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Hier kommt FIETE! – Ein Sheltie erzählt aus seinem bewegten Leben als Hauptstadthund

HUND-UNTERWEGS hat einen neuen Autor – einen fusseligen Schreiber mit vier Pfoten:

Jestatten, FIETE mein Name. Und ick rocke!

Irgendwann – vor fast genau einem Jahr – erblickte ich im schönen Rantzau bei Plön in Schleswig-Holstein das Licht der Welt.

Die Milchbar musste ich mir mit zwei Schwestern teilen. Mein richtiger Name ist eigentlich „Living Thing Easy Lover“ und mein Name ist Programm. Ich habe einen Haufen Groupies, vier- und zweibeinige. Doch Frauchen fand, dass der norddeutsche Name „Fiete“ vieeel besser zu mir passt – und nu is das eben so.

Damals wusste ich noch nicht, was auf mich zukommt, denn einen Monat zuvor beschloss mein jetziges Frauchen, nach vier Jahren reiflicher Überlegung, und  – wie sie sagt – in einem „Anfall geistiger Umnachtung“, sich einen Hund anzuschaffen und ein Urlaubssemester einzulegen.

Warum einen Sheltiefreund?

Frauchen war sich noch nicht sicher, welche Rasse es werden sollte, aber die Eigenschaften, die sie mitbringen sollte, hatte sie schon klar definiert: sportlich, hochbeinig, frei atmend, aufgeweckt, aber auch kein „Haudrauf“, für gelegentliche Couchtage und Hundeanfänger geeignet, nicht zu klein, aber auch nicht zu groß, problemlos bis in den vierten Stock zu tragen und freie Fahrt mit Bus und Bahn. Nachdem meine liebste Chefin sich zig Rasseportraits der in Frage kommenden FCI-Gruppen angeschaut hatte, entschied sie sich letztendlich für einen Shetland Sheepdog. Eigentlich hatte sie von ihrer Traumrasse, dem Sheltie, zuvor Abstand genommen, da wir halt Hütehunde sind. Und wir Hütehunde sind irgendwie… anders. Aber sie beschloss dann doch, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen.

Die Wahl des richtigen Züchters

Nun telefonierte sie jede Menge Sheltie- Züchter ab, zwei besuchte sie, für einen entschied sie sich.

Es war Stichtag der Hündin, doch die Züchterin meldete sich nicht. Schließlich rief Frauchen an, um nachzufragen, ob die Geburt gut verlaufen sei. Leider war dies nicht der Fall. Die Gebärmutter hatte sich verdreht, die Welpen mussten per Kaiserschnitt geholt werden. Ein Welpe hatte es leider nicht geschafft, der andere war ein putzmunteres Mädchen in blue-merle. Da diese nun ein Einzelkind war und der erste Sheltiewurf der Züchterin, sollte die kleine Lady nicht vergeben werden. Gut für mich -hehe, doof für Frauchen.

Die allerdings wollte nun unbedingt einen Sheltie, dessen Eltern – oder zumindest ein Elternteil – dem amerikanischen Typ entsprachen… so, wie der Welpe der ersten Züchterin. Und das ist in Deutschland nicht allzu häufig. Deshalb telefonierte sie wieder herum, da nicht alles im Internet steht, und erfuhr um viele Ecken, dass es noch einen Wurf Shelties vom britischen  x amerikanischen Typ bei Plön in Schleswig-Holstein gab. Frauchen rief an, quasselte sehr lange mit der Züchterin, welche die tollsten Geschichten auf Lager hatte… Ganz klar, zwischen den beiden lief´s rund.

Frauchen hat bei allen Züchtern natürlich darauf geachtet, wie die Welpen aufwachsen. Aber entscheidend war für sie letztendlich, ob ihr die Züchter persönlich sympathisch waren, denn sonst haben sich die Zuchtstätten kaum unterschieden.

Unser erstes Treffen

Als ich vier Wochen alt war, kam Frauchen mich das erste Mal besuchen. Aufgeregt war sie und tendierte auch gleich zu mir, dem Hahn im Korb, obwohl ich der einzige Welpe ohne Blesse auf der Nase war, was sie eigentlich besonders gern mochte. Aber Frauchen war auch der Meinung, dass ein guter Hund keine falsche Farbe hat, es müsse einfach die Chemie stimmen. Und mir konnte schon damals keiner widerstehen. Die Entscheidung war also schnell getroffen. Ich lag auf dem Sofa und nuckelte genüsslich am Schaffell, als bereits die Formalitäten für meinen Umzug ausgehandelt wurden. Vier Wochen später, am 3. März 2012, holte Frauchen mich dann ab – und los ging die wilde Fahrt in die Hauptstadt. Nach Berlin.

Tschüss,  Norddeutschland – Tach, Berlin!

Und ich kann Euch sagen: Es war schrecklich. Ich habe sooo geweint. (Selbst der härteste Kerl vermisst seine Mutti.) Dann dachte Frauchen, ich müsse mal. Natürlich musste ich nicht! Ich bin doch nicht lebensmüde und pinkele irgendwo in die Landschaft, damit  mich der nächste Beutegreifer erwischt. Pinkeln klappte übrigens auch die nächsten drei Tag nicht. Zumindest nicht draußen. Hihi.

In Berlin angekommen, erwartete mich: Eine WG! Auch das noch. Denn, wer in Berlin etwas auf sich hält, der zieht in eine WG. Drei Zimmer, eines für Frauchen, eines für ihre Mitbewohnerin und eines für die Katzen. Ja, ihr habt richtig gelesen, ich wohne mit Katzen zusammen. Und die haben sogar ein eigenes Zimmer. Pfff,  eigenes Zimmer, wer will das schon?! Ich schlafe sowieso am liebsten bei Frauchen. Nur ins Bett darf ich nicht. Aber diese Ansage konnte sie bisher auch nur so lange durchziehen, weil sie ein Hochbett hat. Aufs Sofa darf der Hund auch nicht, verkündete die Chefin.
Fünf Monate habe ich gebraucht, bis ich mir meinen eigenen Platz auf dem Sofa erkämpft hatte.

Und nun?

Nun bin ich schon 12 Monate alt. Frauchen und die zwei heißen Miezen habe ich gut im Griff. Zumindest 50 Prozent von den Letzteren. Den anderen 50 Prozent bin ich zu wild, so dass sie gelegentlich ihre Krallen ausfahren. Aber das macht mir nichts, jage ich eben die dicke Mieze, die ist nicht so wehrhaft.

Mein Highlight der Woche ist bisher der Kurs „Ziviler Ungehorsam“,  ääähmm..„Unterordnung“ im Hundeverein. Das macht so derbe Spaß! Lauter Leute und Hunde, die alle nur für mich da sind! Frauchen sagt, bald gehen wir auch einmal in der Woche zu einem Herrn Ätschiletie, denn ich sei jetzt alt genug. Ich weiß zwar nicht, was mich bei Herrn Ätschiletie erwartet, aber Frauchen ist schon ganz aufgeregt, deshalb wird’s bestimmt total klasse. Ich werde Euch berichten.

Bis dahin: Hol di fuchtich… oder, wie ich ja jetzt als Berliner sage: Machet jut, wa!

Euer Sheltierocker Fiete

 

 

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