Herbstspaziergang mit Hund

Raus, nur raus! Magische Herbstwelt für Hund und Halter

Angesagte 22 Grad Tageshöchsttemperatur und beim Discounter Spekulatius und Marzipankartoffeln in der Grabbelauslage – verrückt? Nee, Herbst in Deutschland. Spätsommer nennen es die einen, Klimawandel die anderen, doch eigentlich bedeutet es nur eins: Raus, nur raus! In die herrlich wärmende Sonne, an die frische Luft. Hinein in die immer bunter werdende Farbenwelt von Wiesen und Wäldern. Einfach nur die Welt genießen.

Vierbeinige Mitbewohner aus der Familie der Caniden sehen das natürlich ganz genau so…

Morgenandacht

Der kühle Morgennebel hängt noch tief über Wiesen und Stoppelfeldern, da trippelt, fiept, jault und bellt es in Millionen deutscher Hausflure, dass doch endlich einer von den schnarchnasigen Leinenhaltern die Tür öffnen möge. Ein neuer Tag will schließlich erobert werden.

Während Frauchen und Herrchen sich noch in den witterungsbedingten Zwiebellook pellen und nach Leine, Halsband oder Geschirr suchen, erreicht die Drängelvorstellung an der Tür langsam ihren Höhepunkt. Die einen wohlerzogen leise, vor Aufregung nur zitternd, die anderen … ach, lassen wir das. Jetzt ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt, sich über die Folgen von Konsequenz und Inkonsequenz bei der Hundeerziehung den Kopf zu zerbrechen. Jetzt zählt nur der Augenblick, wenn die Tür aufgeht und der herein strömende frische Luftschwall alle Lebensgeister weckt. Einmal tief ein- und ausatmen. Den Morgen regelrecht aufsaugen. Hach, ist das herrlich.

Auf Tour

Ein Ruck an der Leine, ein Blick zum Gartentor, und schon werden wir unsanft zurück geholt aus diesem kurzen Moment des Innehaltens. Richtig, da war ja noch wer. Nun aber los. Nachbarschaftsbedingt ordnungsgemäß angeleint und „bei Fuß“ oder schon im gestreckten Galopp in Richtung Löseplatz. Erleichtert und deutlich entspannter geht’s anschließend weiter „auf  Tour“.  Während Frauchen und Herrchen sich schon mal ab und zu die Hände warm pusten und sie dann tief in die Taschen ihrer Jacke vergraben, rockt sich das fellbesetzte Begleitkommittee, je nach Temperament und Alter, durch Bewegung auf Hunde-Wohlfühl-Temperatur.

Dabei macht sich der aufmerksame Halter eines Welpen, eines betagten oder gesundheitlich angeschlagenen oder eines einfach nur Unterfell-losen Hundes schon Gedanken, ob er nicht doch langsam mal den Hundemantel raus kramen oder einen anschaffen sollte. Schließlich hat sich sogar bei weniger informierten, hundelosen Mitbürgern (und Beobachtern) die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sich dabei keineswegs nur um sinnloses Modechichi handelt. Auch der zweibeinige Draußen-Fan, ob mit oder ohne Hund, will ja eine Bekleidung haben, die ihn vor Kälte, Wind und Nässe schützt. Dabei darf eine gute Outdoorjacke auch gern modisch ansprechend und Tour- wie City-tauglich sein. Folglich ist doch klar: Wie der Herr, so  ´s Gescherr.

Die richtige Pelle

Andersherum funktioniert dieser Vergleich eher nicht: Bis auf wenige Ausnahmen geht, joggt, wandert, kraxelt, reitet oder radelt der Mensch nicht barfuß durch den Herbst. Spezielle Outdoorschuhe und Parcours-Stiefel schützen ihn vor Kälte und Nässe.
Besonders für lange Touren ist es empfehlenswert, nicht nur funktionales, sondern auch bequemes Schuhwerk zu tragen. Mit den angewachsenen und befellten Laufschuhen unserer Hunde kann zwar so leicht keine künstliche Fußbekleidung mithalten, aber neuartige Dämpfungskeile in den Sohlen von Gummistiefeln ermöglichen zumindest eher ein ermüdungsfreies Laufen als übliche Halb- oder Turnschuhe, und tragen wesentlich dazu bei, dass auch ausgedehnte Spaziergänge und Trainingsrunden zu einem rundum gelungenen Vergnügen für Zweibeiner werden.

Den meisten unserer Fellnasen jedenfalls kann die Tour gar nicht lange genug dauern. Je länger draußen, desto toller. Für sie ist der Herbst ein einziges, im wahrsten Wortsinne wundervolles Abenteuer. Angetrieben vom Rascheln und Knistern unter Pfoten und Füßen, toben und rasen sie durch unzählige Laubhaufen, und hüpfen und rennen den bunten Blättern hinterher, die von den Bäumen segeln. Selbst die stacheligen Kastanienbälle, die vor ihnen ins Herbstgras plumpsen, sind mindestens einen Apportierversuch wert. (Blöde Idee. Aber vielleicht piekst der nächste ja nicht.. .) Und nur wenige Meter entfernt huschen tolldreiste Eichhörnchen haselnussbepackt über Park- und Waldwege. Attackeeeeeee.
Hundeparadies.

Ausblick

Dann raunt der auffrischende Herbstwind durch kahler werdende Äste, und der Geruch brennender Kartoffelfeuer weht manchmal noch von den Feldern zu uns herüber. Ein bisschen wehmütig nehmen wir Abschied vom Sommer und freuen uns auf die gemütlichen Stunden nach großartigen Herbstspaziergängen und ausgedehnten Trekking-Runden durch flammende Herbstwälder und Auen.

Der Goldene Oktober ist da.

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