbwegs alltagstauglich war. Meine Ehe ist daran fast zerbrochen. Ich spende ja gern für den Tierschutz. Aber ansonsten sollen die mir vom Acker bleiben.“

„Der Tierschutz soll mir vom Acker bleiben“

Das dicke Ende lässt nicht lange auf sich warten: Die Sauerländerin bekommt einen Nervenzusammenbruch. Dann die Wende: Eine Nachbarin, Besitzerin eines Bernhardiners und Vollzeit-Optimistin will Nedo bei sich aufnehmen. Nach langem hin und her, willigt Mertens ein. Doch sie macht sich Vorwürfe: „Ich habe noch nie einen Hund wieder abgegeben.“

Erst klappt alles gut. Nedo versteht sich prima mit dem Zweithund, orientiert sich an ihm. Einige Wochen später dann der Schock: Nedo ist weg. Beim Spaziergang mit der Nachbarin geflüchtet. Nach sechs Wochen bangen Wartens und Hoffens, ist es ausgerechnet Ute Mertens, die den Rüden findet. Fast ist sie versucht, ihn doch zu behalten. Aber die Nachbarin ist dagegen: „Ich will ihn behalten. Aber ob er jemals ein halbwegs normales Leben in Deutschland führen kann – das bezweifle mittlerweile sogar ich.“

Vertrauen in den Tierschutz hat die Sauerländerin Ute Mertens, die einst erklärte Tierschützerin, nun nicht mehr. Ein paar Mal versucht sie noch, ein anderes armes Geschöpf bei sich aufzunehmen, doch sie hat Angst, noch mal etwas Ähnliches wie mit Nedo zu erleben. Sie fragt sich: Was hat das mit Tierschutz zu tun, wenn Hunde auf „Teufel-komm-raus“ gerettet werden, obwohl sie sich hier gar nicht zurecht finden? Ist das noch Liebe zum Tier, die Wahrheit über Verhaltensprobleme zu verschweigen und in Kauf zu nehmen, dass der Hund zum Wanderpokal wird? Oder geht es vielleicht doch nur um die Profilierungssucht der Tierschützer?

„Warum können viele Menschen nicht mit ansehen, wenn es Tieren, nach ihrer persönlichen gefühlsmäßigen Einschätzung, schlecht geht?“, fragt sich auch Tierpflegerin Christine Futter vom Tierheim ‚Sonnenblick‘ in Hamm (Westfalen). „Das wäre ein interessantes psychologisches Thema für ein sehr dickes Buch.“ Auslandstierschutz sieht die Tierschützerin kritisch: „Ich möchte hier auf keinen Fall Tierquälerei nach dem Mund reden, aber ist ein wilder Straßenhund, der im Großen und Ganzen sein Auskommen und seine Kumpels hat, in einer deutschen Mietwohnung bei Trockenfutter wirklich glücklicher? Da wäre eine Lösung im Herkunftsland zu bevorzugen.“

Das sehen viele Hundefreunde anders. Tanja Michler (Tierschutzverein Iserlohn) prüft, bevor sie Hunde nach Deutschland holt: „Ich selber betreibe auch Tierschutz im Ausland, arbeite aber mit mir persönlich bekannten Tierschützern vor Ort zusammen und nicht mit irgendwem. Wir sprechen uns ab und suchen dann gezielt die Tiere aus, über die wir hier vor Ort dann auch viele Details nennen können.“ Von „Schreibtischtätern“ hält sie gar nichts: „Wir haben schon einer Menge Tiere in ein neues gutes Zuhause verholfen, ohne je irgendein Problem oder gar einen Rückläufer gehabt zu haben. Wir unterscheiden uns ganz klar von den PC Tierschützern, die Tiere kommen lassen ohne etwas über die Adoptanten zu wissen oder sie gar nicht mal persönlich kennen, das ist kein Tierschutz!“

Hunde „retten“ ist keine Lösung

Wie mit Abgabetieren umzugehen ist, das hat der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Homepage dokumentiert. Besonders was das „Retten“ von Auslandshunden angeht, findet er deutliche Worte: „Projekte, die ausschließlich auf das Retten von Tieren durch Ausfuhr zur weiteren Vermittlung in andere Länder ausgerichtet sind, sind weder kurz- noch langfristig als erfolgversprechend anzusehen. (…)“

Auch der Einwand vieler Vereine und Privatpersonen, man müsse die Hunde schützen, weil sie ansonsten eines gewaltsamen Todes sterben würden, lässt der Verein nicht gelten: „(…)Im Gegenteil, die Tierschützer erleichtern die Gemeinden um ihre Verantwortung den Tieren gegenüber, indem sie neue Kapazitäten in den Stationen schaffen.“

kleiner Hund Tierschutz

Auslandstierschutz ist erlaubnispflichtig

Ganz davon abgesehen, dass es einer Erlaubnis bedarf, Hunde nach Deutschland zu verbringen,
– einzelne Bundesländer wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen erschweren mittlerweile den Zugang zu Fördergeldern für Vereine, die regelmäßig Vierbeiner aus dem Ausland holen. Zudem kann solchen Organisationen nach geltendem Recht mittlerweile sogar die Gemeinnützigkeit aberkannt werden. „Tierschutzvereine, die Tiere einführen, die dann gegen Schutzgebühr vermittelt werden, müssen im Zweifelsfall also nachweisen, dass auch kein indirekter Gewinn angestrebt wurde“, erklärt der Deutsche Tierschutzbund. Diese Entscheidung des Gerichts dürfte auch eine Reaktion auf den schwunghaften Handel mit Hunden aus dem Ausland sein.

Mittlerweile müssen nicht nur Hundetrainer ihre Kompetenz unter Beweis stellen. Die verantwortliche Person eines Tierschutzvereins ist nach § 11 Tierschutzgesetz verpflichtet, ihre Sachkunde im Umgang mit Tieren nachzuweisen. Dazu gehören Kenntnisse über Rechtsvorschriften, Impfungen, Infektionskrankheiten genau wie das Wissen über Hunde im Allgemeinen. Diese Voraussetzungen müssen insbesondere auch von privaten Pflegestellen erfüllt werden, die Hunde aus dem Ausland gegen Schutzgebühr vermitteln.

Tierschutzorganisationen, die derartige Kenntnisse nicht nachweisen können, machen sich strafbar (§ 18 Absatz 1 Nr. 20 Tierschutzgesetz).

Die andere Seite der Medaille: Will der Tierschutz überhaupt Hunde vermitteln?

Doch wie ist es eigentlich um den heimischen Tierschutz bestellt? Familie Heins aus dem Ruhrgebiet ist unfreiwillig Experte auf dem Gebiet geworden. Sie versucht seit gut einem Jahr, einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu geben. „Es kam auch dazu, dass wir mehrfach mit einem Hund spazieren gegangen sind“, berichtet Oskar Heins, „doch dann gab es plötzlich einen anderen Interessenten und das Tier war weg.“ Der Familienvater ist sauer.

Immer wieder beschweren sich adoptionswillige Hundefreunde darüber, dass Tierheime „zu kritisch“ sind. Es entstehe der Eindruck, die Tiere sollten gar nicht vermittelt werden. Das kennt auch Bianca Hoppmann aus Sundern: „Ich bekam keinen Hund, weil ich alleinstehend und berufstätig bin. Die Hündin, die ich gern gehabt hätte, wurde einige Monate später als Notfall bei Tiere suchen ein Zuhause im WDR-Fernsehen vorgestellt.“

Probleme gemeinsam angehen

Und was sagt der Tierschutz dazu? „In dem Job wird man im Laufe der Zeit ganz automatisch kritisch, denn hat man bei der Vermittlung einmal ein Tier in schlechte Hände gegeben, macht man sich lange schwere Vorwürfe“, weiß Tierpflegerin Christine Futter. „ Die zunehmende Anzahl der Tiere mit – ich will es mal so ausdrücken – schwieriger Aktenlage, in fähige Hände zu vermitteln ist keine leichte Aufgabe.“ Das führt bei vielen Tierschützern zu einem generellen Misstrauen Menschen gegenüber. Wem kann man trauen? Wem nicht? Yvonne Walczak war fünf Jahre lang Leiterin des Tierheims in Sundern Amecke (Sauerland), sie kennt das Problem: „Interessenten, bei denen ich dachte, das sind tolle Stellen, haben sich hinterher als sehr schlecht heraus gestellt und Stellen wo man mit gemischten Gefühlen Tiere hin vermittelte, hatten den Himmel auf Erden. Man guckt den Leuten nur vor den Kopf.“

Wie seriöser Tierschutz aussehen könnte, davon hat Diana Pscheidt vom Verein Pfotenhilfe Sauerland genaue Vorstellungen: „Probleme sollte bei der Vermittlung nicht verschwiegen, sondern gemeinsam angegangen werden.“

Das hätte sich auch Ute Mertens gewünscht. Sie hat sich nun für einen Dackelwelpen entschieden. Vom Züchter.

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Kommentare

  1. Warum hat sie nun einen Dackelwelpen, wenn sie explizit einen älteren Hund wollte? Wurde sie da über die „Einfachheit“ des Welpenbesitzes vom Züchter falsch informiert?

    Wann kommt ein fundierter Bericht über die Missstände im Zuchtbereich?

    Warum werden in diesem Artikel Tierhasser (die vorwiegend monetäre Interessen haben) und die, die Tieren wirklich helfen wollen und sehr viel dafür opfern, über einen Kamm geschert?

    Warum werden schwierige Einzel-Themen, die wenig miteinander zu tun haben, vermischt? Damit meine ich:

    – Hunde aus dem Ausland retten
    – die Schwierigkeiten deutscher Tierheime
    – Vermittlungsmentalität
    – die Vielfalt der Möglichkeiten in der Hundeerziehung
    – schlechte Erfahrungen mit Menschen, die die Tiere nehmen, aber nicht klarkommen
    – Pflegestellen, die nicht seriös arbeiten

    Ich habe den Eindruck, dass hier nicht das einzelne Tier zählt (welches nun mal da ist!), sondern die Bequemlichkeit des Menschen. Es ist einfacher, zum Züchter zu gehen und sich einen Hund á la carte auszusuchen als sich mit einem Tierheim oder mit einem schwierigen Hund auseinanderzusetzen.

    • bicashi meint:

      Das sehe ich genau so! So etwas nennt man auch einseitige Berichterstattung…

      Auch ich habe schon sehr schlechte Erfahrungen mit dem Tierschutz gemacht. Aber eben auch sehr viele gute. Und gibt es das überhaupt – „den Tierschutz“?
      Sind es nicht viel mehr viele verschiedene Organisationen, die alle ihr eigenes Süppchen kochen?
      Darf man, weil man einmal schlechte Erfahrungen gesammelt hat, gleich alle verteufeln?

      Mir persönlich kommt jedefalls kein Hund mehr vom Züchter ins Haus. Auch damit habe ich nämlich so meine Erfahrungen gemacht – und außerdem gibt es bereits viel zu viele einsame Hundeseelen. Da muss man nicht stäbdig „nachproduzieren“.
      Und es gibt ja nicht nur diese eine Organisation. Wenn ich es wirklich will, finde ich schon „meinen“ Hund. Oder er mich.

      Dass einer alleinstehenden, berufstätigen Frau kein Hund vermittelt wird, der vielleicht ängstlich oder traumatisiert ist und anfabgs (vielleicht sogar immer) besonders viel Liebe und Zuwendung benötigt, ist absolut nachvollziehbar. Manche mögen da anderer Meinung sein.

      Vielleicht wäre es für den ein oder anderen Hund ja wirklich besser, mehrere Stunden allein zu Hause als im Tierheim zu sein. Man weiß es nicht und wir können die Tiere leider nicht fragen.

    • Das sehe ich genau so! So etwas nennt man auch einseitige Berichterstattung…

      Auch ich habe schon sehr schlechte Erfahrungen mit dem Tierschutz gemacht. Aber eben auch sehr viele gute. Und gibt es das überhaupt – „den Tierschutz“?
      Sind es nicht viel mehr viele verschiedene Organisationen, die alle ihr eigenes Süppchen kochen?
      Darf man, weil man einmal schlechte Erfahrungen gesammelt hat, gleich alle verteufeln?

      Mir persönlich kommt jedefalls kein Hund mehr vom Züchter ins Haus. Auch damit habe ich nämlich so meine Erfahrungen gemacht – und außerdem gibt es bereits viel zu viele einsame Hundeseelen. Da muss man nicht stäbdig „nachproduzieren“.
      Und es gibt ja nicht nur diese eine Organisation. Wenn ich es wirklich will, finde ich schon „meinen“ Hund. Oder er mich.

      Dass einer alleinstehenden, berufstätigen Frau kein Hund vermittelt wird, der vielleicht ängstlich oder traumatisiert ist und anfabgs (vielleicht sogar immer) besonders viel Liebe und Zuwendung benötigt, ist absolut nachvollziehbar. Manche mögen da anderer Meinung sein.

      Vielleicht wäre es für den ein oder anderen Hund ja wirklich besser, mehrere Stunden allein zu Hause als im Tierheim zu sein. Man weiß es nicht und wir können die Tiere leider nicht fragen.

    • Suse Münch meint:

      Ein Dackel ist ein Jagdhund. Hatte selbst einen rauhaardackel, der schlauer war, als die meisten Menschen in seiner Umgebung … Armer kleiner Kerl, den die ältere Dame sich da geholt hat, ausgelastet werden wird er bei dieser Dame nicht. Sie hätte sich einen älteren Mops zulegen sollen als Schoßhund.

  2. Ich finde, dass dieser Bericht der mit einem Erfahrungsbericht als Fundament geschrieben ist, die Missstände im Tierschutz am praktischen Beispiel zu verdeutlichen versucht. Dies ist gelungen würde ich sagen.

    Warum es nun ein Hund vom Züchter geworden ist, ist meiner Meinung nach für einen „normalen“ Hundehalter verständlich. Aufgrund der Vorerfahrungen der Halterin und der dadurch einhergehenden starken Verunsicherung den richtigen Weg zu gehen um nicht nochmal in die Situation zu kommen einen Hund abgeben zu müssen, kann ich ihre Entscheidung schon nachvollziehen. Dies ist aber nicht das eigentliche Thema des Berichts.
    Da man sich die Frage stellen muss warum entschied sie sich gegen einen Tierschutzhund? Ihr erster Weg war es einem Tierschutzfall ein neues Zuhause zu schenken.

    Ganz klar auch unter den Züchtern gibt es schwarze Schafe aber auch das ist nicht Grundlage des Berichtes.

    Ich finde alle Punkte die Silke im Kommentar aufgezählt hat sind Punkte die Ute Mertens wohl erlebt hat und somit wichtiger Bestandteil des Berichtes. Sicher könnte man zu den anderen Punkten noch jeweils spezielle Berichte schreiben aber dieser Bericht beschreibt die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen schon sehr gut.

    Mein Fazit zum Bericht:
    Er ist für jeden verständlich geschrieben und zeigt, dass sich Menschen nicht immer (es gibt natürlich Ausnahmen) auf die Aussagen von Tierschützern verlassen können. Dies führt zu großer Verunsicherung und spricht sich schnell rum. Für Mensch und adoptiertes Tier keine glückliche Situation.
    Wünscht man sich aber nichts sehnlicher als einen Hund möchte man alles richtig machen und eine beratende Stelle an seiner Seite haben. Kein Wunder das nach solchen Erfahrungen der Gang zum Züchter gewählt wird.

  3. Ich finde, dass dieser Bericht der mit einem Erfahrungsbericht als Fundament geschrieben ist, die Missstände im Tierschutz am praktischen Beispiel zu verdeutlichen versucht. Dies ist gelungen würde ich sagen.

    Warum es nun ein Hund vom Züchter geworden ist, ist meiner Meinung nach für einen „normalen“ Hundehalter verständlich. Aufgrund der Vorerfahrungen der Halterin und der dadurch einhergehenden starken Verunsicherung den richtigen Weg zu gehen um nicht nochmal in die Situation zu kommen einen Hund abgeben zu müssen, kann ich ihre Entscheidung schon nachvollziehen. Dies ist aber nicht das eigentliche Thema des Berichts.

    Da man sich die Frage stellen muss warum entschied sie sich gegen einen Tierschutzhund? Ihr erster Weg war es einem Tierschutzfall ein neues Zuhause zu schenken.
    Ganz klar auch unter den Züchtern gibt es schwarze Schafe aber auch das ist nicht Grundlage des Berichtes.

    Ich finde alle Punkte die Silke im Kommentar aufgezählt hat sind Punkte die Ute Mertens wohl erlebt hat und somit wichtiger Bestandteil des Berichtes. Sicher könnte man zu den anderen Punkten noch jeweils spezielle Berichte schreiben aber dieser Bericht beschreibt die Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen schon sehr gut.

    Mein Fazit zum Bericht:
    Er ist für jeden verständlich geschrieben und zeigt, dass sich Menschen nicht immer (es gibt natürlich Ausnahmen) auf die Aussagen von Tierschützern verlassen können. Dies führt zu großer Verunsicherung und spricht sich schnell rum. Für Mensch und adoptiertes Tier keine glückliche Situation.
    Wünscht man sich aber nichts sehnlicher als einen Hund möchte man alles richtig machen und eine beratende Stelle an seiner Seite haben. Kein Wunder das nach solchen Erfahrungen der Gang zum Züchter gewählt wird.

  4. Wow, liest sich wie Werbung für Züchter. Mit fiktiver Geschichte, Pseudofakten und allem Drum und Dran. Da haben Sie sich viel Mühe gegeben, Frau Lieflaender! Unter dem Strich steht da:

    „Die Suche nach seriösen Tierschützern und die Arbeit mit Hunden, die schon etwas erlebt haben, ist Ihnen zu unbequem? Kein Problem! Kaufen Sie sich noch heute einen Welpen beim Züchter! Völlig unkompliziert.“

    Haben Sie einem Freund beim Wein versprochen die Werbetrommel zu rühren?

    Die Tierheime sind voll von Hunden, die aus meiner Sicht ein Recht auf ein Zuhause haben. Menschen haben sie in die Welt gesetzt. Und Sie raten den Leuten noch mehr Hunde in die Welt zu setzen, weil die den Erwartungen eher entsprechen?

    Wir haben einen Hund aus einem ausländischen Tierheim. Das ist unser erster Hund überhaupt. Und ich kann Ihre Behauptungen nicht bestätigen.

    Die Beschreibungen sind ehrlich. Daher hatten wir auch die Möglichkeit, uns einen passenden Hund auszusuchen, der auch von Anfängern versorgt werden kann. Die Beschreibung hat gestimmt. Wir haben Kontaktpersonen zur Seite gestellt bekommen, die gut erreichbar sind. Wir haben Literaturvorschläge bekommen. Wir haben Papierkrieg und Kontrollen hinter uns. Wir haben unseren Schützling als Pflegestelle aufgenommen, um zu erproben, ob es klappt. Hätte es nicht geklappt, weil er z.B. erfahrenere Halter oder eine andere Umgebung gebraucht hätte, hätten wir uns weiter um ihn gekümmert bis er an Personen vermittelt worden wäre, die eher seinen Anforderungen entsprochen hätten. Dies war zum Glück nicht erforderlich.

    Warum muss es ein ausländisches Tier sein? Muss es nicht. Bei den katastrophalen Zuständen in vielen ausländischen Tierheimen (u.a. wegen fehlender Spenden), kann ich es aber nicht mit mir vereinbaren, die Tiere dort versauern zu lassen, nur weil sie außerhalb unserer Landesgrenzen liegen.

  5. Meinem Vorredner Sven bin ich sehr dabkbar.
    Klar sollte Tierschutz in erster Linie vor Ort stattfinden. Der Tierschutzgedanke der humane Umgang mit den Tieren ist den Menschen in Süd- und Osteuropa fremd.
    Sicherlich gibt es eine große Anzahl, an nicht vermittelbaren Hunden und Katzen, dass hat verschiedene Gründe. Verhalten, Krankheit, Behinderung und die Sozialstruktur der Rudel vor Ort.
    Aber es gibt inzwischen sehr viele und überwiegend positive Hunde und Katzen aus dem Ausland, die hier in deutschen Familien ein glücklicheres, gesünderes Leben, da artgerechteres Tierleben erleben durften und dürfen. Inzwischen lebt in unserer Familie der zweite Auslandshund, sehr gut sozialisiert und ein bereicherndes Mitglied der Familie. Auch mein Bruder hat inzwischen, bei gänzlich anderen Lebensumständen seinen zweiten Auslandshund adoptiert.
    Es ist wirklich sehr schade, dass durch solche Berichte, die vielen positiv arbeitenden Tierschutzvereine verunglimpft werden.
    Wer ein Tier rettet, rettet nicht die Welt, aber es ändert sich die Welt für dieses Lebewesen.

Ihre Meinung ist uns wichtig