hundemenschenjahre.jpg

Wie alt ist mein Hund in Menschenjahren?

„3 Jahre junger Hund, 3 Jahre guter Hund, 3 Jahre alter Hund.“ Diese Faustregel für jagdlich geführte Vierbeiner ist mindestens so überholt wie die Formel, wonach ein Hundejahr sieben Menschenjahren entspricht. Doch wie alt ist denn nun mein Hund, wenn er ein Mensch wäre?

2009 starb in New York die Dackeldame „Chanel“. Sie wurde stolze 21 Jahre alt. Im hohen Alter trug sie einen Augenschutz wegen ihres Grauen Stars und Pullover gegen die Kälte. Bevor ihre Besitzer sie jedoch in das Guinness Buch der Rekorde als ältesten Hund der Welt eintragen lassen konnten, beanspruchten bereits weitere Hundehalter diese Platzierung für ihre Hundemethusaleme. 2011 ging „Pusuke“, ein japanischer Shiba Inu- Mix, im Alter von 26 Jahren und 8 Monaten über die Regenbogenbrücke, und erreichte doch nicht das biblische Alter von „Bluey“, einem Australian Cattle Dog, der 1939 seine Reise in die ewigen Hundejagdgründe mit 29 Jahren angetreten haben soll.

Niemand denkt an das Ende, wenn Fellmini gerade eingezogen ist. Doch die zu erwartende Lebensdauer des neuen Familienmitglieds spielt nicht selten eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für einen Hund und der Wahl der Rasse.
Bei der Berechnung der Lebensdauer muss zunächst berücksichtigt werden, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der langlebigsten Rassen in etwa eineinhalb mal bis doppelt so hoch ist wie die der kurzlebigen Rassen. Beispiel: Ein Irischer Wolfshund oder eine Dogge werden im Durchschnitt etwa 7 bis 8 Jahre alt, ein Border Terrier oder ein Chihuahua durchschnittlich 14 Jahre.

1 = 7?

Abhängig von verschiedenen zusätzlichen Faktoren altern manche Hunde sehr viel langsamer als ihre Artgenossen. Die meisten Rassen (insbesondere die kleineren) haben eine relativ kurze Kindheit, wenn man die Welpenphase mit der Baby- und Kleinkindphase des Menschen vergleicht. Ein Hund mit einer zu erwartenden Lebensdauer von 14 Jahren erreicht die sexuelle und körperliche Reife seiner Art innerhalb von circa einem Jahr. Also deutlich schneller als ein Menschenkind, das etwa 15 Jahre dafür benötigt. Die emotionale Reife tritt allerdings auch beim Hund rasse- und haltungsbedingt erst später ein (bei früh kastrierten Hunden mitunter gar nicht). 1 = 7? Eindeutig NEIN.

Die wichtigsten Faktoren, die die Lebensdauer unserer Vierbeiner bestimmen, sind:

* Größe und Gewicht (s. Infografik unten)

* Rasse: Die Rasse des Hundes ist ein nicht zu unterschätzender Indikator für seine Lebenserwartung. So leben innerhalb der gleichen Gewichtsklasse einige Rassen länger als andere. Zum Beispiel kann ein Dobermann ein Alter von 15 Jahren und mehr erreichen, trotz der Tatsache, dass er ein großer Hund mit circa 35 Kilogramm Körpergewicht ist, während der kleinere Boxer oft nicht viel älter als zehn Jahre alt wird.

* Geschlecht: Hündinnen werden im Durchschnitt 2 bis 2,5 Jahre älter als die Rüden ihrer Rasse.

* Lebensbedingungen: Hunde, die artgerecht ernährt, gehalten und beschäftigt werden sowie eine gute medizinische Versorgung erhalten, leben im Durchschnitt länger als ihre vergleichsweise weniger gut versorgten und betreuten Artverwandten. Im Extremfall sogar sehr viel länger.

* individuelle Merkmale: Vergleichbar mit manchen Menschen, die schon mit einer besonders guten und starken Kondition geboren werden, gilt diese Beobachtung auch für einige Hunde. Entsprechend wissen sicherlich viele unserer Leser von diesen Ausnahmehunden zu berichten…

..und ordnen auf Basis dieser Erfahrungen die nachfolgende Infografik nur als ungefähre und nicht verbindliche Richttabelle ein.

hundejahre-menschenjahre-graph.jpg

(Grafikquelle: wikipedia.org / Adaption: hund-unterwegs)

5 thoughts on “Wie alt ist mein Hund in Menschenjahren?”

  1. Zitat“Lebensbedingungen:gute medizinische Versorgung erhalten, leben im Durchschnitt länger als ihre vergleichsweise weniger gut versorgten und betreuten Artverwandten. Im Extremfall sogar sehr viel länger.“Zitat Ende.
    Da bin ich aber anderer Meinung.Ich glaube nicht das ein Arztbesuch hin und wieder die Lebenserwartung verlängert.Solange es dem Hund gut geht,und keine Beschwerde z.B Schmerzen hat, muss er nicht zum Arzt.Ich bin nicht dafür dem Tierarzt das Geld aufzuzwängen durch ständige unnötige Besuche.
    Ich denke das hat mit der Rasse sprich Zucht und der Veranlagung an sich zu tun wie alt ein Hund wird.

    1. Du hast es wohl bewusst aus dem Zusammenhang gerissen… 😉
      Der geneigte Leser versteht es so, wie es gemeint ist: Dass der kranke Hund tierärztlich versorgt und nicht einfach seinem Schicksal überlassen wird. Außerdem ist ein regelmäßiger Gesundheitscheck ebenso wichtig wie Krallenschnitt, Analdrüsenkontrolle und Überwachung chronischer Erkrankungen und Behinderungen (Bsp.: Diabetes, Nieren- oder Herzinsuffizienz, Gelenkerkrankungen), die auch genetisch gesunde Zuchthunde mit bester Veranlagung treffen können.
      Da bspw Nierenerkrankungen erst bei 70%iger Schädigung der Organe auffällig werden (was in den meisten Fällen keine Heilung, sondern nur noch dauerhafte Behandlung oder Schlimmeres bedeutet), macht es Sinn, die Harnwege gerade in der kälteren Jahreszeit gut zu überwachen (Krankheitserreger in der Blase können leider schnell zu sog aufsteigenden Infektionen und damit Schädigung der Nieren führen.)

  2. Ein Mensch geht auch nicht wegen jedem Staubkorn zum arzt! Wo wären wir. Unser Immunsysten würde sich so im Laufe längerer Zeit vielleicht sogar noch verschlechtern! Kleinere Beschwerden am Besten selber „überstehen“ lassen.
    „Jeden“ Tag zum Tierarzt ist eine unzumutbare Tortur für unsere Vierbeiner. Da sie durch die Pieks – Impfung eh eine Angst gegenüber dem Arzt aufgebaut haben, kann man sich vorstellen das sowas unangenehm für die Kleinen wäre. Ich denke, man sollte mal routinemäßig beim Arzt vorbeischauen, alle Impfungen sind Pflicht! Oder wenn die Vierbeiner ernste Beschwerden haben – Oder Symptome.
    Jedoch diese Überempfindlichkeit einiger Besitzer ist für mich ein Brechreizerreger.
    Hunde stammen vom Wolf ab, lasst diese Verhätschelungen.
    Hunde sind keine Prinzessinenpuppen, oder Spielzeug mit denen man krankhaft überempfindlich umgehen kann.
    Artgerechtes Halten der Tiere wird falsch praktiziert,
    ich bin froh wenn meine Kleine alt wird, und unabhängig davon, aus welcher Zucht sie ist, werde ich ihr die lebensnotwendigen Pflegemittel und Nahrungsmittel bieten, die sie benötigt!
    Dito

  3. Guten Tag an alle,
    ich sehe, die Kommentare sind schon älteren Datums, vielleicht liest es ja gar keiner mehr…
    Ich selber bin Tierärztin und habe zwei Golden Retriever, einen Rüden mit 12 Jahren und 4 Monaten, und eine Hündin mit 3 Jahren. Ich verstehe nicht wie sich so viele Leute immer so aufregen. Es ist nicht so dass der Tierarzt (zumindest nicht die die ich kenne, und da ich Kliniktierärztin bin und immer nur in Kliniken zutun hatte, kenne ich auch recht viele) einem unnötig das Geld aus der Tasche leiern möchte. Leider sagt dass Tier nicht, was weh tut, und es ist immer schön über unnötige Kosten zu schimpfen, aber auch wenn dann kommt „hätten sie mal das untersucht“. Daher erfolgen nun mal häufig mehrere Untersuchungen, um das Problem eingrenzen zu können. Nun zu Zucht u.ä. Meine sorgfältig ausgewählte Hündin hatte letztlich eine angeborene Missbildung, die ich dann mit 12 Wochen (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) aufwendig operieren lassen musste, völliges Spezialgebiet. Jetzt gehts ihr super aber sie kriegt regelmäßig Kontrolluntersuchungen (alle 3 Monate). Da steckt man nicht drin. Ob Rassehund oder Mischling (die ja auch oft Rasseeltern haben und deren Erkrankungen sehr wohl erben können!). Unser Rüde mit gut 12 Jahren ist zwar langsamer und hat Arthrose, aber er war dieses Jahr hat er schon 4x nen 2000m Berg erklimmt. Er geht noch gut 5Stunden mit, am Tag dannach noch mal 2h. Klar ist er müde, aber bloß weil er älter ist muss er nicht den ganzen Tag im Flur liegen. Klar muss man Rücksicht nehmen. Ich finde aber, sowohl bei meiner jungen als auch bei meinem älteren: Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig. Natürlich gestaffelt nach Alter. Meine Kleine kriegt 1xjähr. Blut untersucht, bei Beschwerden natürlich volles Program. Unser Große kriegt das volle Programm (Röntgen, (Herz)Ultraschall, Blutbild) alls 6 Monate! Natürlich ist das für mich einfacher und billiger, aber Laborkosten u.ä. zahl ich natürlich auch, abgesehen von Spezialuntersuchungen wie Herzultraschall. Aber ehrlich. Wieviel geben wir für unsere Handys etc aus. Meinen beiden Hunden gehts zum Glück sehr gut, und ich denke dass besonders bei älteren Hunden Vorsorge wichtig ist. Wie oft kommt im Notdienst ein rupturierter (Bauch/Milz)Tumor, die Tiere bluten ein und verbluten. Dieser Hund halt seltenst davor Probleme, wenn dann vielleicht etwas Bauchweh. Kriegt man häufig nicht mal mit. Dann reisst der Tumor (oft in der Milz) auf und der Hund verblutet in den Bauchraum, z.T. innerhalb weniger Stunden. Das muss nicht sein. Sowas sieht man schon oft im Ultraschall als Nebenbefund, welchen man dann nachkontrollieren oder operieren kann. Tja, wenn man erst geht wenns dem Hund schlecht geht, hätte man in diesem Fall (wenn der Hund denn die Narkose überlebt), eine Mittlere Überlebenszeit von 3-6 Monaten (da der Tumor bei Reissen bereits in andere Organe streut). Super.
    Es stimmt, es gibt völlig hypochondrische Patientenbesitzer. Aber leider auch die, die den Hund im Zwinger verbluten lassen, lohnt sich ja nicht mehr und ist ja so teuer. Prima.
    Daher finde ich es quatsch zu behaupten, besonders bei älteren Tiere (>8Jahre), dass Vorsorgeuntersuchungen Tortur etc sind und man nur gehen sollte, wenn es dem Tier schlecht geht. Meine Hunde hassen es! auf dem Behandlungstisch zu stehen. Da müssen sie halt mal durch. DIe wissen ganz genau ob sie „normal“ dabei sind, oder ob was im Busch ist.
    WEnn man sich ein Tier holt, hat man dafür eine Verantwortung. Man soll das Tier artgerecht ernähren und beschäftigen, ABER auch adäquat medizinisch versorgen (es muss nicht immer Hightech sein, klar ist das teuer, aber oft tun es zumindest schon einfachere Untersuchungen). Viele chronische Erkrankungen (Herz, Niere, Leber, Diabetes, Hormonelle Erkrankungen) lassen sich sehr gut medizinisch behandeln (zumindest mit Erhaltung guter Lebensqualität), und diese erkennt man nun mal bei Vorsorgeuntersuchungen (zeitlich gestaffelt natürlich je nach Alter und (Rasse)Prädisposition) häufig schon im Anfangsstadium und kann daher die Progression zumindest verzögern.
    Somit stimme ich der Redaktion völlig zu, Vorsorgeuntersuchungen KÖNNEN das Leben durchaus verlängern bzw ersparen dem Tier (unnötige) Leidensprozesse, egal ob Rassehund oder Mischling. Tiere sind meist nicht so wehleidig wie ihre Menschen, man sieht ihnen Probleme häufig erst sehr spät an. Man soll einen sinnvollen Zwischenweg finden. Ein Basisprogramm jährlich, und ggf. nach Bedarf zusätzliches. Ihr wollt doch auch so lange wie möglich was von euren lieben Hunden haben, und das es ihnen dabei gut geht, oder? Häufig schiebt man Symptome (ruhiger werden, schlechter fressen) auf das Alter, und wie oft blühen die Hunde wieder richtig auf, wenn sie z.B. eine adäquate Herztherapie bekommen. Das sollten uns unsere Tiere in unserer heutigen Gesellschaft, wert sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.