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Leinenführung oder Leinenterror? Sie haben es in der Hand!

Um es gleich vorweg zu nehmen: Egal, für welche Trainingsmethode Sie sich entscheiden, die wichtigsten Voraussetzungen sind Konsequenz und Geduld. Und zwar exakt in dieser Reihenfolge.

Abhängig von Alter und Rasse sollte zunächst die Auswahl der Ausstattung, also Leine, Halsband oder Geschirr, erfolgen.

Zuerst das Halsband.

Besonders kraftvolle Powerpakete, kurznasige Hunde und die meisten Junghunde lassen sich gut mit einem Geschirr führen. Für den kleinen Welpen aber gilt zunächst die Formel: Kennenlernen und Akzeptieren. Hierfür reicht ein leichtes Halsband, welches ihm spielerisch umgelegt wird, und das er – je nach Temperament und Ablenkungsgrad durch Bespieltwerden und Leckerchen – immer mal wieder einige Minuten duldet oder aber sich schnell daran gewöhnt und vergleichbar einem Schmuckstück tagsüber trägt. Ist zu erkennen, dass der Zwerg das Halsband akzeptiert, kann schon im nächsten Schritt die Steuermarke am Halsband befestigt werden beziehungsweise vor dem nächsten Anlegen schon daran befestigt sein, um ihn an das mitunter leise Geklapper zu gewöhnen.

Genauso ist mit dem Anhänger zu verfahren, der neben dem Namen seines Trägers idealer Weise auch die Telefonnummer seiner Besitzer anzeigt. (Wer viel mit seinem Hund ins Ausland reist, wählt am besten gleich die internationale Schreibweise seiner Handynummer, also im Falle eines Hundes aus Deutschland: +49 –(0)1xxxx.) Ist die letzte Abendrunde absolviert, kann das Halsband zur Nacht abgenommen werden. Viele Hundehalter haben ihre Hunde durch das An- und Ablegen des Halsbandes auch dahingehend konditioniert, dass das Anlegen des Halsbandes bedeutet „Rausgehen und Action“, die Abnahme „Entspann´ Dich. Feierabend“. Vergleichbares gilt für den Einsatz eines Geschirrs bei Rettungs- und Servicehunden.

Dann die Leine.

Hat sich der Hund an das Halsband gewöhnt, kann die Leine hinzu genommen werden. Wie bei den meisten Trainingsschritten ist es wichtig, eine möglichst reizarme Umgebung auszuwählen, damit der Azubi nicht abgelenkt wird. Zunächst einmal wird die Leine nur an Halsband oder Geschirr befestigt, und der Hund kann erkunden, dass da etwas an ihm herunter baumelt und hinter ihm her schleift.
Alle Ansätze, auf der Leine herum zu kauen, werden augenblicklich unterbrochen. Verbunden mit einem deutlichen „Nein!“ und „Pfui! Aus!“ wird die Leine aus dem Maul genommen. Einige Hundehalter verwenden hierzu den Überschnauzengriff, der den Vorteil bietet, die Hand nicht zwischen den Hundezähnen zu haben. Andere Halter greifen vom Unterkiefer her ins Maul, indem sie ihren Daumen über die Zunge in die Gebisslücke zwischen Vorder- und Backenzähnen schieben, der dann dort wie eine Maulsperre wirkt und den Kopf gleichzeitig fixiert, während mit der anderen Hand die Leine behutsam und sicher aus dem Maul genommen wird.

Scheuen Sie nicht vor diesem Eingriff zurück. Und, mit Verlaub, quasseln Sie Ihren Hund dabei nicht voll. Wiederholen Sie noch einmal den Befehl „Aus!“ während Sie die Leine herausnehmen. Legen Sie dann die Leine vor sich und lenken Sie mit einem Spielzeug davon ab, schreiten Sie aber sofort wieder entsprechend ein, wenn Ihr Hund die Leine wieder aufnehmen will. Keine Zerrspielchen!
Seien Sie liebevoll, aber bestimmt. Sie sind der Boss, der Rudelführer, nicht das Wesen mit dem schmeichelnden Blick vor Ihnen! Renommierte Hundetrainer wie Michael Grewe weisen ebenfalls darauf hin, dass falsches oder unerwünschtes Verhalten im Tierreich IMMER und umgehend entsprechende Konsequenzen nach sich zieht.

„Sag´ es einmal, dann setz´ es durch!“

leinenterrorVielleicht hilft Ihnen der Gedanke, dass ein gut sozialisierter und konsequent erzogener Hund in der Regel auch viel sicherer im Umgang mit Artgenossen und anderen Menschen ist, weil er durch Sie lernt, klaren Signalen zu folgen. Letztere bestätigen Sie ihm durch Ihre Reaktionen darauf. In unserem Beispiel bedeutet das: Rückt Hund die Leine auf Kommando nicht raus, greift der Chef umgehend auch in seinen körperlichen Hoheitsbereich ein; vergleichbar den Maßregelungen, die ein junger Hund durch ältere Rudelmitglieder erfährt, wenn er die Rudelregeln verletzt. Das gilt übrigens auch für jene Regeln, die er noch nicht kennt. Durch das manchmal recht ruppige Knuffen, Schubsen oder Zwicken unter Wölfen wird dem Jungtier unmissverständlich klar gemacht, dass es Grenzen überschreitet, die es nicht zu überschreiten hat. Zu seinem eigenen, aber auch meist zum Wohle des gesamten Rudels.

Geben Sie nie ein Kommando, wenn Sie nicht bereit sind, es auch durchzusetzen!

Für gewöhnlich lernen junge wie auch ältere Hunde sehr schnell, dass es angenehmer für sie ist, den Kommandos zu folgen. Spätestens, wenn der Lernling das erste Mal auf „Pfui! Aus!“ die Leine freiwillig abgibt oder bei einem schon vorher warnenden „Nein. Pfui!“ gar nicht erst aufnimmt und dafür mit freundlichen Worten und Leckerchen zusätzlich belohnt wird, ist seine Freude mindestens so groß wie die von Herrchen und Frauchen. Bald schon kann man diesen Befehl dann durch das bei Apportierhunden übliche „Leg (es) ab!“ ergänzen oder ersetzen und – natürlich! – umgehend belohnen.

Festigen Sie Ihren Stand als Rudelführer.

So bedienen Sie auch das angeborene Bestreben eines Hundes, dem Leithund, in diesem Falle Ihnen, zu folgen, denn eine klare Hierarchie sichert seit Urzeiten das Überleben des Rudels und folglich auch das des Einzelindividuums als Mitglied dieses Rudels. Das gilt ganz besonders im Zusammenhang mit dem Thema Leinenführigkeit.
Die Leine ist eigentlich nur ein Kommunikationsmittel. Ohne ein Wort vermitteln Sie Ihrem Hund, wohin Sie gehen wollen, mit welcher Geschwindigkeit und wann ein Stopp eingelegt wird. Achten Sie auf Ihre Körpersprache! Gehen Sie wie ein Rudelführer – bestimmend, souverän Risiken für Ihr Rudel abwägend, rücksichtsvoll, die Aufmerksamkeit des anderen Leinenendes auf sich ziehend und dadurch Verbundenheit und Zuverlässigkeit signalisierend. „Vertrau mir, bleib bei mir, denn ich kenne den besten Weg für uns beide.“
Es ist also weniger die Leine, als vielmehr Ihr bestimmtes Auftreten, dass Ihren Hund veranlasst, neben Ihnen zu laufen, auf Sie und Ihre Bewegungen zu achten und sein Verhalten dem Ihrem anzupassen.

Umgekehrt kommunizieren zerrende und hampelnde Leinenterroristen ganz eindeutig, dass ihnen piepegal ist, wen sie da hinter sich herschleifen und was der von ihnen will. (Eine Einstellung, die auch das andere Leinenende demonstriert, wenn es sich ebenso verhält!)

Hat ein Hund aber den Menschen an seiner Seite als Rudelführer akzeptiert, ist oftmals auch keine Leine notwendig, damit er „bei Fuß“ geht. Beobachtet man diese eingespielten Mensch-Hund-Teams einmal genauer, stellt man fest, dass die Leine beispielsweise dort, wo sie ausdrücklich gefordert wird, in der Stadt, im Training oder im Einsatz tatsächlich nur ein unterstützendes Kommunikationshilfsmittel ist für eine Verbindung, die auch ohne Leine besteht – basierend auf der Anerkennung des Menschen als Leitwolf.

Ich vertraue Dir, ich folge Dir.

Um diese Anerkennung zu erlangen, müssen Sie schon beim Welpen dessen Vertrauen gewinnen. Wählen Sie also für das erste Leinenführtraining wieder eine reizarme Umgebung, am besten die eigenen vier Wände, und ruhig eine längere Leine aus. Keine automatische Rückholleine. Für ein älteres Tier ist die Schleppleine eine gute Wahl.

Wenn sich der Hund an das lästige Gebamsel an seinem Halsband oder Geschirr gewöhnt hat, können Sie damit beginnen, ihn zu sich zu rufen. Dabei nehmen sie die Leine auf und, je nach Bereitschaft und Geschwindigkeit des Hundes, Ihrem Ruf zu folgen, kürzen Sie die Leine ein. Sowie der Hund bei Ihnen ist, wird er umgehend belohnt. Hampelt er rum oder wehrt sich gegen den Leinenzug, lassen Sie diese sofort wieder locker und wagen nach ungefähr einer halben Minute mit dem beruhigten Hund einen neuen Anlauf.
Beim Welpen sollte diese Trainingseinheit maximal 10 Minuten pro Tageshälfte nicht überschreiten. Bei einem ausgewachsenen Tier dürfen es auch schon mal 15 Minuten sein, die manchem Hundehalter wie eine Ewigkeit vorkommen können.Wichtig: Nie eine Trainingseinheit ohne Erfolg beenden! Hat es noch nicht so recht geklappt, gehen oder rücken Sie einfach nahe an Ihren Hund heran (nicht über ihn beugen, das wirkt bedrohlich!), locken ihn dann zu sich (eine Reaktion mit Blick auf Sie ist ausreichend), loben ihn dann ganz ausgiebig und leinen ihn ab.

Auf „Los“ geht´s los „bei Fuß“

Hat sich Ihr Hund an die Leine gewöhnt, kommt auf Anruf zu Ihnen und läuft an der Leine mit Ihnen durch sein Zuhause, kann der nächste Schritt des Trainings beginnen: Rausgehen an der Leine. Am leichtesten haben es jene Halter, die schon einen Hund haben, der an der Leine geht. Da wackeln die Lütten meist vergnügt hinterher – gleichermaßen aufgeregt wie auch schutzsuchend beim älteren Tier.
hund_an-_leineMit nur einem Leinenfrischling geht es am besten erstmal in den Garten oder in einen nahe gelegenen, möglichst nur mäßig besuchten Park. Fremde Gerüche, Geräusche, andere Hunde und Menschen sind Reize, die den Schüler außerordentlich faszinieren und ablenken. Dem müssen Sie nun entgegenwirken. Am besten gelingt das natürlich mit einem gut gefüllten Leckerchenbeutel. (Bitte beachten: Die Menge der eingesetzten „Goodies“ von der täglichen Futterration abziehen! Sonst rollt Ihr Liebling demnächst nebenher.. .) Bleiben Sie stehen, wenn das andere Leinenende anfängt, zu zerren und zu toben. Geben Sie so weit Leine nach, wie sie lang ist, aber bleiben Sie stehen. Schreiten Sie wie gewohnt ruhig und unnachgiebig ein, wenn auf der Leine herum gekaut wird. Sobald sich Ihr Hund beruhigt hat und sich Ihnen zuwendet (ein Kopfwenden in Ihre Richtung ist ausreichend), locken und loben Sie und belohnen ihn. Dabei holen Sie die Leine langsam ein und damit den Hund zu sich.Es ist von Rasse und Wesen abhängig, wie schnell diese Trainingseinheit abgeschlossen ist. Auch hier gilt: Konsequenz und Geduld führen zum Ziel. Hat das Zuhaustraining schon gut geklappt, geht es meist auch draußen recht schnell. Beenden Sie das Training nach 10 bis 15 Minuten, wenn Ihr Hund auf Anruf zu Ihnen kommt, und belohnen Sie ihn dann mit Spielen und Toben.
Je nach Übungsfortschritt können schon bald die ersten richtigen Leinenspaziergänge folgen. Dabei sind Leckerchen in Jackentaschen oder Trainingsbeuteln auf der Hundeführseite sehr hilfreich. Aber sie sind kein Muss. Genau so wenig wie Clicker oder Pfeife. Freundliche lobende Worte, hin und wieder verbunden mit einer liebevollen Streicheleinheit, sind oftmals völlig ausreichend.

Schon bald wird die ganze Aufmerksamkeit Ihres Hundes nur Ihnen gelten, und Sie werden feststellen, wenn Sie ruhig stehen bleiben und das nur lange genug tun, wird sich Ihr Begleiter hinsetzen. Passen Sie den Moment dann zukünftig ab. Wenn er Anstalten macht, sich hinzusetzen, begleiten Sie diesen Vorgang mit dem Kommando „Siiiitz“ und loben und belohnen ihn nach Ausführung; auch, wenn er es sowieso gerade von selbst getan hätte. Auf diese Weise verschaltet das Hundehirn die Tätigkeit mit dem Befehl und bald schon können Sie damit arbeiten.

Wollen Sie weiter gehen, kündigen Sie das mit „Und los!“ oder einem vergleichbaren Kommando an und begleiten Sie das Loslaufen Ihres Hundes an Ihrer Seite mit dem Kommando „Bei Fuß“. Später dann wird ein bestimmter, aber nicht grober Ruck in die Leine Ihren Hund in Verbindung mit „Bei Fuß“ daran erinnern, was von ihm erwartet wird: Der Chef geht vor! Heißt übersetzt: Hundekopf gleichauf mit dem Bein von Chefin oder Chef. Prescht er dann vor oder zieht in eine andere Richtung, wechseln Sie unvermittelt Ihre Richtung oder bleiben einfach stehen, bis er sich setzt. Belohnen. Und erst, wenn Sie es wollen, geht es weiter. Diese Halt- und Gehorsamsübungen können Sie immer wieder dann einbauen, wenn Ihr vierbeiniger Begleiter meint, seinen Willen durch zu setzen.

Sie bestimmen, wo es lang geht und wie das zu geschehen hat, weil Sie der Rudelführer sind, dem Ihr Hund sich anvertrauen kann und dem er deshalb anstandslos zu folgen hat. Ist das zwischen Halter und Hund klar gestellt, reichen schon bald ein leises Kommando oder auch nur eine bestimmte Körperbewegung aus, um dem Hund zu signalisieren „Da geht´s lang!“ oder „Ich bin sehr zufrieden mit Dir. Gut gemacht!“.

Ein Hund ist kein Mensch!

Wie im „richtigen Wolfsleben“ ist Strenge die Grundlage für ein gut austariertes Mensch-Hund- Zusammenleben. Das schließt aber Prügel und die Anwendung von verbotenen Mitteln wie Stachelhalsband und Elektroschockhalsband ebenso aus wie das ungeeignete „Ignorieren“ oder die so genannte „Auszeit“.

Nichtbeachtung und Ausgrenzung können vielleicht bei einem vernunftbegabten Wesen wie dem Menschen eine bewusste Verhaltensänderung herbei führen, für Hunde sind solche Maßnahmen jedoch völlig atypisch und deswegen ungeeignet. Eher verunsichern sie das soziale Rudeltier Hund, als dass sie die Verbindung „unerwünschtes Verhalten – Ausschluss aus dem Rudel“ herstellen.
Und ein ignorierter Jäger wird mit noch größerem Vergnügen seiner Leidenschaft frönen (und sei es nur, permanent laut kläffend am Gartenzaun hin- und her zu rennen), als dass er auf irgendeine Reaktion des Rudelchefs wartet. Auch ständigen Betteleien müssen klare Stopps entgegen gesetzt werden, bevor alle Beteiligten so genervt sind, dass die Situation aus dem Ruder läuft. Doch dazu an anderer Stelle mehr.

Viel Erfolg und auch Vergnügen beim Einrichten Ihrer Mensch-Hund- Verbindung via Leine! Seien Sie konsequent mit Ihrem Hund und mit sich selbst. Es lohnt sich! Für eine gute Verbindung. Auch ohne Leine.

19 thoughts on “Leinenführung oder Leinenterror? Sie haben es in der Hand!”

  1. Sehr gut geschrieben! Beseonders wichtig erscheint mir der Hinweis "Ein Hund ist kein Mensch" Solange Mensch mit Menschenlogik den Hund (versucht) zu erziehen wird's nix. Hundelogik muss die Regel werden. Zwei wunderbare Bücher zum Thema: "Wanja und die wilden Hunde" und "Die mit dem Hund tanzt" von Maike Maja Nowak Bücher zum Lernen und Träumen gleichermaßen!

  2. Ich bin maßlos entsetzt von diesem inkompetenten und veantwortungslosen Artikel. Vielleicht informieren sich die Autoren ja bei Gelegenheit mal über positive Verstärkung. Dann sollte klar werden, dass man einen in die Leine beissenden Welpen weder ein "AUS!" entgegenschleudern muss, noch den Schnauzengriff vornehmen sollte. Das "Rudelfüher"konzept ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt und richtet dennoch im Hundetraining viel Schaden an – mit solchen Artikeln tragen Sie dazu bei, dass ahnungslose Hundebesitzer ihre Welpen entsprechend "dominieren", obwohl mit positiven Methode auch ohne seelische und körperliche Gewalt nachhaltige Trainingsergebnisse erzielt werden können. Mit Vermenschlichung haben Lern- und Verstärkungsgrundsätze übrigens gar nichts zu tun. Entsetzt hat mich weiterhin die Erwähnung des nicht grundlos umstrittenen Cesar Milan als "rennomierter Hundetrainer", der bekannt davor ist, vor tierquälerischen Methoden wie Tritten, Schlägen, Elektro- und Stachelhalsbändern nicht zurückzuschrecken und der Hunde weitestgehend durch Einschüchterung "trainiert". Statt Hundehaltern dazu zu raten, ihre Tiere zu dominieren, sollte Sie das Schreiben von Trainingsartikeln kompetenten Trainern überlassen, die wissen, dass Hunde weder Wölfe sind, noch in Rudeln leben.  

    1. >:) Ein Trainer, der mir erzählen würde, dass ein Hund kein Rudeltier ist, der ist weder kompetent noch wissend; bestenfalls ignorant. Deutlicher gesagt: Er hat keine Ahnung!  Von welchen "wissenschaftlichen" Belegen reden Sie? Quellenangabe, bitte. KS / Ich persönlich habe einen Hund, der sich auf mich konzentriert und nicht auf Leckerlis oder andere Tricks 🙂

    2. Jaja, positive Bestätigung – die ewige Leier kann man kaum noch hören. Hat schon jemand mal davon gehört, dass sich Hunde untereinander bei richtigem Verhalten positiv bestätigen. Wohl kaum! Aber bei Fehlverhalten gibt’s unter Hunden immer was auf den sprichwörtlichen Deckel. Schaut dir doch einfach mal an, wie sich Hunde untereinander verhalten. Da wird schnell einiges klar. Und zimperlich gehen die miteinander in vielen Fällen auch nicht gerade um. Wahrscheinlich findest du es noch okay, wenn dir dein Hündchen in die Hand kneift. Was soll also daran verkehrt sein, wenn ich ihm umgekehrt ins Fell oder so kneife? Oder schau dir mal an, was einem unerlaubt jagendem Hund passiert, wenn er zurück zum Rest des Rudels kommt! Wenn du da nicht schnell eingreifst, kannst du den TA rufen.
      Diese Heititei-Erziehung bringt überall auf den „Hundewiesen“ jede Menge Probleme, weil die meisten Hunde eben interessanteres entdecken, als das Leckerli von Frauchen. Ich hab vier gut erzogene Racker; mit denen kann ich mich überall sehen lassen. Dabei haben mir Bewegung, Disziplin und Zuneigung geholfen!!!

      1. Danke, danke, danke.
        Genau Deine Meinung. Dieses ewige Positivverstärke kann man ja nicht mehr hören! Ich clickere bspw. mit meinen Hunden auch wenn ich ihnen unnatürliche Dinge beibringen will wie das berühmte „Sitz“. Aber wenn es um Dinge geht wie Verhalten, Aggressionen, Jagd und sonstiges, dann fange ich doch nicht an da rein zu clickern und hoffe, dass ich zu dem Hund durchdringe (hab ich gelesen auf einer Seite). Da möchte ich mal sehn wie das dann bei 2 oder 3 Hunden aussieht. Ich führe eine Gruppe von 5 Hunden (3 Hütehunde, 2 Jagdhunde) und arbeite als Hundeverhaltensberater, wobei mehr der Mensch im Vordergrund steht. Ich denke, das richtige Verhältnis von Kommunikation und Konditionierung ist optimal, das eine schliesst ja das andere nicht aus. Nur man sollte nicht alles in einen Topf werfen und Instinkte über Konditionierungen steuern wollen oder das berühmte Alternativverhalten, ha, ha. Futterbeutel oder Hase. Da lachen sich meine Jagdhunde ja kaputt (jagdlich geführt). Und ich kann versichern, dass ich ein absolut harmonisches Verhältnis zu meinen Hunden habe, dürfen sogar mit ins Bett. Die meisten Hunde „funktionieren“ ja nur noch, die sind zu gar keiner Kommunikation mehr in der Lage. Dann kommen die Leute (hab eine Hundepension) und sagen, mein Hund hat ADHS, mein Hund ist Autist, fehlt nur noch, dass sie sagen, mein Hund hat Burn out, das könnte ich sogar noch verstehen bei diesem ganzen Mist. LG an alle Hundeversteher.

        1. An euren Texten erkennt man sehr gut, dass ihr nicht die geringste Ahnung habt!! Ich hab einen schwer aggressiven Hund und hätte ihn nach so einem Schwachsinn schon längst einschläfern lassen können!! Ein von einem CM so gern als „Red Zone Dog“ bezeichneten 32kg Rüden, der auch schon mal gebissen hat, also nicht nur ein bisschen Leute anbellen, sondern echtes Aggressionsverhalten – mein Hund kämpft ums Überleben, wenn er sich bedroht fühlt, weil Menschen ihm gelernt haben, dass er sich nur so schützen kann!!

          Macht doch alle samt bitte nicht so weit den Mund auf, wenn ihr nicht das geringste über Hunde und ihr natürliches Verhalten oder ihre Art zu lernen versteht!! „…arbeite als Hundeverhaltensberater.“ – Tja, heut darf sich leider jeder so oder so ähnlich schimpfen, egal ob er auch echte fachliche Qualifikationen vorweisen kann oder nicht… Es ist traurig und beschämend, dass ein Beruf, der eigentlich mit einem Höchstmaß an Verantwortung und Ernsthaftigkeit ausgeübt werden sollte, von jedem x-beliebigen Klemptner odgl angeboten werden darf… Man kann zum Wohle der Tiere wirklich nur hoffen, dass sich das bald ändert und endlich echte Qualifikationen und Fachkenntnisse vorausgesetzt werden!!

          1. Oh, EIN Hund. Das ist ja beachtlich. Hier teilt ja jemand ganz schön aus und macht den Mund sehr weit auf. Das zeugt eigentlich von sehr viel Frust. Und die Menschen hier haben alle gar keine Ahnung, nur Du allein!
            Kurz zur Information:
            Es darf sich heute eben nicht mehr jeder Verhaltensberater oder Hundetrainer nennen. Dazu sind viele Prüfungen, Nachweise und Abnahmen durch das Veterinäramt nötig. Hier doch bitte einfach mal informieren.
            Und ich denke während über 12 Jahren Arbeit mit vielen aggressiven Hunden hat man einige Erfahrung im Umgang. Einige meiner eigenen Hunde galten als unvermittelbar, später konnte ich sie therapeutisch mit einsetzen.
            Ich habe auch nichts gegen positive Verstärkung, aber eben nicht ausschließlich, das ist unnatürlich. Und nein, ich bin auch kein CM-Anhänger, aber seine Erfolge sind dennoch beachtlich. So, und jetzt wird gleich wieder das Geschrei los gehen.

  3. Ich finde den Artikel richtig toll . Endlich mal einer der es auf den Punkt bringt. Wenn mehr Leute ihre Hunde wie Hunde behandeln würden dann wären nämlich eine Menge von den vielem Hundetrainern arbeitslos und deswegen zicken die auch rum! Einmal richtig gut gemacht und das Geld für teure Trainerstunden die nichts bringen, hat man gespart. Der Artikel ist gut, weil er stimmt! Von Gewalt steht da auch nichts drin, aber das kann ja jeder selber nachlesen.

  4. Dieser Artikel ist deutlich und keineswegs Gewalt oder Dominanz fordernd geschrieben. Er lässt Handlungsspielraum zu und verweist auf rücksichtsvollen Umgang mit dem Wesen Hund als Hund. Der Autor schreibt sachkundig und angenehm unaufgeregt und propagiert, anders als Frau Heyne es in ihrer ungerechtfertigten Empörung wahr genommen haben will, "eine gute Verbindung" zwischen Hund und Mensch "auch ohne Leine". Besser geht es doch nicht. Ich kenne die Thesen des J. Bradshaw, worauf sich Frau Heyne wohl bezieht. Er bilanziert teilweise widersprüchlich und zitiert Kollegen aus dem Zusammenhang gerissen oder falsch. Cesar Millan mag umstritten sein, seine Erfolge sprechen aber eine deutliche Sprache. Ich empfehle eine intensive Auseinandersetzung mit seiner Arbeit. Also nicht einfach alles nachplappern, weil es gerade in die eigene Möchtegernhundetrainersein-Lebensänderungphase passt! Ich habe auch schon bei meinen Hunden den Schnauzengriff angewendet. Gründe: ein Rattengiftköder, ein unersetzbares Kleinkindspielzeug, Schokolade. Bei Leine und Ball bin ich genauso verfahren. Mit Erfolg: Hunde gesund, Kinder froh, Leinen immer noch intakt. "Wenn der Wald vergiftet wäre, würde kein Hund jagen" (aus der DOGS), weil jeder Halter seinen Hund mit allen Mitteln davon abhalten würde, in den Wald zu laufen. Was, wenn die Leine giftig wäre? Jo Witte, Halter von 3 ausgeglichenen, selbstbewussten Riesenschnauzern und 1 Russischen Terrier

  5. Ich denke auch, dass man beißen in die Leine sofort (in Verbindung mit einem Kommando) unterbinden sollte. Denn die Leine ist für den Hund der verlängerte Arm des Hundehalters. Was zu Anfang noch die Leine ist kann schon bald die Hand des Hundeführers sein. Allerdings rate ich vom Schnauzgriff ab, da man ihn gar nicht so schnell umsetzen kann wie es nötig wäre, dass der Hund dies auch mit seinem Fehlverhalten verknüpft. Wenn Hunde den Schnauzbiss anwenden, geschieht dies meist schneller als wir Menschen schauen können. Ich persönlich finde es nicht schlimm, seinen Hund zu dominieren. Leider ist der Begriff Dominanz heute in der Hundeausbildung zu sehr negativ behaftet. Was von der breiten Masse als Dominanz verstanden wird, ist nicht das, was Dominanz auch wirklich bedeutet. Dominanz bedeutet nicht seinen Hund auf den Rücken zu werfen oder ihm mit einem (womöglich falsch angewendeten Schnauzgriff) zu maßregeln, oder ihm alle Ressourcen abzusprechen. Mein Hund liegt sehr gerne auf der Couch, wenn ich nicht drauf sitze. Wenn ich allerdings drauf sitze, dann springt er nur mit meiner Erlaubnis hoch. Was er tut, wenn ich nicht auf ihr liege ist mir wurscht, da ich die Ressource für den Moment nicht benötige. Mein Hund hat auch eine Leine auf dem gewissen, denn jeder Welpe beißt in die Leine, das ist ganz normal. Dennoch denke ich, dass ich diejenige bei uns im Hause bin, die die größeren Eier hat. Natürlich gleich nach den Katern, die mich sowieso nur als Dosenöffner missbrauchen. Und in eine Leine hat mein Hund nach der Ersten, Zerkauten nie wieder gebissen. Er ist jetzt 11 Monate, mein erster Hund und wir gehen mit großen Schritten auf die Begleithundeprüfung zu 🙂

    1. Nur als Info nebenbei: In die Leine beißen ist ein reines Stress-Anzeichen und zeigt einfach nur, dass der Hund in der Situation gerade völlig überfordert ist, was gerade bei Junghunden sehr häufig der Fall ist, weil sie von ihren Menschen völlig überfordert werden. Die Spaziergänge sind meist viel zu lang für ihr Alter, die Umweltreize viel zu viel auf einmal und statt ihnen wirklich vernünftig zu helfen, werden sie einfach überall durch geschleift, nach dem Motto „da muss er durch“ oder „das muss er lernen“ etc… Und nein, ein Hund muss NIE „dominiert“ werden, egal auf welche Art und Weise!! Eine mehr als schockierende Aussage, die für mich einfach nur Machtgeilheit aussagt!!

  6. Wer schreibt da "positive Verstärkung"? unerwünschtes Verhalten kann man durch Verstärkung nicht loswerden, sondern nur verstärken – wie es der Begriff ja sagt. Gewisses natürliches Verhalten beim Hund ist halt unerwünscht.. Sei es, sich die Bratenreste aus dem Müll zu klauben, sei es, die Leine zu kosten. Hunde untereinander tun es übrigens auch – unerwünschtes Verhalten direkt unterbinden.

    1. So ein Blödsinn! Du hast den Sinn scheinbar nicht verstanden. Positive Verstärkung bedeutet NICHT, das unerwünschte Verhalten zu belohnen, sondern sich auf das zu konzentrieren, was man stattdessen möchte und das dann zu verstärken.

      Bsp: Dein Hund springt dich zur Begrüßung dauernd an, was du aber nicht willst. Statt ihm zur Bestrafung jedesmal eine auf die Schnauze zu geben, wenn er hoch springt, kannst du ihn auch einfach dafür belohnen, wenn er unten bleibt. Hunde sind verdammt intelligent, zeigen jenes Verhalten, welches sich für sie lohnt, immer häufiger. Darüber hinaus sind auch Hunde keine Superhelden, die zwei gegensätzliche Aktionen gleichzeitig ausführen können. Wenn dein Hund also alle vier Pfoten auf dem Boden lässt, weil er gelernt hat, dass sich das lohnt, kann er nicht gleichzeitig an dir hoch springen. Das unerwünschte Verhalten wird von ganz allein immer weniger und hört dann auch komplett auf, einfach nur dadurch, dass du dich auf das von dir erwünschte konzentrierst und das bestätigst. Und auf diese Weise kann man auch alle anderen Verhaltensprobleme in den Griff bekommen.

      Btw ich hab einen gegen Menschen schwer aggressiven, reaktiven 32-kg Rüden, der wirklich voll in die Luft geht, wenn er sich bedroht fühlt. Selbst da arbeite ich ERFOLGREICH mit positiver Verstärkung! Ich treib ihm nicht das Bellen und Keifen mit Gewalt aus, sondern ändere die ursächliche Emotion dahinter, was nachhaltig dazu führt, dass er sich immer seltener und immer weniger schnell überhaupt bedroht fühlt. Ich sorg dafür, dass er seine Angsst nach und nach verliert indem ich ihm helfe, miit dem, wovor er Angst hat (in seinem Fall Menschen) immer mehr positive Erfahrungen zu machen.

  7. Ehrlich gesagt, ich finde diese ganze Leinenführigkeit einen Quatsch. Im Grunde hat der Mensch doch nur Angst, dass er sein Tier ohne Leine nicht mehr unter Kontrolle hat. Ein Hund hat den Folgetrieb und wird automatisch immer bei der Futterquelle bleiben. Es ist der reinste Selbsterhaltungstrieb. Natürlich gehört dazu eine grosse Portion an Mut, eine Führung ohne Leine zu praktizieren. Seltsamerweise folgen, lernen und hören dann auch Hunde besser. Es ist von anfang an ein Geduldsspiel und benötigt ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen. Ein Hund, der nur an der Leine hängt, verhält sich meistens auch sehr agressiv bei Hundebegegnungen, weil er keine Ausweichmöglichkeiten hat und dazu auch oft nicht ausgelastet wird.
    Gerade eine falsche Führung erlebt man so oft und viele geben zu, dass sie überfordert sind. Da werden Hunde brutal weggerissen, was ja jedesmal einer Bestrafung gleich kommt. Beim Hund bleiben komplett falsche Verknöpfungen und man braucht sich über Fehlverhalten nicht mehr wundern. Das Resultat ist dann, man geht mit den Hunden kaum noch vor die Tür.
    Leine in der Stadt ist der Übersichtlichlichkeit halber notwendig und ist auch Gesetz.
    Im Prinzip ist es dem Hund sowieso wurscht, ob er an der Leine hängt oder nicht – es geht ihm immer um das Überleben. Nur sollte man die Leine nicht so überbewerten und als Zwang sehen, lieber öfter mal die Fellnase frei laufen lassen – Hunde wissen auch, was für sie wichtig und richtig ist.

    1. Ich finde Leinenführigkeit gut, da man den Hund dann auch überal mit hinnehmen kann, und auch aus Gefahrenzonen raushalten kann. Mein Hund verhält sich an der Leine nicht agressiv bei Hundebegegnungen, das ist Hausgemacht, wenn man seinem Hund nie die Möglichkeit gibt, dass Begegnungen an der Leine genauso sind wie ohne. Ich wohne an einer Bundesstraße und leider führt jeder Weg ins Grüne über oder neben der Bundesstraße entlang, so dass mein Hund von Anfang an an der Leine geführt werden musste.Und von einem Folgetrieb hab ich bei meinem Hund nie etwas gemerkt.
      Sie war, und ist , schon immer ihrer eigenen Nase nach, egal mit was ich gelockt oder gerufen oder sonstwas gemacht habe. Wenn ich mich versteckt habe, dann konnte ich warten bis es dunkel wird, und mein Hund hat sich selbst vergnügt, aber nicht nach mir gesucht. Vielleicht ist das auch die berühmte Ausnahme, aber ich kannte sowas von keinem meiner vorherigen Hunde. Auch heute noch ist alles andere wictiger als mir zu folgen. Leckerlis oder Spielzeug sind nur kurz von Interesse, aber im Haus oder Garten da ist es ganz anders herum. Sie hört ist aufmerksam und lässt sich auch abrufen.Leider muss sie deshalb an der Leine laufen.

  8. Ich möchte bei meinem Hund auch die Leinenführung verbessern. Er zieht immer so sehr, dass spazieren gehen gar keinen Spaß mehr macht.
    Danke für die tolle Beschreibung in diesen Artikel.

    Ich hoffe, dass es was bringt, wenn ich die Tipps die nächsten Tage / Wochen umsetze. Ansonsten sollte ich wohl doch mal zu einem Hundeexperten gehen.

  9. Oh weia….da sind aber sehr viele alte und längst überholte Theorien im Text
    1. Gleich Mal zur Theorie Rudel…was bedeutet das Wort Rudel bzw was wird damit definiert…ganz klar um eine Rudel handelt es sich nur dann, wenn es sich um einen Zusammenschluss INNERHALB EINER FAMILIE handelt…daher gibt es ein Rudel nur bei Wölfen nie bei Hunden!!!
    2. Ein Hund weiß ganz genau das Sie als Halter ein Mensch sind und kein Hund daher ist diese Anführer Theorie bzw besser noch die Rudelführertheorie völliger Schwachsinn, dann wie bereits erwähnt Rudel nurinnerhalb einer Familie und intraspezifisch dh unter Artgenossen, nun das sind Sie beides nicht, oder 😉 bevor jetzt kommt wir sind ja eine Familie…damit meine ich natürlich die BLUTSVERWANDTSCHAFT.
    3. Konsequent sein da bin ich dabei und man darf als Halter ruhig leicht taktil einwirken über mit dem Bein Wegerücken nur Schnauzengriff ist tabu denn dieser wird UNTER Hunden aus anderen Beweggründen gemacht. Und auch hier die Betonung UNTER
    Es ist lobenswert wenn Menschen hündisch zu agieren versuchen, nur sind wir keine Hunde und das weiß der Hund auch., genauso andersrum der Hund ein Hund ist und kein Mensch und da sehe du das größte Problem!!

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