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Zeuge von Tierquälerei – was gilt es rechtlich zu beachten?

titelbild_TierschutzSeit 1972 gilt das Tierschutzgesetz in Deutschland. Es bestimmt die Verantwortung des Menschen für das Tier, dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen.  Eine allumfassende Pflicht zum konsequenten Schutz existiert aber nicht.

Tierrechte: Ethik vs. juristische Realität

Es ist kein Geheimnis, dass der Mensch über universelle, unveräußerliche und unteilbare Rechte verfügt. Das Tier besitzt derlei Rechte aber nicht. Zwar stellen Tiere auch keine Sachen dar, aber ihnen stehen eben auch keine Rechte zu, in dem Sinne, dass diese vor Gericht durchsetzbar wären. Das ethische Empfinden vieler Bürger kollidiert daher mit der juristischen Realität. Dennoch existieren wenigstens in Form des Tierschutzgesetzes rechtliche Bestimmungen über den Umgang mit Tieren. Eine weitere Aufwertung des Tierschutzes erfolgte 2002 mit der Verankerung des Tierschutzes in Art. 20a des Grundgesetzes.

Das Tierschutzgesetz

Das Tierschutzgesetz zielt auf den Schutz des Tieres ab und sieht den Menschen hierfür in der Verantwortung. Laut diesem Grundsatz sollten alle Menschen Tierschützer sein, da ihnen die Verantwortung zukommt ihre „Mitgeschöpfe zu schützen“. Dies impliziert, dass Sie sich als Zeuge einer Tierquälerei in der Verantwortung sehen. Zugleich aber stellt diese Verantwortung keine Pflicht dar, nach der sie wegen unterlassener Hilfestellung belangt werden könnten. Eine allumfassende Pflicht zum konsequenten Schutz existiert nämlich nicht, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass es „vernünftige Gründe“ für Tierquälerei geben kann. Entsprechend sind beispielsweise Tierversuche in Deutschland in der Medizin erlaubt, in der Kosmetik hingegen verboten.

Neben den Grausamkeiten, denen Tiere nicht ohne nachvollziehbaren Grund ausgesetzt werden dürfen, legt das Tierschutzgesetzt in Paragraph 3 auch klare Vorgaben zum Tierschutz fest. Hier eine kleine Auswahl:

  • Kein von Menschen gehaltenes Haustier darf ausgesetzt oder zurückgelassen werden
  • Das Antrainieren von Verhaltensweisen unter Schmerzen ist verboten.
  • Kein Tier darf zu einer Filmaufnahme, Schaustellung, Werbung, etc. gezwungen werden, wenn es hierdurch Schmerzen erleidet.
  • Es darf nicht zu besonders aggressivem Verhalten abgerichtet werden, in dessen Folge eigene Schmerzen oder das Leiden anderer Tiere entstehen. 
  • ein Tier darf nicht als Preis oder Belohnung ausgelobt werden. 

Auch Tierquälerei ist entsprechend strafbar und wird nach §17 TierSchG mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe geahndet, sodass nicht nur das Gewissen und die Moral, sondern auch ein relativ hohes Strafmaß gegen Tierquälerei sprechen. Tierquälerei ist ganz eindeutig längst mehr als eine Sachbeschädigung und daher keine Bagatelle, sondern eine Straftat. Daher lohnt es sich als Zeuge einer Tierquälerei aktiv einzuschreiten und diese Straftat zu melden. Wenden Sie sich hierfür an das Veterinäramt, welches für die Durchsetzung des Tierschutzgesetzes zuständig ist.

Sollten Sie jedoch das Gefühl haben von Ihrem Veterinäramt nicht ernst genommen zu werden oder ihre Meldung nicht zum gewünschten Ergebnis führt, bleibt immer noch die Möglichkeit sich an Artgerecht Tierschutz e. V. zu wenden. Dieser Verein, mit Sitz in Frankfurt am Main, ist überregional und sogar international tätig. Seine Zielsetzung ist es Menschen dabei zu unterstützen den Tierschutz in ihrem Alltag zu leben.

Weitere Informationen rund um die Themen Tierschutz und Tierrecht in Deutschland hat der Berufsverband der Rechtsjournalisten e. V. auf seinem umfangreichen Ratgeberportal www.anwalt.org. Unter der Rubrik Tierrecht können Sie sich unter anderem informieren über artgerechte Tierhaltung, illegaler und legaler Tierhandel, Einreisebestimmungen für Tiere, Tierversicherungen und das Tierseuchengesetz.

Kommentare

  1. BiancaB. meint:

    Tierquälerei sollte noch viel härter bestraft werden!

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