Fleisch ist nicht gleich Fleisch oder das Geheimnis der Futterdeklaration

Getreide, Vitamine, Tiermehl & Co – Woran erkenne ich ein gutes Hundefutter?

Was ist eigentlich Rohasche? Und warum ist sie in jedem Hundefutter enthalten? Es gibt viele Bestandteile in der Komplett-Nahrung unserer Hunde, die immer wieder Fragen aufwerfen und in Foren und Fachzeitschriften heiß diskutiert werden. Welche Zutaten in einem Futter enthalten sind, warum sie verwendet werden und wie viel davon überhaupt gesund ist, erfahrt ihr in unserem Lexikon.

[Tweet „Ein Hund braucht Hundefutter und kein Wolfsfutter“]

Was ist eigentlich…

Rohasche: Ganze sechs Stunden lang wird das Futter im Labor bei 550 Grad erhitzt. Anschließend wird die Asche gewogen. Übrig bleiben nur anorganische Substanzen, also Spurenelemente, Sand und Mineralien. Der Richtwert von Rohasche sollte unter 10 Prozent bei Trockennahrung und unter 2 Prozent bei Feuchtnahrung liegen. Denn: Ein hoher Anteil von Rohasche im Futter führt zu Zahnstein beim Hund.

Rohprotein: Hierbei handelt es sich um einen Sammelbegriff für Eiweiße, freie Aminosäuren und Alkaloide. Die Eiweiße können tierischen, pflanzlichen, aber auch technischen Ursprungs sein. Tierische Eiweiße werden vom Hund leichter verdaut als pflanzliche. In einem guten Trockenfutter ist mindestens 20 bis 25 Prozent Rohprotein enthalten. In Nassfutter sollten nicht mehr als 5,5 Prozent zu finden sein.

Rohfett: Die Trockenfutter-Pellets werden mit einem dünnen Fettfilm besprüht. Über den Fettgehalt kann der Energiegehalt des Futters am besten gesteuert werden: Ein energiereiches Trockenfutter hat beispielsweise über 15 Prozent Rohfett – und eignet sich damit besonders für Schlitten-, Polizei- oder Rettungshunde. Für „Otto-Normal-Hund“ reichen 10 bis 13 Prozent aus. Im Nassfutter genügt 1 Prozent.

Rohfaser: Das sind pflanzliche Faserstoffe im Futter, zum Beispiel Zellulose. Sie sind ernährungsphysiologisch wichtig, weil solche Ballaststoffe die Darmtätigkeit anregen und den Kot formen. Im Trockenfutter ist ein Rohfaseranteil von 2 bis 3 Prozent ideal, im Dosenfutter 0, 5 Prozent. Zu viel Rohfaser führt zu Blähungen und riesigen Hundehaufen, da ein Großteil des Futters nicht verdaut werden kann.

Kalzium und Phosphor: Die Gehalte an Kalzium und Phosphor müssen bei Futter für heranwachsende Tiere angegeben werden. Das Verhältnis der beiden Mineralstoffe sollte bei 1 bis 1,5 zu 1 (Kalzium zu Phosphor) liegen. Ein zu hoher Gehalt an Phosphor kann bei empfindlichen Hunden zu Harnsteinbildung führen.

Fleisch und tierische Nebenprodukte: Dabei kann es sich um hochwertiges Muskelfleisch, aber auch um minderwertige Schlachtabfälle handeln. Tierische Nebenerzeugnisse fallen bei der Schlachtung an und sind die Teile, die für den menschlichen Verzehr nicht vorgesehen sind, wie Blut, Hufe, Haare und Schnäbel. Übrigens: Küchenabfälle und überlagerte Lebensmittel dürfen unter bestimmten Umständen auch ins Futter.

Pflanzliche Nebenprodukte: In diese Gruppe fallen alle Abfallprodukte der pflanzenverarbeitenden Industrie. Erdnussschalen, Stroh, Pressrückstände aus der Ölgewinnung von Mais, Soja und so weiter zählen zu diesen Abfällen. Oft handelt es sich um schlecht verwertbare Füllstoffe. Sind sie vermehrt in einem Futter enthalten, steigt der Rohfaseranteil.


Fisch und Fischerei-Nebenprodukte
: Ähnlich wie beim Fleisch und den tierischen Nebenprodukten kann der Käufer hier nicht unterscheiden, ob es sich um Fischfilet oder um Fischköpfe und Gräten handelt.

Antioxidantien: Sie verhindern, dass das Fett ranzig wird und unangenehm riecht. Die synthetischen Antioxidantien, BHA (=E 320), BHT (= E 321) und Ethoxiquin (=E 324) stehen im Verdacht, Allergien auszulösen und Krebs zumindest zu begünstigen. Auch wenn es wissenschaftlich noch nicht bewiesen ist. Übrigens: Vor dem Verderb schützt auch die richtige Lagerung. Das Fett muss vor Wärme und Licht geschützt und somit kühl gelagert werden.

Konservierungsmittel: Dazu zählen Kalziumsorbat (E 20), Natriumsorbat (E 201) oder Zitronensäure (E 202). Sie schützen das Futter vor dem Verderben durch Bakterien, Hefen oder Pilze. Konservierungsmittel sind nur dann nötig, wenn das Futter mehr als 14 Prozent Wasser enthält.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren werden dem Endprodukt zugesetzt, weil diese oft während der Herstellung verloren gehen.

Sensorische Zusatzstoffe: Geschmacksstoffe und Farbstoffe wie Amaranth, Aspartam, Erythrosin, Glycin oder Carotinoide wirken geschmacksverstärkend oder machen das Futter ansehnlicher.

Technologische Zusatzstoffe: Dazu zählen unter anderem Konservierungsstoffe, Antioxidantien, Emulgatoren oder Stabilisatoren. Emulgatoren beispielsweise helfen dabei, zwei nicht mischbare Komponenten wie Öl und Wasser zu einem fein verteilten Gemisch werden zu lassen.

7 thoughts on “Fleisch ist nicht gleich Fleisch oder das Geheimnis der Futterdeklaration”

  1. Mich interessiert wo belegt ist, daß Rohasche zu Zahnstein führt. Habe so ein „Zahnsteinmonster“ aber alle TA in meinem Umfeld behaupten standhaft, daß es reine Veranlagung ist. Es sei eine Frage der Zusammensetzung des Speichels. Ds bestätigen übrigens auch Zahnärzte aus der Humanmedizin.

    Ich habe aber auch nie ein Futter gefüttert, daß zuviel Rohasche hatte. Auch getreidefrei, was andere ja verantworlich machen wollen.

    Insofern interessiert mich sehr die Quelle für diese Information:-)

    1. Hallo Bettina, Zahnstein entsteht, wenn Zahnbeläge (= Ablagerungen, die Futterreste, Zellen, Speichel und vor allem Bakterien enthalten) über längere Zeit mineralische Bestandteile aus dem Speichel aufnehmen (wie z.B. Kalzium). Dadurch werden diese Zahnbeläge hart und bilden Zahnstein. Ein erhöhter Mineralstoffanteil (s. Rohasche) im Futter kann somit die Bildung von Zahnstein fördern. Daneben gibt es natürlich weitere Faktoren, die die Entstehung von Zahnstein begünstigen, wie etwas Struktur und Zusammensetzung des Futters. Außerdem gibt es rassespezifische Prädispositionen und individuelle Unterschiede. Quelle: u.a.: Das Hundezahnbuch, Dr. med. vet. Markus Eickhoff

      1. und ich dachte immer, Kohlenhydrate weil Zucker sind die Ursache/ Speichel und das klebrige Stärkezeug..(was übrigens meiner Meinung nach noch mehr Probleme macht als Zahnschäden – der Carnivor sollte sein Gebiß nutzen wozu er es hat, dann klappt es auch mit den Zähnen. Wird ja gerne verschwiegen. Wölfe haben keinen Zahnstein, kein Wildtier, komisch oder ?
        Und Angst vor Knochenfütterung muss man nun wirklich nicht haben.
        Man sollte sich wirklich wieder darauf besinnen, frisch zu füttern. In Dose nur 5 % Eiweiß, ne, dann doch lieber eine hochwertige Dose und entsprechend gutem Fleisch drin, dann muss man auch weniger füttern!
        Noch besser gar keine Dose oder Trofu, dann freut sich der TA, der den Hund ab und an mal gesund zu sehen bekommt 🙂

  2. Rohprotein in Nassfutter höchstens 5,5% und Rohfet 1%???
    Wo kommen denn bitteschön diese Werte her? Das hält ja euer eigenes Futter nicht ein…
    VG,
    Toni

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