Hund mit Rückenschmerzen

Tierphysiotherapie – wenn´s unterm Fell zwickt und zwackt

„Ich hab´ Rücken, Schätzelein.“ – Was Herrn Schlämmer, alias Hape Kerkeling, plagt, davon können auch andere ein Liedchen jaulen.
 

Wie gut, dass der Physiotherapeut des Vertrauens für gewöhnlich mit wenigen geübten Griffen  die schmerzhaften Verspannungen wieder löst.

Dabei setzt er zusätzlich auf die Wirkung physikalischer Mittel und Anwendungen, die zur Aktivierung und Unterstützung der körpereigenen Selbstheilungskräfte beitragen – mit dem Ziel,  den Trageapparat des Patienten zu stärken und die motorischen Abläufe zu optimieren. 
Mancher Zweibeiner geht deshalb schon vorbeugend zu Massage und Physiotherapie. Lässt Muskeln und Sehnen lockern, bevor sie sich  verspannen und zu unangenehmen  Gesundheitsbeeinträchtigungen führen. Einmal durchkneten, bitte. Vorher Fango oder Sauna. 

Und was dem Menschen wohl tut, kommt nun auch in Deutschland vermehrt „am Tier“ zum Einsatz:
Wenn Bellos Pfoten nicht mehr “rund laufen“ und Hathatitla nicht „aus den Hufen kommt“, dann ist es Zeit für ein Paar heilender Hände. Es muss ja nicht gleich ein ostfriesischer Knochenbrecher– Hüne sein, dessen Anblick allein schon Muskeln und Sehnen selbst von riesenhaften Shire Horses in einen vibrierenden Alarmzustand versetzt.
 
Die Tierphysiotherapie ersetzt aber nicht den Besuch beim Tierarzt!
 
Vielmehr ist es von optimalem Nutzen für die Lahmen und Alten, wenn Arzt und Therapeut gemeinsam einen individuell abgestimmten Behandlungsplan für ihre Patienten entwickeln.  
Ganz im Sinne des medizinischen Grundsatzes: Keine gute Therapie ohne eine gute Diagnose. 
 
Heilmaßnahmen wie 
 
aktive und passive Bewegungsbehandlung, 
Massage, 
Lymphdrainage, 
Wärme- und Kälteanwendungen, 
Reizstrombehandlungen und 
Wasser- und Lichtkuren 
 
können bei Problemen und nach Operationen des Bewegungsapparates (Spondylosen, Luxationen, Sehnen – und Muskelzerrungen), bei Gelenk- und Muskelfunktionsstörungen (Arthrose und Atrophien), Dysplasien, geriatrischen Beeinträchtigungen und Nervenerkrankungen den Genesungsprozess unterstützen.
 
Viele Tierhalter und zahlreiche Tierärzte berichten von beschleunigten Heilungsverläufen mit teilweise verblüffenden Erfolgen. Wenig verwunderlich für Tierhalter in Ländern wie den USA, England und den Niederlanden, in denen der Einsatz physiotherapeutischer Techniken, begleitend zur tierärztlichen Behandlung, schon länger praktiziert wird.
 
Auch als vorbeugende Maßnahme gegen bewegungs- und altersbedingte Verschleißerkrankungen und zur Leistungssteigerung sportlich sehr aktiver Tiere mit intensivem Trainingsprogramm, wie etwa Hunden im Rettungs-, Jagd- oder Schutzdienst, kann regelmäßig angewandte Physiotherapie deutlich zur Erhaltung von Gesundheit und Lebensfreude der Vierbeiner beitragen. Das gilt natürlich ebenso für den vierbeinigen „Nur“-Joggingbegleiter wie für Freizeit- und Sportpferde. Und wenn Katzen nicht oft so ungnädig wären, kämen wohl auch sie vermehrt in den Genuss einer wohltuenden Massage und anderer Prophylaxeanwendungen.
 
Bei Verhaltensauffälligkeiten wie ausgeprägten Angstzuständen, unnatürlichen Aggressionsmustern oder depressiven Verstimmungen kann die Tierphysiotherapie ebenfalls sehr hilfreich sein durch Aufspüren und Lösen physischer und psychischer Blockaden.
 
So erfolgversprechend jedoch eine verantwortungsvoll und therapeutisch sinnvoll eingesetzte Behandlung ist, so wohl durchdacht müssen Suche und Auswahl eines guten Tierphysiotherapeuten angegangen werden. Da die Ausbildung bisher keiner gesetzlichen Regelung unterliegt, empfiehlt es sich, den Haustierarzt nach einem geeigneten Therapeuten zu befragen.
 
Übrigens:  Der wesentliche Unterschied zu einer chiropraktischen Behandlung besteht darin, dass die Physiotherapie mobilisiert, wo der Knochenrüttler manipuliert.

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