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Der Hund – mein Freund und Helfer / Teil 1: Wie alles begann

Kein tierisches Wesen steht dem Menschen so treu und zuverlässig, so unersetzbar mit seinen vielseitigen Fähigkeiten zur Seite wie der Hund:


Er riecht und schlägt an, wenn das Insulin seines Zweibeiners zu niedrig ist oder ein Epilepsieanfall droht, kann zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterscheiden, ortet und rettet Ertrinkende und Verschüttete, bewacht und beschützt Leib und Leben von Mensch und Tier, begeistert als vielseitiger und hochmotivierter Jagdhelfer, leitet Blinde sicher durch den dichtesten Großstadtverkehr, ist „Schnüffler“ sogar von Berufs wegen und unermüdlicher Assistent für jene, die sich nur eingeschränkt selber helfen können.

Alles Hund

Über die Geschichte des Hundes und seiner heute kaum mehr übersehbaren Rassen und neuen Designmixe wie etwa die Hybrid- Kreuzungen „Labradoodle“ (Labrador und Pudel), „Golden Doodle“ (Golden Retriever und Pudel), „Puggle“ (Mops und Beagle), „Schnoodle“ (Schnauzer und Pudel), „Cockapoo“ (American Cocker Spaniel und Pudel), „Pekeapoo“ (Pekingese und Pudel) oder „Chorkie“ (Chihuahua und Yorkshire- Terrier) ist schon viel geschrieben und mindestens genau so viel behauptet worden – wirklich abschließend jedoch ist keiner dieser Berichte und Studien.

Wann, wo und wie

Sicher ist nur, dass der Hund zu den ältesten Gefährten des Menschen zählt; ein Gefährte, der wohl nie nur wegen seines Nutzens gehalten wurde und wird und keineswegs überall willkommen geheißen und geschätzt wird. In manchen Gegenden dieser Welt ist er höchstens als Bereicherung für den Speiseplan akzeptiert. Hundefreunde und Hundefeinde scheinen in ihrer Zahl gleich große Gruppierungen zu bilden. Das ist umso erstaunlicher, als die Symbiose zwischen Mensch und Hund schon seit Jahrtausenden besteht.

Neuste Forschungsergebnisse geben immer noch keinen klaren Aufschluss darüber, wo denn nun die „Wiege des Hundes“ stand. Ging man zunächst von Ostasien aus, gibt es nun Hinweise auf Afrika. Wobei auch hier nicht sicher gesagt werden kann, ob es eine eigenständig sich entwickelnde Domestizierung des afrikanischen Wolfes war oder ob erst während der Kolonialzeit aus Europa eingeführte Hunde den eigentlichen Domestizierungsbeginn begründeten, wonach dann wieder Ostasien als „Abstammungsort“ in den Fokus rückt. Ebenfalls Anspruch auf diesen Titel erheben die Nordländer, wo heute noch Malamut, Samojede und Husky ihren Dienst als Zughunde leisten. Arbeitshunde, denen die Nähe zum Wolf am deutlichsten anzusehen ist. Doch auch den Hunden des tibetischen Hochlands, wie dem fälschlicherweise von den Briten als Terrier eingeordneten „Tibet-Terrier“ und allen anderen Apsos, den „Bärtigen“, wie sie die Tibeter nennen, wird vor Allem aufgrund ihres Verhaltens (und entsprechend genetischer Untersuchungen) die große Wolfsnähe zugesprochen. Und damit wären wir wieder in Ostasien.

Was ist es aber, das dem Hund über alle Kontinente hinweg diese Sonderstellung unter all unseren Haustieren verschafft? Was hat bewirkt, dass grimmiges Misstrauen sich in eine Freundschaft verwandelte, die über die Jahrtausende bis zum heutigen Tage anhält?
Weniger die physiologischen, also die äußeren Merkmale schreckten von einander ab, vielmehr waren es wohl auch psychologisch bedingte Ursachen. Hier der Mensch, der im Wolf einen potentiell gefährlichen Angreifer und Futterkonkurrenten sah, dort der Ur-Canide, der den Menschen wegen des Feuers und seiner Waffen fürchtete, mit denen der Zweibeiner auch dem Grauen nachstellte – des begehrten Pelzes wegen, für den der schnelle Beutegreifer noch bis in die jüngste Vergangenheit bejagt wurde.

Das besondere Verhältnis, die einzigartige Stellung des Hundes zum Menschen wurde wohl durch den starken Wunsch nach Geselligkeit geprägt, der allen Caniden eigen ist. Dieser Geselligkeitsdrang und die Bereitschaft, sich dem sozial höher stehenden Wesen und dessen Lebensumständen und –gewohnheiten anzupassen, ließ sie den Anschluss an den Menschen leicht finden. Zunächst wurden sie vermutlich als lästig empfunden und verjagt; schließlich aber wird wohl auch das im Menschen wurzelnde Streben nach Geselligkeit und Spiel den Wunsch ausgelöst haben, eines der drolligen Jungtiere aufzunehmen und als Spielkameraden für die Kinder großzuziehen. Dank der leichten Zähmbarkeit von Schakal und Jungwolf dürfte der Kontakt bald hergestellt gewesen sein. Schon kurze Zeit später zeigte sich die große Anpassungsfähigkeit und Intelligenz des Wolfes und seiner Nachkommen in menschlicher Gesellschaft. Hatten zunächst die Kinder und Frauen Gefallen an den gelehrigen und verspielten Tieren gefunden, nahmen auch die Männer zunehmend die rasche Auffassungsgabe und Lernfähigkeit der neuen Gruppenmitglieder wahr und begannen, deren Wachsamkeit und Führigkeit für die Jagd zu nutzen und zu schätzen. Abhängig vom jeweiligen Lebensraum der Menschen und den damit verbundenen klimatischen Bedingungen wurden den schlauen Vierbeinern immer neue Aufgaben übertragen, und gezielt Wildhunde mit besonders gewünschten Fähigkeiten mit gleichartigen Tieren verpaart.

Die Domestizierung hatte begonnen.

Lesen Sie demnächst: Der Hund – mein Freund und Helfer / Teil 2:  Die Entstehung der Rassen

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