Zecken & Co: So schützen Sie Ihren Hund

Achtung ZeckenSie sind eines der größten Probleme der Hundehaltung: Zecken. Sie lauern überall und stellen eine der größten Gefahren für unsere vierbeinigen Freunde dar, denn der Biß einer Zecke kann gefährliche Krankheiten wie Anaplasmose, FSME oder die auch bei Menschen auftretene  Lyme-Borreliose übertragen, die jedoch bei Hunden weitaus schwieriger erkannt wird.  Unbehandelt können diese Krankheiten akut und oftmals auch tödlich verlaufen. Hat sich eine Zecke am Hund festgesetzt, sondert sie während des Blutsaugens Speichel ab, der die gefährlichen Erreger enthalten kann. Im Falle der Borreliose kann die Inkubationszeit mehrere Monate betragen, so dass typische Merkmale wie zurückgehender Appetit, Fieber, Gelenkprobleme und Lahmheit gar nicht mit dem Zeckenbiss in Verbindung gebracht werden. Da die Zecke die gefährlichen Borreliose-Erreger erst  nach einigen Stunden des Blutsaugens überträgt, ist ein frühzeitiges Erkennen des Zeckenbefalls und das fachgerechte Entfernen von großer Bedeutung !

Natürlich gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Tipps und Tricks sowie diverse chemische  (z.B. Frontline oder Scalibor) und natürliche Mittel, um dem Zecken-Problem vorzubeugen, doch immer noch sterben jedes Jahr etwa 5.000 Hunde an den Folgen eines Zeckenbisses.

Um den eigenen Liebling bestmöglich zu schützen und sowohl Wald- als auch Wiesenspaziergänge endlich wieder beruhigt zu genießen, empfiehlt sich eine Kombination aus verschiedenen Schutzmaßnahmen:

1. Impfung gegen Zecken

Eine Impfung bietet einen stabilen Schutz vor Zecken und anderem bakterienübertragendem Ungeziefer. In der Regel erhält der Hund die Antizeckenimpfung im April oder Mai vom Tierarzt. Die Kosten hierfür liegen bei etwa zehn Euro. Einen hundertprozentigen Schutz bietet allerdings auch diese Impfung nicht.

2. Vorbeugen durch den Einsatz von Anti-Zecken-Mitteln

Neben chemischen Anti-Zecken-Mitteln gibt es durchaus auch vorbeugende biologische Methoden. Neben einem Zeckenhalsband bietet sich auch der Einsatz von speziellen biologischen Anti-Zecken-Mitteln an. Zur Nahrungsergänzung kann man auf spezielle Biskuits und Knoblauch-Ecken zurückgreifen, die dem Hundefell einen speziellen Geruch verleihen, den die kleinen Plagegeister offenbar verabscheuen.

3. Fellpflege

Kämmen Sie das Fell ihres Hundes nach einem Waldspaziergang oder Ausflug durch hohes Gras sorgfältig mit einem geeigneten Kamm durch. So erkennen Sie möglicherweise schon Zecken im Fell, die sich noch nicht festgebissen haben und daher problemlos entfernt werden können.

4. Zecken fachgerecht entfernern

ZeckenzangeErfahrene Hundebesitzer wissen: Im Laufe eines Jahres wird der Hund trotz anderer Schutzmaßnahmen von einigen Dutzend Zecken befallen. Entscheidend ist nur, dass die Zecke nicht allzu lange Zeit hat, sich in der Haut festzusetzen und mit dem Blut des Hundes in Kontakt zu treten. Doch keine Angst, Experten sprechen von einem Zeitraum von bis zu fünf Stunden, in dem eine Zecke noch relativ ungefährlich ist.

Unbedingt unterlassen sollten Sie das Herausdrehen der Zecke mit bloßen Händen oder den Einsatz bestimmter „Hausmittel“ wie Klebstoff, Benzin oder Öl, da diese Aktionen dazu führen können, dass die Zecke sofort Speichel ins Blut des Hundes abgibt.

Wer auf der Hautoberfläche seines Vierbeiners tatsächlich die eine oder andere Zecke entdecken sollte, kann mithilfe einer  besonderen Zecken-Pinzette oder eines Zeckenentferners versuchen, das Ungeziefer vorsichtig herauszudrehen. Allerdings muss man unbedingt darauf achten, dass die Zecke dabei komplett mit Kopf entfernt wird. Es ist egal, ob Sie gegen oder im Uhrzeigersinn drehen. Platzt die Zecke durch unsachgemäße Entfernung, gelangt das ausgesaugte Blut zurück auf die Hundehaut, womit das Risiko einer Infektion wieder steigt. Der Zeitfaktor spielt hier eine große Rolle,  denn je eher die Zecke entfernt wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund nicht infiziert wird.

Nützliche Infos zu weiteren Plagegeistern des Frühlings

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Kommentare

  1. Ich war wirklich der Meinung, dass die kleinen Blutsauger sich von Bäumen fallen lassen. Jetzt habe ich bei meine-familienseite gelesen, dass dies eine Fehlannahme ist. Die kleinen Blutsauger sitzen nur in der Wiese, in Hecken und im Gebüsch.

  2. Oh ja, das kenne ich! unsere Kleine untersuchen wir auch immer nach dem Spazierengehen. Aber die Idee mit dem Kamm finde ich super, das werden wir ab jetzt auch machen 🙂

  3. Zecken sitzen vor allem in hohem Gras, vorzugsweise in Gebieten, in welchem sich auch viel Rotwild findet. beispieslweise stellen Wildpfade eine echte Gefahrenquellen dar! Wir haben unsere Hündin gegen FSME impfen lassen, gegen die Borreliose gibt es hier leider noch keine Impfung…in den USA schon!

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