Bonnies letzter Seufzer – Wenn ein Hundeleben endet

Sie war die erste. Die erste von meinem eigenen Rudel. Dann kamen Pepsi, die eigentlich mal Babsi hieß, Angel und Charlie dazu. Aber Bonnie war die Alphawölfin. Die kleinste, aber die Größte. Und die letzte ihres Rudels.

Als „Nothund“ war sie uns angekündigt. Vierzehn Monate alt, schon einmal geworfen, aus Animal Hoarding- Haltung, vorübergehend in einer hundelieben Pflegefamilie für die weitere Vermittlung aufgepäppelt – und ein YORKSHIRE- TERRIER. Letzteres hatte die Tierärztin tunlichst verschwiegen, als sie uns den Zettel mit der Adresse in die Hand drückte. In Erwartung eines mindestens kniehohen „Terriermischlings“ blieb mir erst mal die Spucke weg, als uns die Pflegerin dieses winzige Fusseldingsda mit einem Steh- und einem Kippohr präsentierte. DAS sollte ein HUND sein? Im Leben nicht. Ich und ein Yorkie? Niemals! Nie, never ever in my life würde ich mich jemals mit so einem Gullyflutscher sehen lassen. Adieu, liebe Leut`, war nett, Sie kennengelernt zu haben, aber die Fußhupe bleibt da!

Erare humanum est

Bevor ich meine Entscheidung kundtun konnte, hatte uns die „Große Vorsitzende“, wie ihr Mann sie frotzelnd nannte, schon in Richtung Küchenbank bugsiert und, keinen Widerspruch duldend, zum Hinsetzen genötigt. Während sie uns Kaffee und den noch ofenwarmen und unglaublich leckeren Kuchen vorsetzte, erzählte sie von Bonnies erst kurzem Leben und den grausamen Verhältnissen, aus denen Tierschützer und Ordnungsamt sie mit siebzehn weiteren Hunden befreit hatten. Dann zeigte sie Fotos von den toten Welpen, die die noch viel zu junge und ausgemergelte kleine Hündin weder hatte ausreichend säugen noch vor den Attacken der ebenfalls völlig ausgehungerten Artgenossen hatte schützen können.

Von dieser bedauernswerten kleinen Kreatur hatte ich mich abwenden wollen? Diesem bezaubernden kleinen Etwas mit dem pfiffigen Gesichtchen und den hellwachen Augen, das schon vor geraumer Zeit zur Verblüffung sogar ihrer Ziehmutter auf meinen Schoß gesprungen war und sich dort regelrecht verankert hatte, diesem liebenswerten Fellkrümel also hatte ich einen anderen Hund vorziehen wollen? Ich doch nicht.

Kleiner Hund ganz groß

Bonnie hatte mich erobert, und sie enterte mein Leben. Für eine sehr lange Zeit. Eine Zeit, in der sie mich durch Studium und wechselnde Städte, Wohnungen und Lebensabschnitte begleitete. Meine selbstbewusste Rudelführerin, oder sollte ich schreiben: Rädelsführerin?, verschaffte sich bei den zudringlichsten Verehrern der oberen Gewichtsklassen ebenso nachhaltigen Respekt wie sie liebste Spielkameradin aller Nachbarskinder war, Abzockerkönigin am Fressnapf, Akrobatin, beharrliche Trösterin in durchheulten Liebeskummernächten und, es soll nicht verschwiegen werden, ein ziemlich ausgebufftes Aas.
Mit ihrer quirligen Freundlichkeit jedoch nahm sie jeden für sich ein – selbst jene, die Yorkies eigentlich nicht mochten. Eigentlich.

Die kleine Hündin mit dem Mut ihrer Ahnen aus Rattenjägerzeiten kläffte eines Nachts sogar Einbrecher in die Flucht, während ich nichts Eiligeres zu tun hatte, als die Tür hinter den Flüchtenden zuzuschlagen und abzuschließen. Als ob die zurück kommen würden. Wahrscheinlich habe ich in diesem Moment vorübergehend einiges an Ansehen bei der einzigen Zeugin dieser unsinnigen Aktion eingebüßt.

Gebrochene Herzen

Vierzehn Jahre lang waren wir ein unzertrennliches Team. Bis zu jener Nacht, als sie taumelnd auf dem Gehweg vor dem Haus einknickte. In der Tierklinik fanden sie kaum mehr eine Vene, um den dringend erforderlichen Tropf zu legen, so sehr war ihr Kreislaufsystem schon kollabiert. Das Herz. Vermutlich ein Schlaganfall. Man könne mir keine große Hoffnung machen, dass sie die Nacht überstehen wird. Ob sie trotzdem in der Klinik bleiben solle?

Auf diese Frage gab es nur eine Antwort. Schon als Kind mit Hund hatte man mich gelehrt und hatte ich verstanden, dass der größte Dank an ein geliebtes Tier immer auch der schwerste war: Bis zum Ende dabei zu sein.

Unbedingt warm halten!, hatten mir die Ärzte noch eingeschärft. Zu Hause angekommen, legte ich sie in ihr Körbchen, deckte sie zu und hastete ins Schlafzimmer, um ihr in meinem Bett eine kuschelige Mulde vorzubereiten. Und dann hörte ich diesen entsetzlichen Schrei. Ganz hoch und dünn, wie der eines Babies, hing er plötzlich, eingefroren, in der nächtlichen Stille. Etwas Fürchterliches war passiert, etwas ganz und gar Unfassbares.
Mit einem Gefühl, als hätte mich gerade ein heftiger Stromschlag getroffen, stolperte ich zu ihr.
Sie lag da, wie ich sie kaum eine Minute zuvor zurück gelassen hatte. Auf der Seite, ihr kleines Köpfchen auf dem Rand des Körbchens abgelegt, wie sie es immer tat, eingehüllt in ihre Lieblingsdecke. Scheinbar unverändert. Doch etwas war anders. Unumkehrbar anders. Für immer.

Nicht bereit, das Endliche zu akzeptieren, schimpfte und flehte ich in ihr von meinen Tränen nasses Fell. Nein, nicht jetzt. Nicht Du. Komm schon, atme. Los, mach´ doch die Augen auf, Du blöde Zicke. Bitte, geh´ nicht. Ich bin doch noch nicht so weit. Ich will doch noch Abschied von Dir nehmen. Ich muss Dir doch noch mal sagen, wie lieb ich Dich habe. Nein, Bonnie, nein, bitte nicht, nein.

Doch das viel zu große Herz der kleinen Kämpferin hatte aufgehört zu schlagen.

Ich hielt sie in meinen Armen, als ein letzter tiefer Seufzer ihren schmächtigen kleinen Brustkorb noch einmal hob und dann für alle Zeiten senkte. Die Seele meiner lieben, kleinen, eigensinnigen, treuen Begleiterin hatte ihre müde Hülle verlassen.

Viele, viel zu stille Tage und Wochen folgten. Ohne Gewusel um die Füße beim Spazierengehen, ohne Hunger-Gepöbel zur Fressenszeit, ohne Angestupse, ohne fröhliche Begrüßungshopser, ohne meine aufmerksame Beobachterin mit ihrem klugen Hundeblick, ohne Bonnie.

Das leere Hundekörbchen und ihr nun sinnlos herum liegender kleiner roter Ball, die einst so hingebungsvoll zerfetzte Wollsocke und der heißgeliebte und viel zu große Kauknochen – ich konnte ihre Sachen nicht einfach so wegräumen. Ich wollte Bonnie nicht einfach so wegräumen.

Was bleibt

Heute ruht ihr Körper seit über zwei Jahrzehnten schon in der dunklen Erde des hinteren Gartens. Unter ihrem Lieblingsschattenbaum. Und andere großartige Fellnasen toben über den Rasen. Doch die Erinnerung an die kleine Größte ist immer noch so frisch, als würde sie jeden Moment wieder rotzfrech ins Schlafzimmer tippeln und mit der ihr eigenen Leichtigkeit zum Sprung auf meine Bettdecke ansetzen. Dabei schmeichelt und fleht ihr unnachahmlicher Blick: „Nur noch dieses eine einzige Mal, ja, biiiiiitte? Ich mache mich auch ganz klein und liege ganz still.“ Und voller Überzeugung, die richtige Taktik angewandt zu haben, lässt sie sich wohlig seufzend in die Federn sinken.

Sie hat mich immer rumgekriegt.

So denke ich an sie und erzähle es meinen Kindern, wenn wieder mal ein anderer Vierbeiner die ultimative „Nicht ins Bett!“- Regel bricht. Dann schimpfen wir halbherzig und wenig überzeugend mit den Übeltätern, und lachen und erzählen uns die Eigenheiten und den Blödsinn, den Bonnies Nachfolger so verzapfen. Und manchmal reden wir auch über das Abschiednehmen von unseren jetzigen Hunden, wo und wie wir sie beerdigen werden, und dass wir „unbedingt wieder genau solche Hunde“ haben wollen.

Was meine Kinder noch nicht wissen: „Genau so“ wird keiner sein. Aber immer besonders auf seine Art. Und ich lächele und freue mich für meine Zwerge, dass sie mit so einzigartigen Gefährten aufwachsen. Wenn es keiner sieht, dann ist es manchmal auch ein Erinnerungslächeln unter Tränen. In Gedanken an meine Bonnie. Bonnie, die Erste.

Ist erlöst.

 

23 thoughts on “Bonnies letzter Seufzer – Wenn ein Hundeleben endet”

  1. Unser 1.Hund würde heute seinen 7. Geburtstag feiern, hätte er uns nicht schon mit 13 Monaten todkrank verlassen müssen.-Als Schutzengel von Feebee, die uns seit fast 6 Jahren Freude schenkt, bleibt Dusty unvergessen in unseren Herzen. Deshalb berührt uns Bonnies Geschichte ganz tief. Das können nur Hundefreunde verstehen!

    1. Auch ich verlor im August 2012 meine geliebte Biene. Ich trauere immer noch sehr um sie , aber ich weiss, irgendwann werden wir uns wiedersehen. Der Artikel hat mich zutiefst berührt.

  2. Danke für diese Geschichte! Jeder Hundemensch der schon einen geliebten Hund gehen lassen mußte fühlt diesen Schmerz und hat das Lächeln im Gesicht, wenn er zurück blickt.

  3. ich habe eine gänsehaut und tränen in den augen..als ich diese geschichte las….sie ist soo toll und liebevoll geschrieben und ich glaube fast jeder hundefreund oder auch tierfreund..kann sich mit dieser geschichte identifizieren und erlebt sie hautnah mit.. mir ging es auf jeden fall sooo .. vielen dank. .für diese gefühlvolle geschichte..bonnie wird froh sein ..in eurem rudel gelebt zu haben…

    1. Liebe Manu, Dein Fazit berührt mich und lässt bei mir nun wieder die Tränen fließen.. Danke, dass meine Liebeserklärung an eine große Hundeseele so verstanden wurde… Die Autorin, Bonnies Frauchen

  4. Oh man, es fehlen mir die Worte. Jeder hat Angst vor diesem Moment, dass der treue Freund mit seinem einzigartigen Wesen gehen muss. Mit Tränen in den Augen habe ich den Artikel gelesen und auch ich habe fürchterliche Angst, meine nun fast elfjährige Schäferhund-Omi irgendwann gehen lassen zu müssen. Es ist schmerzlich, wenn ein Tier so wichtig und unersetzbar für die ganze Familie ist, erst Recht, wenn Kinder mit diesem Tier aufgewachsen sind. Sie ist einer der wenigen sehr fitten, lebensfrohen SH in ihrem Alter, jedoch weiß ich, dass dieser Tag kommen wird. Danke für deine Geschichte.        

  5. Gestern war es genau 1 Jahr das ich meine geliebte Bonnie gehn lassen musste und heut les ich Ihre Geschichte unter Tränen….danke dafür,sie spricht mir aus dem Herzen!!!!

  6. Mit Tränen im den Augen lese ich diesen Bericht. Seit Wochen schon geht es unserer Dalmatiner- Oma nicht mehr wirklich gut. 15 Jahre hat sie uns und unsere 3 Kinder begleitet, war immer sehr agil und ständig auf Achse. Sie büxte ständig aus und streifte oft in der Begleitung einer unserer Schäferhunde durch die Wiesen und Felder.Und nun liegt sie hier neben mir, hat kaum noch die kraft, alleine Aufzustehen. Jede Nacht verbringe ich auf dem Sofa, damit ich ihr raushelfen kann in den Garten oder wieder hoch, den im Körbchen auf dem Boden schläft sie auch heute noch nicht. Viele Gespräche mit der Familie drehen sich um sie, aber ich tue mich noch schwer, sie gehen zu lassen. Es würde ja bedeuten, dass ich ihr Leben beenden muss. Dabei gibt es sie doch auch noch, die Momente, wo sie durch den Garten stapft und ihr Schwänzchen dabei hin und her geht…. Was soll ich nur tun?

    1. Liebe Annette,
      so traurig… und doch auch ein Rückblick auf wundervolle und unglaubliche 15 Dalmatiner-Jahre. So lange sie noch Futter annimmt und sich ohne Schmerzen lösen kann, pflege sie noch weiter. Doch besprich mit Deinem Tierarzt, woran Du den richtigen Zeitpunkt erkennst, ihr den Weg auf die Regenbogenbrücke zu erleichtern.. und dann bitte ihn, sie zuhaus einschlafen zu lassen.
      Du wirst nicht ihr Leben beenden, sondern sie einfach nur gehen lassen. Denn das wird Dein letzter Liebesdienst für sie sein. Lass sie los. Mach es ihr leicht, Dich zurück zu lassen. Gib Du ihr die Kraft, nun bald zu gehen, statt sich für Dich immer wieder aufzurappeln. Sag ihr, dass es nun gut ist, wenn sie gehen möchte. Und dann wird es gut sein.
      Unsere herzliche Anteilnahme in dieser schweren Zeit..

  7. Heute stieß ich auf die Geschichte von Bonnie und sie hat mich sehr traurig gestimmt. Habe ich doch auch eine Hündin namens Bonnie. Sie ist fünf Jahre alt und, gottseidank, kerngesund. Aber die Namensgleichheit weckt Gefühle in mir, an die ich derzeit noch gar nicht denken möchte. Ich wünsche mir noch ganz viele glückliche und aufregende Jahre mit ihr. Und an Caro: Eure kleine Große wird immer in Euren Herzen bleiben… ein Menschenleben lang! Und das ist gut so!!!

    An Annette:
    Sei einfach für sie da. Sie wird Dir zeigen, wann ihre Zeit gekommen ist.
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Vielleicht hilft ein bißchen das folgende Gedicht:

    Danke
    Ich weiß noch genau die Stunde,
    als du kamst in unsere Runde.
    Schautest alle einzeln an.
    „Diesen nehm‘ ich“, sagtest du dann.
    Hochgenommen auf den Arm,
    ach, bei dir war’s so schön warm.
    Der Geruch, der war mir neu
    und ich dachte voller Scheu:
    „Was kommt jetzt wohl auf dich zu?“
    die Frage ließ mir keine Ruh.
    Ab ins Auto, schon ging’s los,
    wohin komme ich denn nun bloß?
    Bald war diese Fahrt vorbei,
    mir war alles einerlei
    Denn vor Angst konnt‘ ich nur beben,
    auf den Teppich ging der Segen.
    Ins Körbchen setztest du mich nun,
    sollte mich dort richtig ausruhn
    Neugierig sah ich mich um,
    ach es war doch auch zu dumm.
    Keiner war zum Spielen da,
    und nun wurde es mir klar:
    jetzt bist du doch ganz alleine
    hört denn keiner, dass ich weine?
    Dann kamst du ins Zimmer rein,
    sprachst ganz ruhig auf mich ein.
    Mein ganzer Kummer war schnell verflogen,
    sie waren weg nun, meine Sorgen.
    Es war als hätte ich geträumt,
    nun hatte ich einen großen Freund.
    Viele Jahre sind wir nun zusammen,
    gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen.
    Meine Beine wollen heut oft nicht mehr,
    das Laufen fällt mir gar oft schwer.
    Ich will es nun doch einmal wagen
    und es dir hier ganz offen sagen:
    Wenn mein Herz mal nicht mehr schlägt,
    großer Kummer dich bewegt.
    Einen Trost in deinem Leid:
    sie war schön mit dir, die Zeit!
    Denke dann in stillen Stunden,
    wieviel Liebe uns verbunden.
    Einer war für den andern da
    und zudem war es immer klar:
    Eine Liebe, rein wie das Licht,
    Mein Herz, das schlug doch nur für Dich.
    ( Verfasser unbekannt )

  8. Ich habe auch meinen Hund Shih Tzu nach schwerer Krankheit ein schläfern lassen müssen es war angeboren. Er wurde nur 4 Jahre und 4 Monate 01.04.2009-09.08.2013
    Ich werde meinen Balou nie vergessen er war so lieb und spielte so gerne mit dem Ball, ich trauere immer noch um ihn er fehlt mir so sehr.

    1. Liebe Claudia, ein viel zu kurzes Hundeleben lang hatten Du und Balou das große Glück, Euch zu haben. Der Abschiedschmerz wird irgendwann ganz sanft und leicht sein; die Erinnerung an Balou wird die Zeit überdauern. Und vielleicht darf dann ein neues Fellmonsterchen einen Platz in Deinem Herzen erobern…

  9. Vor einer Woche musste ich mich von meinem Liebling trennen. Er war erst 10 Jahre und 4 Monate alt (für einen Tibet Terrier noch nicht alt) ; ein bösartiger, sehr rasch fortschreitender Tumor hat sein fröhliches, liebenswürdiges Leben (und damit meines) zerstört. Er war mein Ein und Alles,seither weine ich Tag und Nacht und der Schmerz um mein Liebstes zerreisst mich fast
    und ich weiss mir nicht mehr zu helfen.
    Ich bin Witwe, schon ziemlich alt und wohne allein in einem stillen Haus. Jetzt bin ich wirklich allein und werde wohl in meinem Alter auch keinen vierbeinigen Freund mehr bekommen. Mit meinem Liebling war jeder Tag ein Fest, wir sind stundenlang gewandert, haben gespielt und mein ganzer Tagesablauf war auf ihn ausgerichtet. Alles andere war unwichtig.
    Er starb auf meinem Schoss, sein Lieblingsspielzeug war auch dabei. In den nächsten Tagen werde ich seine Asche erhalten und dann in seinem grossen Garten, den er so lliebte, verstreuen.
    Einen einzigen Trost habe ich: -wäre ich vor ihm gestorben hätte er leiden müssen. Wir waren so engverbunden miteinander, er war immer bei mir, wohin ich auch ging, Den Schmerz des Abschieds konnte ich ihm wenigstens ersparen.
    Er war mein fünfter Hund – ich hatte ein Leben lang Hunde – ich habe sie alle sehr geliebt, aber mein Kleiner war mir der liebste, ohne ihn wäre ich schon lange nicht mehr da. Er war ein Engel auf vier Pfoten, ich weiss nicht wie mein Leben weitergehen soll, Ich wäre so gerne bei ihm.
    -Anita

    1. Hallo liebe Helena, erst heute habe ich Bonnies Geschichte gelesen und die Kommentare, die mich zu Tränen gerührt haben. Besonders zu Herzen gegangen ist mir Deine Geschichte. Ich kann so gut nachfühlen, wie leer es jetzt in Deinem Herzen und Deinem Haus ist. Vielleicht hat ja die Zeit inzwischen den großen Schmerz und die Verzweifelung ein wenig gelindert. Denke nicht so sehr an den Verlust Deines treuen Freundes, sondern denke an die schönen Jahre, die ihr zusammen verbracht habt. Erinnere Dich an die fröhlichen Momente, die lustigen Dinge, die in dieser Zeit passiert sind, und vor allem vergiss nicht, dass Dein Kamerad zehn wunderschöne und erfüllte Jahre mit Dir zusammen verbracht hat, ein Geschenk, dass viele andere dieser liebenswerten Geschöpfe niemals kennenlernen durften oder werden. Warum meinst Du, dass Du nicht wieder einen vierbeinigen Freund bekommen wirst? Es gibt so viele graue Fellnasen in den Tierheimen oder beim Tierschutz, die so dankbar wären, wenn sie „auf ihre alten Tage“ noch ein warmes, weiches Körbchen im eigenen Zuhause bekämen. Oder, wenn das nicht möglich ist, sich so sehr darüber freuen würden, wenn ab und zu jemand zum spazierengehen kommt und mit Streicheleinheiten verwöhnt. Vielleicht gibt es ja diese Möglichkeit für Dich! Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute und die Kraft, die richtige Entscheidung zu treffen. – Ina

      1. Hallo liebe Helena, habe am Freitag meine über alls geliebte Caleen von Holland nachhause gefahren um sie dort zu beerdigen. Sie ist mitten im Urlaub völlig überraschend gestorben. Sie war zwar schon fast 15 Jahre alt, aber noch gut drauf. Wir hatten 5 sehr schöne Tage hier, deshalb ist der Schmerz und die Trauer um so größer. Ich nehme mir vor, über sie sowas wie ein Buch zu schreiben.
        Es war eine sehr schlaue Bordercolie Hündin, die mich bei der Arbeit 10 Jahre begleitet hat uns fast überall dabei war. Tief in den Seelen waren wir eins, haben uns in den letzten Jahren blind verstanden. Andere Leute sage, ich würde die Hunde(-sprache) verstehen. Ich will versuchen, meine Trauer in schöne Erinnerung zu bringen. Aber jetzt ist der Schmerz noch groß. Ich werde vorerst auch keinen neuen, anderen Hund im Haus mir vorstellen können; das wäre momentan eine Entwertung des so innigen Verhältnisses zu Caleen. Das war eine einmalige Lebensbeziehung!! Dieter

    2. Meine kleine Maddy mussten wir am Freitag einschläfern lassen. Die Tierärztin kam nach uns nach Hause und dann ging alles ganz schnell. Ich vermisse sie so sehr. Vor drei Wochen ging es ihr noch gut. Sie war zwar seit einem Jahr blind, aber hatte sich gut damit abgefunden. Wir haben unser ganzes Leben auf sie ausgerichtet. Sie brauchte morgens und abends Tabletten aber dafür bin ich auch am Wochenende gerne früh raus. In der letzten Zeit musste sie nachts oft raus und wir sind gerne nochmal aufgestanden. Sie hat uns soviel gegeben und dann war alles plötzlich vorbei. Mein Herz tut so weh, nein nicht nur mein Herz sondern die Herzen unserer ganzen Familie. Maddy hat ein wunderschönes Grab im Garten bekommen., gleich neben unserer Bank. So können wir viel bei ihr sein. Ich weiß nicht, wie ich die nächste Zeit überstehen soll. Sie war immer an meiner Seite, hat nachts neben meinem Bett geschlafen und ist jeden Tag mir mir zur Arbeit gefahren. Sie war wie mein Schatten, wie ein Stück von mir. Sie half mir und ich half ihr. Ich muss immer wieder weinen. Ich hoffe, Sie hat ihren Weg über die Regenbogenbrücke gefunden und ich hoffe, dass ich eines Tages wieder bei ihr sein darf.

    3. Meine kleine Maddy mussten wir am Freitag einschläfern lassen. Die Tierärztin kam nach uns nach Hause und dann ging alles ganz schnell. Ich vermisse sie so sehr. Vor drei Wochen ging es ihr noch gut. Sie war zwar seit einem Jahr blind, aber hatte sich gut damit abgefunden. Wir haben unser ganzes Leben auf sie ausgerichtet. Sie brauchte morgens und abends Tabletten aber dafür bin ich auch am Wochenende gerne früh raus. In der letzten Zeit musste sie nachts oft raus und wir sind gerne nochmal aufgestanden. Sie hat uns soviel gegeben und dann war alles plötzlich vorbei. Mein Herz tut so weh, nein nicht nur mein Herz sondern die Herzen unserer ganzen Familie. Maddy hat ein wunderschönes Grab im Garten bekommen., gleich neben unserer Bank. So können wir viel bei ihr sein. Ich weiß nicht, wie ich die nächste Zeit überstehen soll. Sie war immer an meiner Seite, hat nachts neben meinem Bett geschlafen und ist jeden Tag mir mir zur Arbeit gefahren. Sie war wie mein Schatten, wie ein Stück von mir. Sie half mir und ich half ihr. Ich muss immer wieder weinen. Ich hoffe, Sie hat ihren Weg über die Regenbogenbrücke gefunden und ich hoffe, dass ich eines Tages wieder bei ihr sein darf. Ich vermisse sie so sehr.

  10. Liebe Helena,

    ich habe innerhalb von 12 Wochen meine beiden Hunde über die Regenbogenbrücke gehen lassen müssen. Der Verlust ist sehr schmerzlich, ich weiß sehr genau, wie du dich fühlst. Ich habe auch gesagt, nie wieder einen Hund. Dann lass ich das:

    Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben. Ein Hund würde auch solch ein Testament machen, wenn er schreiben könnte – genau das:

    „Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im liebenden Arm.
    Wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht: „Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu weh.“
    Such Dir einen einsamen, ungeliebten Hund aus und gib ihm meinen Platz. Das ist mein Erbe. Die Liebe, die ich zurück lasse ist alles, was ich geben kann.“

    Ich habe einem armen alten Streuner ein neues Zuhause gegeben. Eine liebe Schäferhund-Mix-Hündin von der Tötung aus Ungarn. Sie ist sehr dankbar und ich bin sehr glücklich!

    Alles Liebe und Gute für Dich Peggy

    1. So eine rührende Geschichte, traurig und freudig zugleich. Auch ich habe einen alten, kranken und schwer traumatisierten, rumänischen Hund aufgenommen. Die kleinen Fortschritte die er täglich macht machen mich glücklich und ihn hoffentlich auch.
      Es ist immer eine richtige Entscheidung, sich den unschuldigen Tieren anzunehmen.

      Liebe Grüße

      1. Vor 4 Monaten habe ich meine über alles geliebte kleine spanische Mischlungshündin nach fast
        2-jährigem Kampf gegen einen hochaggressiven Maulhöhlentumor verloren. Wir waren in dieser
        Zeit in Kliniken in veschiedenen Bundesländern und in der Schweiz; jeder sagte uns, bei dieser
        Diagnose sei die gewonnene Zeit sensationell – umso tiefer fällt man,wenn man den Kampf
        irgendwann verliert. Sie war das Licht meines Lebens, strahlend hell, gut zu Mensch und Tier,
        makellos innen und außen. Wir haben sie im Garten beerdigt und das einzige, was mich, die
        bekennende Atheistin, am Leben hält, ist die Hoffnung, sie irgendwann, wider aller Vernunft,
        im Regenbogenland wiederzusehen.
        Mein Mann, der auch das „Testament des Hundes“ gelesen hat, holte vor wenigen Wochen eine
        kleine Maus aus einer Tötungsstation aus Ungarn nach Hause. Ihm hilft es; mir noch lange
        nicht…darauf kommt es auch nicht an, sondern nur auf dieses gerettete kleine Leben.
        Den Platz meines Engels wird niemals jemand einnehmen können, 13 gemeinsame Jahre
        und nicht zuletzt die Jahr ihrer Krankheit haben uns auf eine Weise vereint, die auch die Zeit
        nicht verändern wird. Solange ich lebe, wird sie unvergessen sein und einen Teil dieser Liebe
        werde ich als ihr Erbe weitergeben an unsere Minni.

  11. Während ich von Bonnie lese, laufen mir Tränen über die Wange 🙁
    Danke an Bonnies Frauchen für diese liebevolle Liebeserklärung, die auch von mir hätte sein können – und Danke an Manu für ihr Fazit.
    Unsere Polly ist 10 1/2 Jahre alt, ein Jack Russel-Yorkie-Mix und die Rudelführerin in unserem 5-er Rudel.
    Sie hat keine grausame Vorgeschichte so wie 3 unserer Hunde, die aus dem Tierschutz kommen und Furchtbares erlebt haben – sie wuchs mit einem Doggenrüden auf, ist die Allergrößte und für uns die beste und aufmerksamste Hündin der Welt.
    Ich habe entsetzliche Angst davor, dass sie mir eines Tages sagen wird, dass ihre Zeit gekommen ist, sie sich verabschieden und gehen möchte.
    Von unserer Dogge konnten wir uns nicht verabschieden, denn er verstarb schon vor der eigentlichen Operation. Ich vermisse ihn auch nach 9 Jahren immer noch ganz doll, weil er so weise war und mich die Demut vor´m Alter gelehrt hat.
    Aber Polly ist ein Teil von mir – sie weiß immer, wie´s mir geht – wir werden gemeinsam alt – ich habe begonnen, Pollys Lebensgeschichte aufzuschreiben – das Leben einer kleinen ganz großen Hündin –
    das Leben einer mutigen, selbstbewussten, teilweise größenwahnsinnigen Hündin, die zwar mit den Jahren ruhiger wird, aber nichts von ihrer liebenswerten Dominanz verliert.
    Und ich hoffe, dass DER Tag noch in weiter Ferne liegt.
    Aber wenn es soweit ist, dann werde ich an Hunde wie Bonnie und ihre Geschichten denken, und meine anderen 4 Hunde werden mich trösten.
    Bonnies Frauchen möchte ich sagen, dass Bonnie durch Dich ein aufregendes, tolles Leben leben durfte, weil ihre Vorgeschichte damals Dein Herz berührt hat, und Du sie in Dein Leben gelassen hast.
    Ich habe damals, also bevor Polly überhaupt geboren war, immer gesagt: niemals einen Welpen, schon gar keine Hündin und erst recht keinen Terrier!!!
    Tja, und und dann habe ich mich verliebt…und heute liebe ich Polly über alles 🙂
    Alles Gute an Bonnies Frauchen – Bonnie wird hinter der Regenbogenbrücke den anderen Hunden von ihrem tollen geliebten Leben erzählen…
    Mi.Ka.

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