Wie gefährlich ist Schokolade für Hunde wirklich?

Hund Schokolade fütternEs stimmt: Viele Hunde stehen auf Schokolade. Kein Wunder, dass sie von Hundebesitzern immer wieder als Trainingsleckerli benutzt wird. Und nicht nur von ihnen: Auch die Futtermittelindustrie macht sich die Begeisterung der Hunde für diese Süßigkeit zunutze – und verwendet Abfälle der Schokoladenindustrie in der Tiernahrung. Das führt zu Abhängigkeit, aber offenbar nicht zum Tod. Ist Schokolade vielleicht gar nicht so schädlich?
Doch! Grund dafür ist der Inhaltsstoff Theobromin (lat. etwa „Speise der Götter“), der eng mit dem Koffein verwandt ist. Theobromin wirkt auf das zentrale Nervensystem ein und hat einen ähnlich anregenden Effekt wie Koffein. Beim Menschen wirkt er als Stimmungsaufheller, angstlösend und – nach neuesten Erkenntnissen – sogar gegen Husten. Es erweitert aber auch die Blutgefäße. Für den Menschen stellt das trotzdem erst mal kein Problem dar. Warum das so ist,darüber sind sich Ärzte und Wissenschaftler noch nicht einig. Unumstritten ist jedoch: Für Tiere ist Schokolade giftig.

Schon 20 g Blockschokolade je Kilogramm Körpergewicht können können tödlich sein. Eine Tafel VollmilchSchokolade könnte einen fünf Kilogramm schweren Kleinspitz umbringen. Noch gefährlicher wird es bei Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil: Eine Tafel dieser Sorte kann einen mittelgroßen, 20 Kilogramm schweren Bearded Collie das Leben kosten.

Warum ist das so? Theobromin gehört zu den Methylxanthinen. Diese Moleküle hemmen bei der Fellnase ein Enzym, das den Abbau eines wichtigen Botenstoffes im Körper reguliert. Einfacher formuliert: Hunde können Schokolade schlecht verdauen.

Deshalb ist auch dann Vorsicht geboten, wenn täglich kleine Mengen dieses Genußmittels verfüttert werden, denn Hunde scheiden das Theobromin nur sehr langsam aus. Wird es wiederholt gefüttert, kommt es zu einer schleichenden Vergiftung.

Hund ist krank

Dieser Hund bekommt eine Infusion nach einer Schokoladenvergiftung.

Woran erkennt man eine Schokoladenvergiftung beim Hund?
Hat der Vierbeiner größere Mengen Schokolade vom Weihnachtsteller verspeist, zeigen sich zwei bis vier Stunden später erste Symptome. Insbesondere Unruhe, Erbrechen und Durchfall. Je nach Hund und Menge des Gifts kommt es nach 12 bis 36 Stunden zu Lähmungserscheinungen in der Hinterhand, zittern, Herzrasen, Muskelkrämpfe, Ohnmacht. Im schlimmsten Fall stirbt der Vierbeiner an Herzversagen.

Was also tun, wenn der Hund Schokolade gefressen hat?
Eine Kohletablette, entsprechend dosiert, kann helfen, das Gift abzuschwächen. Trotzdem sollte schnellstens der Tierarzt konsultiert werden. Er wird den Magen des Hundes spülen oder Erbrechen auslösen. Letzteres selbst auszuprobieren, ist keine gute Idee, denn das kostet wertvoll Zeit und kann die Lage zusätzlich verschlimmern. Stattdessen ist es wichtig, in der Tierarztpraxis möglichst konkrete Angaben über die Menge und Art der Schokolade machen zu können. Hat der Vierbeiner die Verpackung gleich mitverspeist, ist also ein Fremdkörper verschluckt worden, so ist dies ebenfalls mitzuteilen, damit der Arztentsprechende Maßnahmen einleiten kann.

Text: Manuela Lieflaender

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