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FIETE und Agility: „Mein erstes Mal -Teil 2“

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, wie kalt es an jenem besagten Sonntag war, als ich zum ersten Mal vergeblich auf  den von meiner Ollen angekündigten „Herrn Ätschilitie“ wartete?


 -6°C.  Zum Mitbibbern: MINUS SECHS. Frauchen wieder in Skiuniform. Ich trug an diesem Tag einen schicken Pelz. Ich hab ja genug Fell. Im Winter hält es warm und im Sommer, während Hund ohne Unterwolle sich einen abhecheln, kühlt es mich. Obwohl ich schwarz bin. Ich gehe natürlich nicht direkt in die pralle Sonne, aber selbst da verbrennt sie mir nur meine Haarspitzen, auf meiner Haut ist die Temperatur nur etwas erhöht. Die armen Kumpels, die im Sommer leicht dem Hitzetod nah sind, frieren im Winter übrigens auch schneller. Wie sie alle beim Training so schicke Mäntelchen an hatten. Da bin ich glatt neidisch geworden. Frauchen hatte zur Sicherheit auch einen für mich dabei, damit meine Muskeln nicht kalt werden, weil zwischen den einzelnen Übungssequenzen ungefähr 20 Minuten Wartezeit lagen, bis man wieder dran war. Aber meine Muskeln sind gar nicht richtig warm geworden, da ich mit meiner Ollen noch nicht so viel machen durfte. Ich musste sie ja langsam an die Materie gewöhnen, da darf man es nicht übertreiben. Aber zurück zum Thema:

Slalom!

Die nächste Aufgabe für Frauchen sind die Slalomstangen. Sie sind so aufgestellt, dass abwechselnd eine rechts und eine links im Boden steckt, und sich so ein Gang bildet. Ich setze mich davor, die Olle geht rückwärts von mir her in den Gang hinein und ruft dann irgendwann „Slalom“. Da es sooo aufregend ist…..,
renne ich gleich außen am Gang vorbei.
Da Madame sich nicht freut, ist davon auszugehen, dass sie schon wieder irgendwas nicht kapiert hat. Dann also nochmal: Ich setze mich an den Eingang, sie geht ein paar Schritte rückwärts und ruft dann „Slalom“ und läuft weiter rückwärts. Ich folge ihr natürlich, denn sie hat ein Superlecker in der Hand. Als wir aus dem Slalom raus sind, freut sich Frauchen so doll, dass sie mir das Lecker überlässt. Klasse, Frauchen. Du die Freude, ich das Lecker. Deal!

Tunnel!

Klasse, Tunnel kenne ich schon. Das haben wir bei der Unterordnung manchmal gemacht. Also setze ich mich vor den Tunnel, Chefin geht außen am Tunnel vorbei und auf Höhe der Mitte sagt sie „Tunnel“. Voller Elan flitze ich los, durch die lange dunkle Röhre bis zum Ende, dort hüpft meine Olle auch schon herum und freut sich wie wild. Und ich? Ich bekomme natürlich ein Lecker.
Dann möchte sie nochmal, ..scheint Lunte gerochen zu haben. Also setze ich mich am Tunnelausgang hin und als Madame – zur Mitte des Tunnels angekommen – „Tunnel“ ruft, flitze ich ganz schnell außen vorbei. Kein Jubel? Kein Freu? Scheint wieder was nicht zu stimmen mit ihr.
Also setze ich mich nochmal vor den Tunnel, Frauchen geht ans andere Ende und guckt rein. Ich gucke auch. Ich kann sie sogar am anderen Ende des Tunnels sehen, sie guckt mich ganz doof durch die Röhre an. Dann gibt sie mir wieder das Kommando und ich flitze los. Diesmal hat offenbar alles geklappt, sie: freu freu, ich: Lecker!

Dann wird die Schwierigkeit fürs Fräulein gesteigert. Ich soll mich vor die Hürde setzen, sie geht etwas voraus, ruft „Vor“, ich flitze wie ein geölter Blitz über die Hürde (deren Stange immer noch auf dem Boden liegt), dann kommt das Kommando „Tunnel“ und ich schieße weiter in die Röhre. Danach ist Frauchen total aus dem Häuschen. Ich auch, denn wenn Prinzessin glücklich ist, bin ich es auch. Und wenn sie sogar so glücklich ist, dass ich den Futterdummy bekomme, dann bin ich noch glücklicher.

Rampensäuisch..

Weiter geht es zur Rampe. Da soll ich mich einfach hinsetzen, Hinterbeine auf die Rampe, Vorderbeine in den Schnee. Das ist, damit ich später nicht von so einer riesigen Rampe in der Mitte abspringe und mich so verletze. Deshalb üben wir nun, dass ich die Kontaktflächen berühre. Der Jackass (uuups… hihi) von den Strebern macht´s vor:hundeplatz-agility-3.jpg

Kein Ding, kann ich auch, mach ich sofort. Aber halt! Was ist das? Was riecht das hier so gut? Boooaaaa.. läufige Hündin. War das etwa der Streber von eben? Frauchen, geh mit dem Lecker weg! Das will ich nicht, ich will den Geruch dieser – „Ok, hätte ich gewusst, dass das ein Rüde ist, hätte ich euch vor der Hündin dran genommen. Dann ist für heute Schluss, das macht so keinen Sinn!“ orakelt klug die Trainerin und reißt mich aus meinen Träumen. Wie? Nicht erkannt, dass ich ein Rüde bin? Ich bin doch so was von männlich. Aber hallo! Gut, das pinke Halsband, das meine Olle so toll fand, das trage ich nur, damit sie glücklich ist. Aber das heißt nicht, dass ich keine Eier habe! Frechheit! Diskrimierung! Ich will die Pfoten-Quote! Ich bin ein Kerl, dem Rosa eben einfach steht. ICH kann´s halt tragen.

Wieder zuhause angekommen, ist irgendetwas anders. Geschenkpapier, das normalerweise auf dem Regal liegt, wälzt sich auf dem Boden. In meinem Bett ist alles voller Lecker. Die üblichen Verdächtigen schnurren seelenruhig auf dem Sofa, als sei nichts gewesen. Eh‘ ich´s mich versehe, stürzt Frauchen sich wie wild auf die Lecker und streicht alle für sich ein. Heee, das ist gegen die Absprache. Mann, ist die durch den Wind. Das sind doch meine Lecker! Mist, ist die Olle schnell: alle weg. Fast alle. Eines finde ich in meinem Bett, schlucke es gierig runter, falle dann hundemüde in die Kissen. Was ein anstrengender Tag. Und morgen muss ich mal ein dringendes Wörtchen mit den Posträubern murmeln..

Machtet jut!
Euer Fiete

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